Schon wieder: Fristlose Kündigung wegen nunmehr 59 Cents

…ist ja aktuell in Mode,  machen alle so. Versuchen kann man´s also mal, ob es  dann auch  wirklich  klappt, hängt wohl vom Richter ab.

So wurde nun auch in Wuppertal versucht, einer Mitarbeiterin fristlos zu kündigen, weil sie angeblich eine Packung Damenbinden im Wert von 0,59 € unterschlagen hatte.

Man stelle sich folgende Situation vor:

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Update: Eigeninitiative, aber diesmal richtig

Die Fortsetzung zu Eigeninitiative, aber diesmal richtig!

Liebe Mit-Bürginnen und Mit-Bürgen (für die Banken unseres Landes), Liebe Leserinnen und Leser dieser Zeilen!
Es geschehen noch Zeichen  und Wunder in diesem unserem heiligen Land!

Ich,  eine 4 -fache Mutter und seit 2 1/2 Jahren Hartz IV Abzockerin,  bin wieder in Arbeit!

Meine aufopferungsvolle Aktion am letzten Samstag hat mein Leben wieder in eine ganz neue Richtung gelenkt. Stellen Sie sich vor was geschehen ist:

Herr Josef Ackermann himself, 1. Vorstandsvorsitzener der Deutschen Bank, war gerade zu Besuch in unserer schönen Stadt am See. Arm in Arm mit seiner Gattin schlenderte er die Marktstätte entlang und kam direkt auf mich zu. Meine rot leuchtende Mütze hatte seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen (so erzählte er mir später ) und er neigte sich etwas zu mir herab um mein Schild (mit der Aufschrift: Sammle Spenden für unsere notleidenden Banken) besser lesen zu können. Tränen der Rührung stiegen ihm  in die Augen. Er bückte sich, schüttelte meine Hand, fragte mich nach meinem Namen und hockte sich schließlich ganz zu mir auf den Boden.

Und wie wir hier so gemütlich beieinander sitzen, gesellte sich  plötzlich ein Reporter der Build zu uns, er hatte Ackermann schon die ganze Zeit nachgesellt und wollte nun wissen, was wir hier palavern,  fing auch direkt an, Fotos zu schießen.

Nachdem ich mich vorgestellt und erkärt hatte, wie sehr mir die ganze Hartz IV Abzockerei mittlerweile zusetzte und dass ich eigentlich zu Höherem berufen wäre, wird der Reporter Zeuge wie Ackermann mir spontan eine Stelle im Aussendienst offeriert!

Hier ganz exklusiv ein Vorabdruck der morgigen Ausgabe:

build2

Die Entlassungsproduktivität der Deutschen Bank  hätte mittlerweile ihren Zenit überschritten,  sodass eine , wenn auch kleine, Neuanstellung durchaus in Betracht gezogen werden könne,  vorrausgesetzt die kumulierte Leistungsbilanz während der 6-monatigen Probezeit, bestätige diese Prognose.

Wir vereinbarten gleich einen Termin  für den drauffolgenden Montag, bei dem mir dann ein firmeneigener heilsarmee1Klingelbeutel und eine Uniform ausgehändigt wurde.  Mein neues, leistungsgerechtes Einkommen errechnet sich aus einem Stundenlohn von 1,50 € PLUS  einem Extrabonus von 10 Prozent der Spendeneinahmen und übertrifft damit meine Erwartungen bei weitem!

Hach, ein unbeschreibliches Gefühl ist das, endlich wieder Leistungsträgerin dieser Gesellschaft sein zu dürfen !

Eigentinitative machts`s möglich!

ADHS- Zwischen Hypo und Hyper

Heute will ich nochmals  ein Thema aus der Hypies- Kiste hervorkramen (wirklich sehr schade, dass die Seite nicht mehr aktualisiert wird, sie gehört zu meinen absoluten Favoriten was das Thema ADHS betrifft!)

Die Hypis haben einen Text von Clara Nelson übersetzt, der wirklich sehr lesenswert ist und das Dilemma genaustens beschreibt, in welchem das ADHS dispositionierte Hirn sich befindet, nämlich dem des ständigen  Hin -und Her-pendelns zwischen einem Hypo und einem Hyper-Pol.

Hypo ist dabei das Zuwenig, an Aufmerksamkeit, die Weitschweifigkeit der Gedanken oder auch Indifferenz gegenüber der Außenwelt. Die Neigung hierzu ist vorhanden, wird aber unterdrückt, man kann gesellschaftliche Zwänge als gutes Argument erkennen, so nicht zu sein.

Also will der ADDer diese Neigungen nicht erleben, weil sie ihm offensichtlich schaden und schon seit frühem Kindesalter sanktioniert werden. Man nennt dies im Tadel dann Dummheit, Desinteresse.

Hyper meint das Übermaß an Aufmerksamkeit, das bekannte Festsitzen an einer Sache, das Sich-nicht-lösen-können, der „Fanatismus“ für eine Idee. Diese Haltung ist gesellschaftlich besser akzeptiert, solange die Ergebnisse und Handlungen „nützlich“ sind, ansonsten jedoch sind auch diese Neigungen zu unterdrücken, weil sie die Verfügbarkeit der Person in der Befehlskette beeinträchtigen. Man nennt dies im Tadel dann Eigensinnigkeit oder Trotzigkeit.

Der ADDer ist nun bemüht, sich entgegen seinen Neigungen zu beiden Haltungen (das ist kein Widerspruch), im mittleren Bereich – dem Normbereich – zu befinden, kann dies aber nur erreichen, wenn er sich immer wieder von beiden Polen entfernt, das heißt, wenn er pendelt. Es ist daher schlecht möglich, über den ADDer eine exakte Aussage zu treffen, ihn festzunageln auf einen bestimmten Standpunkt – er hat im engeren Sinne keinen. Es sei erinnert an Hans Magnus Enzensberger, der mal sagte, daß ein Standpunkt etwas für einen Baum sei, alles Lebendige wäre beweglich und schon bei einer Katze hätte man Schwierigkeiten, ihren festen Standpunkt anzugeben.

Aus Gesprächen mit erwachsenen ADDern ist zu erkennen, daß, wenn diese Menschen eine Gelegenheit hatte, ihr ADD auszuleben, es zu viel langsameren Bewegungen zwischen den Polen kommt. Es wird, wenn es denn möglich ist, lange Zeit nichts „Erwünschtes“ getan, sondern viel geschlafen mitunter exzessiv, viel getrödelt und dem lieben Herrgott der Tag gestohlen (hypo). Der ADDer ist in diesem Zustand seinen Gedanken am nächsten und erlebt die Umwelt nach ausgiebigem Winterschlaf klarer und eindringlicher. Diese Zeiten werden später gern erinnert, aber auch hinsichtlich des „Versumpfens“ befürchtet, weil man sich zu weit von der unermüdlichen Herde entfernt hat.

Dann gibt es lange Zeiten des atemlosen Tuns, die von hartnäckigem Streben und zielgerichtetem Wesen geprägt sind (hyper). Hier ist Ideenreichtum, Heroismus, mitunter Schlaflosigkeit vorzufinden, die den ADDer solange erschöpfen, bis er wieder in seinen erholsamen Winterschlaf zurückkehrt, wenn er darf. Wenn er nicht darf, gerät er in Gefahr. Das weiß er instinktiv.

Diese Neigung zum großen und langsamen Wechsel zwischen Rückzug und aktiver Beteiligung werden aber in der Regel gesellschaftlich nicht akzeptiert, das heißt, der ADDer durchlebt den Wechsel im Miniformat, mitunter täglich, als sinnloses Hin- und Her in viel zu kurzen Abständen. Er kann versuchen sich der aktiven Seite vollständig zu verschreiben, nur diese durch Dauereinsatz von Kaffee oder Medikamenten zu stärken, aber dann folgt unweigerlich der Rückfall, früher oder später, mit gutem Ausgang oder nicht so gutem bei zu großem Verschleiß.

Weder die forcierte Vertiefung auf eine Sache, noch die verhuschte Entspannung ergeben ein Ganzes – der Mensch verflacht (angesichts seines Potentials), ergibt sich in sein Schicksal oder verweigert. Und selbst hier gibt es noch das Pendeln zwischen der Suche nach Anerkennung und dem trotzigen Beharren auf etwas, was er seit seiner Geburt kaum in der Lage war, auszuleben.

Man kann grundsätzlich sagen, daß ADDer eine andere „Hardware“ besitzen und ein anderes „Programm“ zu laufen haben, daß gern in den Schlafmodus verfällt, weil es hilft, die Energien aufzutanken, die man für ein Leben „mit herabgesenktem Schild“ braucht, wobei der ADDer während der vorhandenen Aufmerksamkeitsspannen intensiver wahrnimmt und dabei allzu schnell einer Reizüberflutung unterliegt, die ihn paralysiert.

Das ADDer eine andersgeartete Reizeingangs- und Impulssteuerung verfügen, ist ein bekanntes Detail des ADD-Bildes. „Neue Funde“ über diese und andere Hardware-Komponenten des ADD sollten nicht überraschen, wann immer sie gefunden werden.

Wir leben in einer medialen Welt, die einerseits an Informations-Durchfall leidet, andererseits keine Informationstiefe liefert. Dies ist für den ADDer eine schwierige Hürde, weil seine Programmierung es ihm zusätzlich nicht erlaubt, Halbinformationen als vollständig zu akzeptieren.

Unverstandene Informationen lassen ihn festhängen, er sucht nach Verständnis, scannt seine sämtlichen Datenbanken und mentalen „Schatzkarten verborgenen Wissens“, während der Zug davonfährt. Wenn er soweit ist, ist es mitunter Jahre später. Aber dann sitzt es und wird gekonnt eingesetzt, leider fragt nun niemand mehr danach.

Ein ADDer kann versuchen, eine Weile auf einer Welle des Halbverstandenen zu surfen, mit Reizworten um sich werfen und so tun als ob, aber es bleibt dabei: Alles was sein Programm nicht systematisch in die vorhandenen mentalen Landkarten sauber einordnen kann (wie ein Eingeborener seine Umgebung verinnerlichen kann), wird nicht akzeptiert, langfrist vergessen oder eben bestritten.

In unbestimmten Abständen entleert sich der Vorrat an nicht verarbeitetem Wissen und der ADDer steht wieder am Anfang. Diese Erfahrung verführt ihn oft zu der Fehleinschätzung, daß man alles immer wieder neu erfahren kann, neu erleben kann, das der Anfang stets nur ein paar Schritte entfernt ist. Was ja nicht unbedingt schlecht sein muß, denn viele Dinge vertragen eine erneute Beschäftigung, während mancher sich mit veraltetem Wissen durch sein Leben bewegt.

Fazit: ADD erlaubt keine Momentaufnahme eines Zustandes, der fortwährend vorzufinden ist, daher ist eine Diagnose schwierig, wenn sie denn notwendig sein sollte, um ein Bewußtsein für die Andersartigkeit der Person zu erzeugen – was wiederum mitunter zu mancher Hilfe führen kann.

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Nachtrag zu "Spreeblick lädt ein…"

…zu einen offenen Gespräch zum Thema Kinderpornografie und Internetzensur
Einige Kommentatoren äußerten ihren Spott bezüglich der „Selbstüberschätzung“ die Johnny Haeusler an den Tag lege,  wenn er ernstlich glaube,  irgendeiner der Politfuzzies würde seiner Einladung nachkommen. Ich finde jedenfalls,  dass eine derartige Diskussinsrunde unter Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit genau das ist was aktuell gemacht werden muss. Ob da nun eine Frau v. d. Leyen dran teilnimmt oder nicht, ist erstmal unerheblich. Wichtig ist doch erstmal,  dass offen darüber diskutiert und alle Einwände  und Zweifel an der Effektivität des neuen Gesetzesentwurfs offen dargelegt werden und vor allem auch, dass ein wirklich effektiver Kinderschutz thematisiert wird. Dieser Schutz sollte auch von den Kritikern stets im Auge behalten werden. Der Spiegelfechter zitiert in seinem Blogbeitrag zum Thema Herrn  Wunderlich von den LINKEN:

“Wer Kinderpornografie bekämpfen will, muss effektiv gegen die Produzenten vorgehen. Das hat die Bundesregierung seit Jahren versäumt und daran ändert sich auch mit den jetzt beschlossenen Eckpunkten nichts. Die meisten Experten halten die vorgeschlagenen Maßnahmen für wirkungslos. Sie sind selbst für technische Laien leicht zu umgehen.
Ein derart nutzloses Instrument dürfte aber schon bald zu weiteren Debatten über schärfere Maßnahmen zur Internetüberwachung führen. Statt Kinderpornografie wirksam zu bekämpfen wird das Gesetz eher als Einfallstor für die nationale Zensur des Internets dienen.”
Jörn Wunderlich, familienpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE

Wäre sicher auch ein Kandidat der mitreden könnte. Vor allem würde mich interessieren,  was ein Herr Jörg Tauss zu berichten hat, den würde ich also in jedem Fall  einladen oder,  wenn ich Journalistin wäre, ein ausführliches Interview mit ihm machen. Nicht dass mich jemand fragen würde, aber ich sag das hier jetzt halt mal..

Das Salz des Lebens

Schön, wenn man nachdem man wieder mal die halbe Nacht versucht hatte, eine Arbeit fertig zu kriegen, das Kind aber alle halbe Stunde aufgewacht war und wieder ins Bett gebracht werden wollte, dann kurz vor Morgengrauen doch beim Kind liegengeblieben ist  und sogleich wieder geweckt wird, vom bellenden Hund, der eingesperrt in der Besenkammer  claustrophobische Anfälle kriegt,  schön dass wenn man dann runter ins Wohnzimmer kommt,  der laptop schon hochgefahren und bereit auf dem Schreibtisch steht, weil der 2  1/2 jährige offensichtlich  schon Stunden der  internetrecherche hinter sich hat (der obwohl er noch nicht lesen kann, seine Lieblingsseiten ohne Probleme aus der Suchleiste herausfinden und auch alle nebeneinander in einzelnen Tabs öffnen kann…) bevor er dann auf die Idee kommt, seine  liebe Mutter mit einem

selbstgebackenen Kuchen zu überraschen und dafür  alles was irgendwie pulverisiert zu sein scheint, + 1 Ai !  in eine Schüssel schmeisst mit der er  nun, nachdem er den Hund in die Kammer geperrt hat und weil sonst nirgends mehr ein freies Plätzchen auf dem Fussboden zu finden ist, weil heute Reagal-und Schrankausräumgtag ist, in dessen Körbchen sitzt wo er (in seiner Schüssel)  rührend und sichtlich stolz seine Mama anstrahlt, die sich erstmal  freut, dass noch

Espresso da ist und sich sogleich eine grosse Kanne davon aufbrüht und anschließend in  die größte Schale füllt, die sie finden kann, voll Vorfreude auf den ersten Schluck, noch warme Milch und 2 gute Löffel Zucker hinein rührt, trinkt …und dann gleich  wieder ausspuckt, weil irgendjemand (!) den Zucker mit Salz gestreckt hat!

JaJa, Kinder sind das Salz des Lebens…

PS. Das eingefügte Bild hat bis auf den Titel sicherlich wenig mit meiner kleinen Alltags Geschichte zu tun, es ist das Cover eines Buches von Ninotschka Rosca,  die auch als The First Lady of Philippine Literature bezeichnet wird.

[..]Rosca was a political prisoner under the dictatorial government of Ferdinand Marcos in the Philippines (1965-1986). She was forced into exile in the US when threatened with a second arrest for her human rights activism. Rosca has been designated as one of the 12 Asian-American Women of Hope by the Bread and Roses Cultural Project. She worked with Amnesty International and the PEN American Center.[citation needed] Rosca was also a founder and the first national chair of the GABNet, the largest and only US-Philippines women’s solidarity mass organization. She is the international spokesperson of GABNet’s Purple Rose Campaign against the trafficking of women, with an emphasis on Filipinas.[…]

ja ich schweife schon wieder ab, und ziemlich weit, aber es gibt halt eben doch noch weitaus  interessantere Dinge als Salz im Kaffee….