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Gevatter Ackermann und die geplünderte Republik

Gevatter Ackermann wird für seine herausragenden Leistungen“, dem Staat Milliardenbeträge abzupressen, zum Bankster des Jahres 2009 gekürt. Die Geplünderten der Republik neigen ihr Haupt in Demut und Dankbarkeit.

Wer sein Leben lang malocht hat und ein paar Jahre vor Renteneintritt seinen job verloren hat, sei es weil die Maloche seine Gesundheit ruiniert hat, oder weil er duch eine jüngere, konstengünstigere Arbeitskraft ersetzt wurde,  sei es weil die Firma ausgelagert hat oder bankrott gegangen ist, unwesentlich – der Geschädigte verzichtet natürlich „freiwillig“ zu Gunsten des barmherzigen Gevatters auf seine Rentenbeiträge, gegebenenfalls natürlich auch auf seine Erwerbsminderungsrente. Und nicht nur das, er läßt sich sogar freiwillig in ein 25 Quadratmeter großes Wohnklo umsiedeln, sofern er zu den Auserwählten gehört, denen ein solcher Luxus überhaupt in Aussicht gestellt wird. Alle anderen finanzieren die überschüssigen Quadratmeter selbstverständlich aus eigener Tasche, auch wenn ihnen diese gerade von einem staatlich subventionierten Handtaschenräuber entrissen wurde –  wen kümmert das schon, es bleiben ja immer noch ein paar Rippen, aus denen ganz sicher noch was rauszuschneiden ist.

Wer noch jung und bei Kräften ist und meint, er könne sich erlauben, trotz seines Niedriglohns Kinder in die Welt zu setzen, wird freilich einsehen, dass gerade für ihn und seine Brut kein Elterngeld zur Verfügung steht, denn es ist schließlich ein Naturgesetz, dass nur dem, der auch hat, gegeben werden kann. Auch wer das Glück hat,  mit seinem Einkommen noch ein paar Euro über dem Existenzminimum zu liegen, weiss mitlerweile, dass er nur durch eine drastische Wohngeldkürzung Anspruch auf Hartz IV – und somit auch auf eines dieser 25 m² Luxus-Wohnklos hat und wird die Kürzung folglich mit großer Dankbarkeit begrüßen.

Wer krank ist, sollte sich so lange wie möglich schonen und Arztbesuche zumindest so lange hinauszögern, bis er so geschwächt ist, dass er diesen nicht mehr selbstständig aufsuchen kann. Würden nämlich alle Patienten so verantwortungsbewusst handeln, könnten sich die Hausärzte endlich ihre teuren Praxen sparen und ihre Dienste einfach mobilisieren. Und auch wenn die Ärzte dann bei ihren Hausbesuchen oftmals nicht mehr tun könnten, als den Totenschein auszustellen, so würden dann doch immerhin die Kassen ganz erheblich entlastet, was sich leztlich nur positiv auf die Versicherungsbeiträge auswirken würde.

Freuen wir uns also, der Sozialstaat hat endlich feddich und der Weg in die grenzenlose Freiheit kann ungehindert gepflastert werden – gepflastert durch unsere Eigenverantwortung und Solidarität mit den Mächtigen dieser Welt. Unsere Devise ist des Schmiedes Glück – spekulieren wir damit und säen es aus, auf dem fruchtbaren Ackerland der freien Märkte!

flatteur!

unser kl. flatteur geht heute  an das Welt-Wohnklo-Musikprojekt von Wilfried Schmickler

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6 Antworten zu “Gevatter Ackermann und die geplünderte Republik

  1. Sehr schön beschrieben, danke. Jaaa, Freiheit!

  2. Ein Ackermann ist es nicht wert, dass wir ihn noch beachten.
    Er ist einer dieser erbärmlichen Menschen, die den Bezug zum Leben verloren haben.
    Das wird uns zwar auch nicht weiter helfen, da es ihm nur eine sattes Grinsen abverlangen würde …
    Allerdings muß er auch mit der Tatsache leben, dass ich ihn verachte.
    Und dies schmerzt schon, im Hinblick darauf, dass er auch vergänglich ist.
    Und gerade diese Vergänglichkeit müsste ihm sowie seines Gleichen ein paar grundlegende Fragen in den Vordergrund stellen.
    Wer bin ich?

    • Um Ackermann als Person soll es hier auch nicht gehen, sondern vielmehr darum, wie die Politik nach „seiner“ Pfeife tanzt und uns hier alle nach und nach, zu Gunsten der Banken, Spekulanten und Großkonzerne in den Ruin treibt.

  3. Selke Martina ⋅

    „Hr.“ Ackermann ist ein grinsender,seiner Macht wohl bewußter Banker.Einer ,der den Politikern auf den Füßen steht, sie nicht handeln läßt,weil sie miteinander in Lobbyismus verbunden sind.Alles klar?Sachlichkeit bleibt bei mir bei solchen Leuten ( ich kann nicht Menschen schreiben ) auf der Strecke.Leider!Politik hat versagt. Setzen 6- Freßt eurer Geld,wenn alles kaputt ist.

    • Ackermann ist doch nur ein Name und eine austauschbare Figur. Und die Politik könnte sehr wohl handeln, wenn der Wille da wäre. Auch die vielen kl. Rädchen, die das System der globalen Ausbeutung vorantreiben, könnten, wenn sie wollten, von heute auf morgen einfach stillstehen und einen Richtungswechsel erzwingen. Sie tun es aber nicht, zumindest noch nicht und diejenigen, die unter diesen Rädern liegen, halten bislang auch noch still. Wie lange das noch so weiter geht, wird sich zeigen.

  4. hab die quadratmeterzahl eben korrigiert. nicht 28, nein 25 m im quadrat sollen die harzt Iv-Käfige messen. wer dieses maß nicht einhält, soll auch kein futter mehr kriegen.

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