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Die aktuelle Pressemeldung der IPPNW

pinne ich hier u. heute mal als Wegweiser an mein mit yakbutterlichtern illuminiertes Zeltfenster zum Hof:

IPPNW-Pressemitteilung vom 28.3.2011

Energiewende als Friedenspolitik – Für eine kriegspräventive dezentrale Energiewirtschaft

Konsequenzen nach der „Abstimmung über Atomkraft“

28.03.2011Nach der gestrigen „Abstimmung über Atomkraft“ steht bei allen Parteien die Energiepolitik grundsätzlich auf dem Prüfstand. Die atomkritische ärztliche Friedensorganisation IPPNW appelliert an die politischen Parteien, im Zuge eines umfassenden Atomausstiegs „die Energiewende in einer gesellschaftlich tatsächlich nutzbringenden Weise zu vollziehen“. Die Organisation votiert für die konsequente Umsetzung einer „ökologisch nachhaltigen und kriegs-präventiven dezentralen Energiewirtschaft“.

Aus ökologischen, friedenspolitischen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen sollte die Energieversorgung schnellstmöglich und weitgehend auf heimische erneuerbare Energien „in Bürgerhand“ umgestellt werden. Die Abhängigkeit von Energieimporten und von konzerneigenen Großkraftwerksstrukturen sollte aus den folgenden Gründen minimiert werden:

1. Die IPPNW tritt ein für eine kriegs-präventive dezentrale Energiewirtschaft. Durch die Nutzung heimischer erneuerbarer Energien werden Energieimporte praktisch überflüssig. Länder, die auf Energieautonomie setzen, werden sich in Zukunft wohl nicht mehr an Energie-Kriegen beteiligen. Eine dezentrale Energiewirtschaft ist daher ein ganz entscheidender Schlüssel für die Überwindung neokolonialer Strukturen und für die Verhütung von Kriegen.

2. Die propagierte „Energie-Außenpolitik“ mit dem Bezug von Energie in großem Stil aus entfernten Weltregionen gefährdet den Frieden, ohne die Energieprobleme zu lösen. Die Realität der Großimporte von Öl und Gas zeigt, dass die Erschließung und Absicherung von konzerneigenen Produktionsstätten und Transportwegen (Pipelines, Schifffahrtswege) zu Militarisierung und Kriegen führt, nicht aber zu einer stabilen Energieversorgung. Ebenso wäre eine sensible Infrastruktur mit solarthermischen Großkraftwerken und wenigen Stromtrassen nach Europa in Verbindung mit zahlreichen staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren ein ständiger Quell von Konflikten – mit der Gefahr von Terroranschlägen und bewaffneten Auseinandersetzungen.

3. Eine dezentrale Energiewirtschaft „in Bürgerhand“ stärkt die wirtschaftliche Potenz von Bürgern und Kommunen, fördert die Demokratie, sorgt für mehr Verteilungsgerechtigkeit, reduziert die Gefahr der Energie-Armut, fördert regionale Wirtschaftskreisläufe, sorgt für Arbeitsplätze in der Region und fördert somit indirekt die Gesundheit der Menschen. Die atomkritische Friedensorganisation IPPNW fordert daher die Realisierung der erwiesenermaßen möglichen 100%-igen regenerativen Energieerzeugung „in Bürgerhand“ durch die intensivierte Fortführung des bereits höchst erfolgreichen Ausbaus dieser Energieformen. Das für Nordafrika geplante DESERTEC-Projekt macht deshalb auch allenfalls als regionale Versorgung einen Sinn, aber nicht als „Wüstenstrom-Import“ nach Europa.

4. Eines der wichtigsten Prinzipien zukunftsfähigen Wirtschaftens ist die Begrenzung des Wachstums in einer begrenzten Welt. Stromerzeugungs-Großanlagen halten hingegen den Glauben an die Unbegrenztheit der Wachstumsmöglichkeiten aufrecht und behindern die Entwicklung einer Kultur der Ressourcen-Einsparung mit einer Post-Wachstumsökonomie.

Da die Erreichung dieser Ziele insbesondere zusammen mit systematischer Energie-Einsparung sehr viel schneller möglich ist, als von der Atom- und Öl-Lobby behauptet, fordert die IPPNW zugleich die Rücknahme der hoch-gefährlichen Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie.

Das Papier „Energiewende als Friedenspolitik – Für eine kriegspräventive dezentrale Energiewirtschaft“ hat die IPPNW-Mitgliederversammlung  am 12.3.2011 in Frankfurt am Main beschlossen..

Kontakt: Henrik Paulitz (Energieexperte), Tel. 0032-485-866 129. Angelika Wilmen (Presse), Tel. 030-69 80 47-15.
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: ippnw[at]ippnw.de

siehe auch :

Atompolitik und Strahlenschutz

Ein WOZ-Dossier zur Atompolitik – Texte über alte und geplante Atommeiler, über die Folgeschäden der Strahlung und die Endlagersuche.

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2 Antworten zu “Die aktuelle Pressemeldung der IPPNW

  1. thom ⋅

    So löblich der Grundtenor auch klingen mag, so frag ich mich doch immer wieder, mit welchem Klammerbeutel die Menschen so gepudert wurden.
    ->Durch die Nutzung heimischer erneuerbarer Energien werden Energieimporte praktisch überflüssig…
    Hat jemand der beteiligten mal ermittelt, wieviel Energie hier verbraucht wird ? Auch Heizen und Fortbewegung gehört zum Energieverbrauch und die Fläche dieses Ländles ist limitiert. Es scheint mir arg Blauäugig, mittels jetziger erneuerbarer Energiequellen (und dem aktuellen Stand der Technik) beim momentanen Energieverbrauch mehr als 30% stetig daraus decken zu wollen. Kernenergie ist zweifelsohne keine Lösung. Ein Blick über den Tellerrand währe hier aber empfohlen. Was mir bei all diesem Blah fehlt, ist eine Gesamtbetrachtung des Ressourcenaufwandes, eagl welcher Gattung die Protagonisten angehören inklusive der daraus resultierenden Folgen ohne Lobbygedöhns.

  2. Tellerrand? Hinter meinem Teller ist der Tisch. Tischrand? Hinter meinem Tisch ist die Küche. Küchenrand? Hinter meiner Küche …….. Eigentlich ist alles, Teller, – wie Tisch, Küche, – Bestandteil meiner Wohnung. Simple, – einfache Logik. Wesentlich einfacher, als der ständige Hinweis, dass irgendjemand immer über den Tellerrand hinausschauen soll. Während, die einzigen, die den Daumen drauf haben, was die nötigen Informationen sein könnten um dies zu tun, – immer die gleichen sind. Nehmt den immer gleichen den Daumen, dann stirbt auch die Klugscheisserei.

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