Benztown, 6. Mai 1984

Endlich Ruhe!

Während ich heute den ganzen Tag das Haus hüten musste u. den Frühling nur durchs offene Fenster begrüßen konnte, brummten da anstelle von fröhlichen Hummeln, unaufhörlich Hubschrauber durch die Lüfte. Von morgens bis abends ohne Unterlass! Ich krieg das Geräusch kaum noch aus den Ohren! What the hell is hier los?

google konnte mir auch keine Auskunft darüber erteilen, das einzige was die auspuckten war ein Groß-Hubschraubereinsatz im Kaiserstuhl gegen Maikäfer, der allerdings schon im April gestartet wurde.

Wenn das morgen wieder losgeht, reiche ich einen persönlichen Beschwerdebrief im Ministerium für Liebe ein!

und jetzt gute n8!

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Liebe Kitty

Wie du weisst, gehe ich derzeit auf dem Zahnfleisch spazieren. Mein Nervenkostüm scheint mir irgendwie nicht mehr so richtig zu passen, nicht dass ich zugenommen hätte, beileibe nicht. Das Untergewicht hält sich konstant. Evtl. sollte ich darüber nachdenken, eine Mastkur an der See mit anschließender Kreuzfahrt über den Nil zu buchen. Allerdings wissen wir beide sehr genau, dass es dazu nicht kommen wird. Dem militärisch-industriellen Komplex ist einfach nicht zu trauen. Weder am Nil noch anderswo. Schau dir an was sie in Libyen veranstalten. Und das alles nur um ihre Aktienkurse vor dem sicheren Verfall noch mal eben in die Höhe zu jagen, ein wenig Viagra und dann wirds ihnen schon nochmal kommen.

An einen gemütlichen Kibbutzaufenthalt zur Resozialisierung meines Eigenbrötlertums und zur Stärkung der Abwehrkräfte ist derzeit auch nicht zu denken,  unser gemeinsamer Freund Rolf Verleger hat ja schon dargestellt warum.

Was nun die Schwabenmetropole betrifft, so wird dort zwar unaufhaltsam gegen dieses Irrsinsloch im Untergrund geschaufelt, doch wenn es um diesen o.g. Komplex geht, verkriechen sich alle wieder in ihre eigenen Löcher. Außer ein paar roten Fahnenschwenkern, die den Leuen Angst u. Schrecken einjagen – war keiner zu sehen. Kein Wunder, wenn außer dem Wort „Imperialismus,“ das im Gegensatz zu dem erhofften Groschen, gefühlte 200 mal fiel, weiter nicht viel zu hören war. Und solange das Blut im Trinkwasser, das hier so üppig aus den Hahnen quillt, nicht gesehen wird, das Wasser dafür aber den Durscht löscht, scheint ja doch noch alles in bester Ordnung zu sein.

Naja immerhin ein paar bebrillte händymänner machten Fotos, ich lächelte und winkte ihnen freundlich posend zu. Man kann ja nie wissen, ob sie nicht auf dem Tisch irgendeines Headhunters landen und der Entdeckung meines angeknaxten Talents doch noch einmal dienlich sein könnten.  Meiner durchkreuzten Hollywood-Karriere am Konstanzer Theater will ich jedenfalls nicht länger nachtrauern. Schon gar nicht kurz vor Karfreitag. Da gilt es sich auf die Wiederauferstehung zu konzentrieren. Und ich will hier auch niemanden anklagen, nein Kitty, das steht mir nicht zu. Ich hätte ja die Möglichkeit gehabt, das Mikro in die Hand zu nehmen und mein Anliegen mit dessen Hilfe akustisch zu verstärken. Es wurde mir schließlich gereicht. Und ich  konnte es nicht annehmen, weil dieses verdammte Nervenkostüm auseinanderzufallen drohte.

Der einzigen, der ich heute also einen Vorwurf machten könnte, bin ich, Kitty.

Bis bald

Just me.

PS. Solange sich die Menschen noch nicht mal darüber wundern, dass eine „No Fly Zone“ als Lenkflugautobahn für durchgeknallte Bombenraser herhalten darf, solange wundere ich mich auch nicht darüber, dass es Menschen gibt, die glauben den Chinesischen Machthabern ginge es um Aufklärung, Menschenrechte und Humanismus.

Kreuzgzüglerische Ostermythen im SPIEGEL des Weltvernichtungswahn

Nachdem wir also jahrzehntelang diesen Lametta Dikatator mit unseren „hochintelligenten Waffen“ aufgerüstet haben, geht uns jetzt also die Puste aus (?!)  dabei, diese unsere hochintelligenten Waffen, mittels noch intelligenteren, wieder in Asche und Staub zurück zu verwandeln.

Also auf auf ihr Waffenbrüder, schmeißt diese Europatussi endlich von ihrem Stier und setzt den gepanzerten Kreuzritter drauf! Wenn ihr die Amis im Waxtum überholen wollt, müsst ihr euch ranhalten. Nicht kleckern, sondern klotzen, so die Devise, der Klimawandel muss warten, weil  gespart werden,  muss an der richtigen Stelle – bei den ärmsten der Armen natürlich, denn diese da und die da , haben uns ja schließlich auch nix zu bieten, genausowenig wie diese hier. Und jene dort am allerwenigsten.

Mein Freund, der Palästinenser

sucht den Bremser…

Der Palästina Express, von Anis Hamadeh

Ps. Es sei hier auch noch auf Hubert Bergmanns Schreiben an ein Mitglied des Deutschen Bundestages, Arbeitsgruppe Menschenrechte hingewiesen, und auf die kurze filmische Skizze, in der er die Eindrücke seiner Reise in die besetzte „West Bank“ verarbeitet hat.

http://vimeo.com/13000508

Erleuchtung garantiert?

Sodele, der Mappus ist erstmal wech vom Blech.

Inpuncto „Different Saddam same shit“ werden wir erschtamol gucke was da komme…

Ich hätte ja wenigstens DIE LINKE in den Landtach jewählt, wenn ich nicht versäumt hätte, Briefwahl zu beantragen, bevor ich dann meinen Wahlberechtigungsschein auf dem Fluchtweg aus dem Hartz IV Knast verloren habe u. mich an diesem so „sagenhaft zeitenwendlerischen Tage“ meilenweit entfernt des zuständigen Wahllokals, dem Aufbau meines neuen temporären Standorts widmete… Und hätte ich persönlich mit meiner Stimme DIE LINKE dann in den Landtag gwählt, hätte ich uns u. der Welt dadurch vermutlich den Mappus in einer schwachz-roten Groko(tz)-orgie erhalten.

Also, qué será será…wollen wir mal sehen, ob  nun der Geißlerwolf mit dem grün-roten Häubelein, die zornigen Geißlein gegen sich aufbringt…

So oder so, als ich gestern auf einer großen unbebauten Wiese mit Blick über die Stadt, dieses nagelneu errichtete ca. 3 m² große Käfig gesichtet hatte, in welchem irgendwelche schwäbischen Ordnungshüter ihr freifliegendes Laub geschichtet haben, wusste ich, dass auch u. gerade hier die Erleuchtung eben nicht garantiert ist.

Blicken wir also erstmal wieder ein wenig über den Tellerrand hinaus, in die revoltierende Welt: