In Zeiten der Schweinegrippe nimmt die Krise ihren Lauf

und schlägt nun erstmals auch dort  hart zu, wo man sich zuvor noch in Sicherheit glaubte wiegen zu können: In der Krefelder Arbeitsagentur wurde das Warme Wasser abgestellt:

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Das Sommerloch, der Mississippi, Woody Allen und ich

Denke es wird wohl das Sommerloch gewesen sein, das mich gestern verschlucken wollte. Und immer noch ein wenig an mir saugt…

Da haben es Kloß und Spinne doch wirklich viel besser, denn die dürfen zusammen mit Volker Strübing den Spuren Mark Twains folgen und den Mississippi entlang schippern, und mehr noch:

Das Projekt

2010 ist es einhundert Jahre her, dass Mark Twain gestorben ist. Das ist weiß Gott kein Grund zum Feiern, aber ein guter Grund, wie einst Jim und Huck Finn mit einem Floß den Mississippi hinunterzufahren …

Von Saint Louis bis nach New Orleans wird uns diese Reise führen – dieselbe Strecke die Twain – damals noch Samuel Langhorne Clemens – als Lotse auf einem Raddampfer rauf- und runtergetuckert ist. Wir wollen herausfinden, was “Life on the Mississippi” heutzutage bedeutet. In Saint Louis, Cairo, Memphis, Vicksburg, Saint Francisville und New Orleans werden wir Bürgermeister und Bürgerrechtler treffen, Sheriffs und Müllfahrer, Musiker und Handwerker, wir werden Fast Food essen und selbstgeangelte Fische auf Inseln im Fluss grillen, wir werden zelten und in verträumten Südstaatenörtchen in riesigen Betten aus der Zeit Mark Twains schlafen, wir werden in einem Cadillac durch Memphis fahren und mit Pick Ups durch den Matsch, wir werden von Mücken, hoffentlich aber nicht von Alligatoren aufgefressen werden.

Und im Frühjahr nächsten Jahres kann man sich das alles in einer dreiteiligen Serie bei 3sat angucken.

Da kommt schon etwas Wehmut und Fernweh auf und das obwohl ich hier mitten im Paradies lebe, ja sogar da, wo andere Urlaub machen. Hab es gerade noch bis hierher geschafft, bevor ich dann meine Reisefreiheit verloren habe. Und ohne diese Reisefreiheit, wird’s eben selbst im  Paradies schoma eng…

Mississippi…

Meine letzte Reise in die Staaten liegt ca. 10 Jahre zurück. Da war ich zwar nicht am Mississippi, sondern nur in New York. Aber die mitreissende Strömung des Mississippi war auch hier deutlich zu spüren. Ob es daran lag, dass der Mann, wegen dem ich nach New York gekommen war, zuvor in New Orleans gelebt hatte weiss ich nicht,  es ging neben der Liebe jedenfalls um Jazz, bei dieser Reise.

Wir hatten uns in Thailand kennengelernt. Am Strand. Auf Phi Phi Island am weissesten Sandstrand der Welt. Hätte ich mir vorher auch nie träumen lassen, dass ausgerechnet ein Kardiologe mein Herz eines Tages derartig in Flammen setzen würde, dass selbst die Feuerwehr nicht in der Lage war,  diesen Brand zu löschen. Und die wurde gerufen…

phi phi

Phi Phi Island

Well, nach Phi Phi Island trafen wir uns wieder in Europa. Genauer gesagt in Italien. Noch genauer gesagt in Venedig. Tja, wenn schon Hollywood, dann aber richtig. Und weil alles so schön war, trafen wir uns auch noch ein zweites Mal in Italien. Na und dazwischen war ich in New York.

Und ich hatte noch jemanden dabei. Aus Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte desjenigen, den ich mit nach New York genommen habe,  will ich ihn hier nur Al nennen. Al war Musiker (und ist es sicherlich immer noch, nehme ich an?) Jedenfalls hatte dieser Al eine Blasinstrument entwickelt, das die Welt noch nicht gesehen hatte. Ich kann leider nicht allzu konkret werden,  aber das Instrument, mit welchem Al die New Yorker Jazzszene hätte verzaubern können, wenn er nur gewollt hätte, war aus Plexiglas, sehr lang, transparent und unglaublich imposant. Auch das Klangerlebnis war ein sehr spezielles. Kurz gesagt, we would have f***** made it in New York! Alles fügte sich, die Menschen waren begeistert, wollten Al spielen hören. Ein Musikproduzent, der zufällig unsere Demo CD in die Finger bekam, war begeistert, ein Gig in der Knitting Factory wurde spontan organisiert….Al wäre ganz gross raus gekommen und ich hätte als seine Managerin gut abgesichert bei meinem Kardiologen in New York leben können..

Alles passte, nur Al verschwand….ging verloren, irgendwo  in den Untiefen Brooklyns, tauchte wieder auf und reiste vorzeitig ab, um wie er sagte, seine Ehe zu retten. (?) That was it.

woodyAch ja, hab Woody Allen vergessen. Dem hatte ich die ganze Romanze inklusive Al’s Demo- CD (die mein Hirn ununterbrochen und auf all meinen Wegen als Filmmusik abspielte) in Form eines Drehbuchs zugesandt, ich schrieb ihm, dass ich anscheinend von heute auf morgen in eine Art Woody Allen Filmschleife geraten und darin gefangen sei und übertrug ihm sozusagen grosszügig die gesamten Filmrechte. Leider stellte sich aber die Postanschrift, an welche ich das Drehbuch geschickt hatte, als Hoax heraus und nun weiss ich nicht wer den Stoff in die Finger gekriegt hat. An meinem letzten Abend in New York jedoch,  traf ich Woody dann doch noch. Im Cafe Carlyle. Hätte ich das mal vorher gewusst, hätte ich ihm das Buch natürlich persönlich übergeben…und mich fürchterlich blamiert, ich hatte nämlich „Dear Wooddy Allan“ oder sowas geschrieben….:-/)

Dann kam 9/11


Na was 'n Glück abha auch,

wenn einen an einem so herrlischen Sonnentag wie der heutige einer ist, unverhofft und wie vom Blitz getroffen, schlagartig eine derartig miefige Depression überrollt, derer man sich weder entziehen noch ihr entfliehn kann, sondern stattdessen, erschlagen von der Wucht ihrer Dumpfheit wenigstens versucht zu ergründen was es denn überhaupt mit der gleichen auf sich hat, man dann sogar direkt nachfragt,  wer diese denn überhaupt sei,  wo sie herkäme und wo sie hinwolle, man aber keine Antwort erhält und dann anfängt zu googlen, wahllos und ziellos da einem die richtigen Suchbegriffe im Dunkel der eigenen Geistlosigkeit nicht zugänglich sind, man sich dann irgendwie und weiss nicht warum  via santa precaria den Film Neben der Arbeit reinzieht, von dortaus  dann weiter auf youtube springt, einfach um sich noch ein paar weitere Videos reinzuziehen, irgendwelche Filme, keine Ahnung,  Filme vielleicht, die einem ein wenig Vision und Durchblick schenken mögen oder wenigstens Unterhaltung und Ablenkung, sodass man nicht länger darüber nachgrüblen muss, warum man an einem solch herrlischen Sonnentag wie der heutige einer ist, schlagartig  und wie vom Blitz getroffen…sorry, ich wiederhole mich, also wenn man dann auf youtube endlich eine Antwort erhält, eine wissenschaftlich derartig untermauerte, nobelpreisverdächtige Antwort – Und die Antwort ist so genial einfach!

ALLES IST GUT!

mehr Kloß und Spinne auf: http://volkerstruebing.wordpress.com/klos-und-spinne/

Frau Schavan, der Bioökonomierat und ein Bambi für Neusprech

– Ergänzend zum Blogeintrag: Das Weltbild der Frau Schavan, in den ich nachträglich noch 2 links zum  Save Our Seeds Blog eingefügt hatte.

Auf einen der beiden links möchte ich hier nun nochmal gesondert aufmerksam machen, wäre schade, wenn der unterginge.

Es geht um den sogenannten Bioökonomierat, der von keiner geringeren als unserer Forschungsministerin initiert bzw. mit 2 Millionen Euro alimentiert wurde und der  meines Erachtens einen güldenen Pokal in Sachen Neusprech verdient hätte. Das Ziel, das dieser Bioökonomierat verfolgt – den ausführlichen Erläuterungen im Save Our Seeds Blog (bitte unbedingt lesen!) einfach mal ein wenig vorweg gegriffen – ist folgendes:

[…] „Um diesen Herausforderungen optimal zu begegnen, müssen Wissenschaft, Agrar-, Ernährungs-, Chemie-, Energiewirtschaft und Politik auf der einen sowie Produzenten und Verbraucher auf der anderen Seite zukünftig optimal zusammengeführt werden.” Dafür sind dann auch Sozial- und Geisteswissenschaften gefragt,  die „die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Fragen des Verhaltens und der Akzeptanz neuer Technologien” zu bearbeiten haben. Denn „Die aktuelle Debatte zur Grünen Gentechnik unterstreicht beispielhaft, dass ein für Forschung und Innovation aufgeschlossenes gesellschaftliches Klima sowie verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen notwendig sind, um die Chancen dieser Technologie in Deutschland im internationalen Wettbewerb besser erschließen zu können (…) Nur mit einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz können entsprechende Voraussetzungen für eine bioökonomische Forschungslandschaft in Deutschland geschaffen werden.”

http://blogs.taz.de/saveourseeds/2009/07/28/globale_biooekonomie_und_nationale_biomasse/

Das Weltbild der Frau Schavan

Kernenergie, Genfood und Kinder, die keine mehr sein dürfen

Frau Schavan plädiert dafür, dass Kinder schon mit 4 Jahren eingeschult werden sollen. Alles ganz im Sinne der Bertelsmänner und -frauen, ist doch klar. Ohne diese grossen Erzieher und Zukunftsgestalter geräte unsere schöne neue Welt ja völlig aus den Fugen! Wäre ja noch schöner, wenn Kinder einfach immer noch nur spielen wollten, wenn Kinder Kinder sein wollten. Womöglich noch ihrer Phantasie freien Lauf lassen dürften! Phantasie! Ha! Weg damit! Phantasie versaut kleine Kinder! Wertvolles Humankapital ohne Rendite?  Das war gestern. Es muss endlich was unternommen werden, um dieser unsäglichen Ressourcenverschwendung Einhalt zu gebieten. Kinder müssen früh lernen, still und konzentriert an ihren Stühlchen zu kleben und zu pauken. Dies natürlich ganz spielerisch. Frau Schavan weiss, wovon sie redet. Chancengleichheit ist etwas, für das sich Frau Schavan einsetzt. Um diese Chancengleichheit zu gewährleisten, müssen  Kinder so früh wie möglich  ihren Herkunftsfamilien entrissen und unter staatliche Obhut gestellt werden. Nur so kann jedes Kindchen die Förderung bekommen, durch welche es dann  in Zukunft rückwirkend höchstmögliche Rendite erzielen kann.

Frau Schavan trägt natürlich auch dafür Sorge,  dass die Kinder von morgen auf keinen Fall mit Lebensmitteln von gestern ernährt werden müssen. Monsanto bewahre! Das hat uns die Bildungs-bzw. Forschungsministerin im Frühjahr doch an ihrem „Runden Tisch zur Gentechnik“ unmissverständlich in Aussicht gestellt.

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(Nachtrag , siehe auch:

Sommer-Geplänkel am Runden Tisch 24.07.2009 Lassen sich Umwelt- und Bioverbände von Annette Schavan über deren “Runden Tisch zur Grünen Gentechnik” ziehen?

Globale Bioökonomie und Nationale Biomasse 28.07.2009 Frau Schavan und die Mitglieder des Bioökonomierats)

Auch die Kernforschung will Frau Annette Schavan trotz des vereinbarten Atomausstiegs intensivieren. Wer wegen Tschernobyl oder anderer Pannen (wie bspw. Asse)  die Kernenergie verteufele, der verhalte sich verantwortungslos, so Schavan.  Tschernobyl,  ein paar leukämiekranke Kinder oder ein abgesoffenes Asse und verseuchtes Grundwasser können so verantwortungsbewusste, zukunftsorientierte Menschen wie Frau Schavan nun  wirklich nicht von ihrem rechten Weg abbringen. Außerdem gibt’s  da ja auch noch Gorleben…

Schavan rief dazu auf, den Salzstock in Gorleben rasch zum Atomendlager auszubauen. „Ein geeigneter Standort ist doch bereits gefunden worden. Bisher hat niemand glaubhaft darlegen können, dass sich der Salzstock in Gorleben nicht eignet“, sagte sie. Dabei griff sie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) an: „In der Frage des Endlagers hätten wir in den vergangenen vier Jahren weiterkommen können, wenn Herr Gabriel hätte weiterkommen wollen.“ Gabriel habe aber lieber auf Blockade gesetzt. „Jetzt müssen wir in der kommenden Wahlperiode eine Lösung finden“, sagte Schavan.

Focus

Ach ja Leute,  im September ist Wahl!

Und weil ich ein paar Tage offline war, gibts im Anschluss heute dann auch noch ein Lied für den Tag

Haydamaky – Meni zdaetsia

(Haydamakys new video in best quality – it was shot in Tschernobyl)