Noch ein paar Nachgedanken zur AIDS-Thematik

Bezüglich der AIDS (Leugner) Debatte, kamen mir heute noch ein paar Gedanken. Ich werde den Verdacht nicht los,  dass immer gerade dann, wenn die Forschung wieder einen entscheidenden Schritt nach vorne geht, also wenn es bspw. qualitative Verbesserungen in der Medikation gibt oder Fortschritte in der Impfstoffentwickling, bzw. überhaupt irgendwelchen neuen Erkenntnisse, dass dann zugleich auch die „Gegendarsteller“, die ja allesamt vornehmlich Impfkritiker sind, auf der Matte stehen.

Debatte oder Irreführung?

Klar stellen möchte ich vorweg nochmals ausdrücklich, dass es nicht darum geht, nur eine Deutungsweise gelten zu lassen. Das eigentliche Problem in dieser Debatte ist nämlich, dass es eigentlich gar keine Grundlage gibt, auf der sie ausgetragen wird:  Beim Studieren der diversen Forschungsberichte fällt einem nämlich mitunter direkt ins Auge, wie die „Antithesen“ doch auch immer wieder modifiziert und entsprechend des aktuellen Foruschungsstandes auf Linie gebracht werden (mal gibt es gar kein Virus, sondern nur Falschdiagnosen, dann wieder machen die giftigen Medikamente krank und  wenn das offensichtlich keiner mehr glaubt, ist das Virus, wenn schon eins,  dann aber ein an sich völlig harmloses etc…) Zwar scheinen die wenigsten in diesem AIDS-Verschwörungsclub den jeweils neusten Stand der Wissenschaft tatsächlich auch zu kennen, bzw. zu verstehen, aus ihm fischen, tun sie aber dennoch. So werden dann Teilaspekte gerne mal aus dem ensprechenden Kontext herausgegrabscht, Textpassagen mitunter völlig falsch übersetzt oder zitiert, das Wichtigste auslgeassen,  dafür aber dann mit der eigenen Theorie angereichert, ordentlich durchgemixt, gut verquirlt und geschüttelt und schließlich als hochprozentiger Wissenschafts-Drink dem unbedarften Publikum serviert.

Resultat: keiner weiss eigentlich mehr was wirklich Sache ist. Denn  wenn ich eine Sachlage oder These widerlegen u. eine Gegenthese aufstellen will, dann muss ich mich auch korrekt auf diese Sachlage oder These beziehen. Wo dies nicht der Fall ist, kann auch von keinem Diskurs gesprochen werden und das ganze wird zu einer Farce.

Wie kann nun eigentlich noch jemand unterscheiden, was wahr ist und was nicht?

Verantwortlichkeit

Ich denke also, als erstes sollte man sich vor allem auf das konzentrieren, um was es tatsächlich geht. Hier geht es um AIDS. Von daher sollte es wohl eine Selbstverständlichkeit sein, dass das Leben und Wohl der aidskranken Menschen oberste Priorität hat und nicht die eigene Ideologie oder irgendwelche Profitinteressen.

Wenn es nunmal Fakt ist, dass es mittlerweile immer besser verträgliche antiretrovirale Medikamente auf dem Markt gibt, die zudem noch als Generika günstig hergestellt u. vertrieben werden können, das Leben unzähliger Erkrankten durch die Einnahme dieser Präparate nachweislich(!) verlängert und die Lebensqualität verbessert wird, dann spricht das doch wirklich für sich selbst.

Wie kann sich, angesichts dieser überprüfbaren Tatsachen, heute noch  jemand hinstellen und sich gegen die Vergabe dieser Präperate aussprechen, sie verhindern u. anderen Menschen vorenthalten, noch dazu wenn er oder sie Arzt ist?!

Eine solche Entscheidung kann ich doch nur für mich persönlich treffen. Also, ich allein kann für mich entscheiden, ob ich mit oder ohne Medikation leben bzw. gegebenenfalls sterben will.

Natürlich gibt es auch einige Menschen, die HIV-positiv sind, keine antiretroviralen Medikamente einnehmen und die dennoch nicht an AIDS erkranken. In der AIDS-Forschung werden diese Menschen als  „Elite Controller“ bezeichnet:

Schon bald, nachdem dieses Phänomen erstmals beschrieben wurde, widmeten sich Forscher weltweit der Frage nach dem ‘warum’. Was befähigt einige Menschen, nahezu normal mit HIV zu leben? Inzwischen werden internationale Forschungsanstrengungen von einer eigenen Organisation koordiniert, dem ‘HIV Elite Controllers Consortium‘.

Die Forscher gehen vielen Spuren, Konzepten nach. Liegt es am infizierenden Virus, vielleicht einem besonders ’schwachen HIV-Stamm? Oder eher an Faktoren des Menschen, der infiziert wurde? Weist sein Immunsystem besondere Eigenschaften, Fähigkeiten auf? Gibt es genetische Besonderheiten?

Auch wenn keiner sich ’sein Virus ‘aussuchen’ kann, und erst Recht nicht sein Immunsystem – die Forscher hoffen, Antworten auf das ‘warum’ zu finden. Antworten, die sich irgendwann in Zukunft vielleicht in konkreten Nutzen umsetzen lassen. Wenn Ursachen gefunden wären, stünde als erstes die Frage an, wie diese ’schützenden Besonderheiten’ anderen zugänglich, nutzbar gemacht werden könnten. Lassen sich hieraus neue Ansätze für die HIV-Impfstoff-Forschung gewinnen, vielleicht auch in Richtung therapeutischer Impfung? Lassen sich ‘normale’ Positive in ‘HIV Elite Controller’ verwandeln?

Viele Frage beschäftigen die Forscher, und bisher gab es viele Spekulationen jedoch kaum Antworten.

Eine allerdings schon: selbst die ‘HIV-Elite-Controller’ sind vermutlich nicht „the lucky few“, die wenigen Glücklichen. Neuere Studien ergeben, dass auch bei ihnen ein hohes Maß an Aktivierung des Immunsystems gezeigt werden kann. Einer Aktivierung, die von HIV verursacht ist, einer Aktivierung, die das Immunsystem schwächt. Einer Immunaktivierung, die bei HIV-Positiven mit erfolgreicher Medikamenten-Therapie deutlich geringer ist.

Was das Ziel ist? Einer der Forscher, die sich seit langem mit ‘HIV-Elite Controllern’ beschäftigt, der Londoner Prof. Frances Gotch, erklärt es einfach „Unser Ziel ist, dass chronisch mit HIV Infizierte eher wie ‘HIV Elite Controller’ leben. Unsere Hoffnung ist, dass wir in Zukunft in die Lage kommen, die antiretrovirale Therapie deswegen absetzen zu können.“

Merke: Das Ziel ist, antiretrovirale Medikationen eines Tages durch bessere Therapien ersetzten zu können und nicht die Menschen für dumm zu verkaufen!  Ich nehme mal an,  kaum jemand hier, der diesen Bericht gerade gelesen hat, würde nun auf die Idee kommen, sich mit einer Kiste im Hyde-Park zu platzieren und zu verkünden:

„Schaut her, hier gibt es  Menschen, die sind  HIV-positiv und die kriegen trotzdem kein AIDS! Noch dazu wo es doch gar kein HI-Virus gibt! Hähä, ätsch bätsch,  ihr Loser da draußen,  strengt euch mal an, hört endlich auf, diese Pillen zu fressen, sondern lebt einfach gesünder, raucht weniger, treibts nicht mit allem und jedem, schon gar nicht mit Kondomen, esst mehr Äpfel und werdet endlich Kaltduscher!“

Genau das ist aber leider in etwa das Niveau und der O-Ton, zumindest einiger derer,  die in Wien zu diesem „Alternativ-AIDS-Kongress“ laden. Und so reden sie noch heute, wohlwissend, dass in Südafrika, zu Zeiten Mbekis Präsidentschaft, die Menschen starben wie die Fliegen, weil der Mann auf diesen Quatsch gehört und HIV-positiven, bzw. AIDS-Kranken die lebensverlängernden und -rettenden Medikamente vorenthalten hatte.

Impfen

Wäre es nicht ein Grund zur Freude, wenn ein Impfstoff gegen AIDS etnwickelt wird? Was spricht überhaupt gegen das Impfen und warum gibt es soviele Impfgegener?

Natürlich kommt es immer auf die Wirkstoffe, deren Verträglichkeit und die Risiken an, die ein Impfstoff in sich birgt und die erst umfassend abgeklärt werden müssen.  Auch grausame Tierversuche wären ein guter Grund, sich gegen das Impfen auszusprechen. Glücklicherweise lassen die sich mittlerweile immer weniger legitimieren, siehe >>> Impfstoffforschung ohne Tierversuche – Amerikanische Forscher entwickeln künstliches Immunsystem

Ich persönlich bin ja zugegebenermaßen selbst nicht sehr impf-freundlich, soll heißen, ich impfe nur dann, wenn ich es auch unbedingt für erforderlich halte. Das tue ich bei Grippe, Masern und dergleichen bspw. bislang nicht, auch wenn einige unter den Schulmedizinern das für unverwantwortlich halten. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Kinderkrankheiten an sich gut durchlebt werden können, zumindest dann, wenn keine weiteren Infekte dazu kommen. Da kann man sicherlich drüber streiten, aber hier plädiere für unbedingte Selbstbestimmung.  Weder will ich meine eigene Meinung irgendjemandem aufzwingen, noch möchte ich mir eine andere Meinung selbst aufzwingen lassen. Zwangssimpfungen lehne also entschieden ab.

Mich aber generell und total gegen das Impfen auszusprechen, würde mir nicht einfallen, schon gar nich in Anbetracht dessen, wieviel tödliche Krankheiten schon durch Impfungen eingedämmt, bzw. ganz überwunden werden konnten (auch wenn es auf der anderen Seite leider auch zahlreiche Impfs-geschädigte geben dürfte) Und wenn nun bspw. eine therapeutische HIV-Impfung enwickelt werden würde, die das Ausbrechen der Krankheit AIDS wirksam verhindert, was bitte sollte ich dagegen einzuwenden haben?!

Um also entscheiden zu können, was für uns richtig ist, brauchen wir Aufklärung, Verantwortlichkeit und Selbstbestimmung.

Abschließend sei noch drauf hingewiesen, dass es immer empfehlenswert ist, auch die ensprechenden Originalveröffentlichungen und -Berichte zu lesen, auf die die jeweiligen Kritiker oder Journalisten vorgeben, sich zu beziehen. Allein da gibt es mitunter schon ganz enorme Abweichungen, so dass, wie oben schon erwähnt, die Grundlage für einen ernsthaften Diskurs allzuoft erst gar nicht gegeben ist.

flatteur!

Geflatteurt wird heute ins Nature Magazin, wo das Thema AIDS aktuell sehr ausführlich und online abrufbar behandelt wird. Dank an Antiferengi, der mir den link geschickt hat.

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Top Secret America

Ergänzend zum letzten Post, hier noch der Trailer zu einer 1-stündigen Dokumentation von PBS Frontline, die im Oktober aufgeführt und in welcher die Enthüllungsreportage der beiden Journalisten Dana Priest und Bill Arkin,  dargestellt wird.

Rent a Spy – Über das Outsourcing der US-Geheimdienste

So, nun saß ich gestern die halbe Nacht an meinem Rechner und habe schließlich den Trojaner doch noch und im Alleinkampf, also ganz ohne die Hilfe des BDK besiegt. Also denn, weiter im Text…

Auf Democracy Now! geht es heute um um eine investigative Reportage der „Washington Post“, die über das massive, unhandhabbare „Outsourcing“ der US-Geheimdienste aufklärt: Die „Top-Secret-Welt“, die die US-Regierung als Antwort auf die (weder vom Geheimdienst verhinderten, noch bislang aufgeklärten) Terroranschläge des 11. Septembers 2001 kreiert hat, hat sich mittlerweile derart vergrößert, ausgeweitet und verschlossen,  dass keiner mehr den Überblick hat, wieviel Geld der ganze Spaß eigentlich verschluckt, viele Menschen dort beschäftigt sind, wieviele Programme es innerhalb dieser (Unter)Welt gibt und vieviele verschiedene Dienste im Einsatz sind. Die Reportage deckt auf, dass ca. 854.000 Mitarbeiter, über 1200 Regierungsorganisationen und annähernd 2000 Privatfirmen in“geheimer Mission“ und an 10.000 Standorten im Zeichen der „Homeland Securitiy und „Terrorbekämpfung“ unterwegs sind.

zur Sendung (Interview mit William Arikin von der Washington Post)

Trotz aller Anerkennung für diesen Enthüllungsreport der „Washington Post“, wundert sich der  investigative Journalist und Autor (Spies for Hire: The Secret World of Intelligence Outsourcing.) Tim Shorrock, warum die Journalisten 7 Jahre für diese Reportage gebraucht haben. (Anmerkung: Die Journalisten recherchierten 2 Jahre lang für ihre story, also von 2008 bis heute. Die 7 Jahre beziehen sich auf 9/11 und den Beginn des Outsourcing der Nachrichtendienste im Zeichen des „Homeland Securitiy Acts“)

„Jeder in Washington, der mit geheimdienstlicher Arbeit oder der Inneren Sicherheit betraut ist, weiss dass der US-Geheimdienst mittlerweile in einem schier unvorstellbaren Ausmaß privatisiert wurde“

http://www.democracynow.org/2010/7/19/tim_shorrock_asks_why_it_took

flatteur!

Wer noch mehr über Schlapphüte erfahren will, darf heute zu Gaby Weber flatteuren.

Der Trojaner Notdienst des BDK- eine geniale Sache!

Vor ein paar Tagen hatte ich so einen fiesen Trojaner an Bord meines konfusen Rechners. Weil ich nicht wusste, was ich mit ihm anstellen soll, also nachdem ich ihn in Quarantäne gesetzt hatte, schrieb ich eine mail an den BDK (Bund Deutscher Kriminalbeamter) und stellte dort einen Antrag auf Soforthilfe.

Die kam dann auch prompt. Denn als ich heute morgen meinen Rechner anstellte, drang plötztlich eine seltsame Geräuschkulisse aus meinem Lautsprecher: Es raschelte und knisterte, klickte, tippte und summte wie in einem Großraumbüro. Ich fragte auch gleich: „Hallo, ist da der Notdienst des BDK?“ Worauf es dann schlagartig ganz still wurde. Als ich dann nach dem Trojaner suchte, konnte ich ihn nicht mehr finden und alles hier funzt wieder wie geschmiert.

Gr0ßartig. Die Polizei, mein Freund und Helfer!

[update: Mist, zu früh gefreut. Der Trojaner ist leider wieder da. Also liebe Freunde vom BDK, da müsst ihr noch was üben! Ich bediene derweil selbst den Resetknopf und sage erstma tschü…

…hope to  c u again out there!]

Ps. somegreybloke machte kürzlich erstmals die Erfahrung mit der neu eingerichteten „Reset-Funktion“, durch die uns nun im Notfall sogar das Kanzleramt „persönlich“ vor noch größerem Unheil zu schützen vermag.

flatteur!

Unser flatteur geht heute an Volker „Kloß“ Strübing, bei dem ich somegreybloke kennengelernt habe.

Warum das Wohngeld gekürzt werden soll

Hatte ich mich hier noch gefragt, was eigentlich bei der geplanten Wohngeldkürzung gespart werden soll,  wenn dadurch die Geringverdiener zwangsläufig nach Hartz IV abrutschen, so wird das ganze Bild jetzt klar: Geringverdienern,  die mit Hartz IV aufstocken müssen, wird auch das Elterngeld gestrichen (während die  vor ihrer Schwangerschaft nicht berufsttätige Millionärsgattin den Sockelbetrag von 300, € weiterhin ausgezahlt bekommt!) :

Kein Elterngeld für Mini-Jobber
Die Pläne der schwarz-gelben Regierung, das Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger zu streichen, gehen weiter als bislang bekannt. Mit einem geringeren staatlichen Zuschuss müssen auch Mini-Jobber und Paare rechnen, die den sogenannten Kinderzuschlag erhalten. Dies geht aus dem Referentenentwurf des Bundesfamilienministeriums hervor, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Wer wegen seines geringen Verdienstes zusätzlich vom Staat Hartz-IV-Leistungen erhält und so sein Einkommen aufstockt, wird genauso wie alle Hartz-IV-Bezieher bis zu 300 Euro weniger Elterngeld bekommen.
Die Bundesregierung hatte in ihrem Sparpaket von Anfang an vorgesehen, gut ein Drittel des Sparvolumens von mehr als 13 Milliarden Euro im Jahr 2011 bei den Sozialleistungen hereinzuholen. Die Kürzungen beim Elterngeld belaufen sich auf 600 Millionen Euro. Aus dem Referentenentwurf von Familienministerin Kristina Schröder (CDU) geht nun hervor, dass die schwarz-gelbe Koalition den Beziehern höherer Einkommen deutlich weniger zumutet als den ärmsten Eltern.
So will die Bundesregierung etwa 155 Millionen Euro durch ein niedrigeres Elterngeld bei Nettoeinkommen von mehr als 1240 Euro im Monat sparen. Fast dreimal so groß sind die Kürzungen bei den ärmeren Familien, sie summieren sich auf 440 Millionen Euro.
Quelle: SZ

via nachdenkseiten

Mehr dazu beim Öffinger Freidenker.

Nachtrag: Noch eine Leseempfehulung zum neuen „Projekt Bürgerarbeit“:Mit Fördern, Fordern und Zwang in den Niedriglohnjob von Twister

flatteur!

wir flatteuren heute für das Zukunftsrojekt Zeltstädte (nach amerikanischemVorbild)