Das Ende der Geduld

To whom it may concern – habe heute 2 neue Filmbeiträge in unser Blogkino eingespeist:

>>>Fuck Patience>>>(zum kino hierlang!)

und hier noch ein schönes Lied für Menschen mit Herz:

http://www.myspace.com/euphrates

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Draußen regnet's und innen grummelt's

Ja, hab heute so nen richtigen Grummeltag und versuche gerade herauszuspüren was da eigentlich los ist. Also was da tatsächlich so dermaßen grummelt, in meinem Bauch.

Weil ich nicht so ganz ran kommen, surfe ich zwischendrin so durch die Blogs – und finde einen linktip auf feynsinn: http://dierotenschuhe.blogspot.com/ – gefällt mir sehr gut, werde ich auch gleich ins blogröllchen hängen und öfters mal drin stöbern.

Zurück zum Grummeligen – die „roten Schuhe“ haben mich direkt weitergeleitet, auf einen anderen Blogbeitrag, indem es um „Entfremdung“ geht: Und ja – ganau da ist es, mein Grummeln.  Auch ich fremdle – immer noch und täglich mehr.

Gestern noch dachte ich, mann, jetzt muss ich aber doch mal wieder meine Freundin besuchen, ich hab sie jetzt schon 3 mal hintereinander vesetzt. So geht das doch nicht! Und siehe da – es klingelt und die Freundin steht vor der Tür. Kommt auf einen Sprung vor ihrem Fitnesstermin vorbei und bringt mir eine Gabe gesammelter Warengutscheine für Alnatura mit! Ich staune. Grade hatte ich die letzten Kröten verjubelt und dann das. Ich gebe offen zu, dass Alnatura zwar mittlerweile bei mir auf der blacklist steht – nicht nur weil es mir da zu teuer ist, nein vor allem auch wegen der Palmölgeschichte etc…- und dass ich, wenn schon Bio, dann am liebsten bei dem kleinen Lädchen hier in meinem „Kiez“ einkaufe – da gibts nämlich auch stinknormales, reinheitsgebotenes Bier und Indianerzigaretten – aber gut, in der Not werde ich natürlich auch das eine oder andere, palmölfreie, lokale Produkt bei Alnatura finden. So bin ich immerhin nicht auf die Warengutscheine der Argen angewiesen. Ich bedanke mich also herzlich.

Ok, meine Freundin freut sich und kann auch meine Kritik an Alnatura nachvollziehen. Sie freut sich außerdem darüber,  dass aktuell keiner in meiner family krank ist und dass mein jüngster nun einen neuen Kindergartenplatz hat, mit Option auf Ganztagsbetreuung – sobald ich wieder erwerbstätig bin.Und da hat sie auch gleich einen Tipp: Aldi! Da verdiene man noch wirklich gut und hätte zudem Aufstiegschanchen – wäre doch allemal besser als arm und immer wieder krank zu sein.

Ich stanue noch mehr. Aldi? Meine Freundin schenkt mir Warengutscheine für Alnatura und will mich obendrein noch an Aldi verhökern?

Oh Dear. Ein Bier hab ich noch im Kühlschrank – meine Freundin lehnt dankend ab, sie mus ja noch zum Fitness. Ich stelle ihr also ein Glas Wasser hin, schenke mir selbst das Bier ein, sage cheers und wünsche noch frohes Fitsein.

Wir verabschieden uns und vereinbaren ein baldiges Wiedersehen.

Ich hock mich wieder an meinen laptop, habe dort ja gerade „Miss Revolution“ entdeckt. Diese Miss erinnert mich sehr an mich selbst, als ich in ihrem Alter war. Und da komme ich wieder genau zum Thema – Entfremdung.

Als ich 16 war, wollte ich eigentlich auf eine Zirkusschule gehen. Aber es kam ganz anders – ich wurde nämlich entführt – in die Fremde, nach Fernost. Bzw. ich habe es vorgezogen mich entführen zu lassen, weil ich so Panik vor der Aufnahmprüfung in Akrobatik hatte. Ich war zwar recht sportlich, aber Flic Flacs etc beherrschte ich immer nur im Traum. Ich hab geübt was das Zeug hielt, aber wohl nicht ausdauernd genug.  Bspw. versuchte ich jeden morgen nach dem Aufstehen in die Hose zu springen. Das wäre ein echtes Erfolgserlebnis gewesen, wenn ich das geschafft hätte. Jonglieren langweilte mich eher.  Aber der morgendliche Sprung in die Hose, wollte einfach nicht klappen und die Flic Flacs schon gleich zweimal nicht. Also ging ich mit dem „Entführer“ fort, per Autostop via Jugsoslawien nach Athen, von dort gins weiter bis nach Kairo und dann noch weiter bis Bangkok. Was da unterwegs alles passiert ist, würde ein ganzes Buch füllen. Jedenfalls war nach dieser Reise dann die Fremde das, was mir vertraut geworden war und das Vertraute war nur noch fremd. Seitdem fremdle ich in dieser sogenannten Heimat hier.

Und Akrobatik kann ich immer noch nicht. Wäre ich da lieber mal dran geblieben. Dann wäre der Zirkus jetzt meine Heimat und ich müsste nicht hier sitzen und so grummelig sein.

Well, morgen fällt mir bestimmt auch wieder irgendwas lustiges ein. Heute grummle ich halt noch ein wenig vor mich hin und damit es nicht zu doll wird, hier nochmal Miss Revolution:

ALDI Bel gewidmet Theo und Karl Albrecht ALDI Breuder – Miss Revolution Social Club- Julia-Karolina Saj Art Studio

PS. nur zur info: habe die links nochmal neu sortiert – die satirischen Blogs befinden sich jetz weiter unten unter „satirisches“

Griechen, Krise und die Blogs

Man kann die Bedeutung der Blogs dieser Tage echt nicht hoch genug einschätzen! Allein die Beiträge des  Spiegelfechters zur Griechenland-Farce waren schlicht unentbehrlich!  Heute findet sich dort ein Gastbeitrag von Wolf Wetzel, der auch sehr zu empfehlen ist. Desweiteren halte ich Monomas Beiträge für sehr lesenswert, auch weil er einige Details betreffend der gewaltätigen Ausschreitungen bei den Protesten in Athen zur Sprache bringt, von denen man bislang noch kaum etwas gehört oder gelesen hat.

Übrigens ist die Fraktion DIE LINKE  die einzige Partei, die sich dem als Rettungsaktion getarnten Waterboarding (zitat aus dem o. verlinkten Artikel von Wolf Wetzel bei SF) widersetzten. (siehe auch Presseerklärung von Sahra Wagenknecht und hier ihre Rede im Bundestag) Die SPD erweist sich mit ihrer Stimmenthaltung mal wieder als komplett überflüssig und die Grünen stimmten letzlich natürlich dann doch mal wieder mit JA – man will die Schwarz-Grüne Option in NRW ja nicht durch falsches Bedenkentragen aufs Spiel setzen…Und apropos EADS etc (siehe vorigen Beitrag)  ..spielt natürlich auch in Griechenland  eine Rolle:

Der Aufruf zum Generalstreik wird weitgehend befolgt. Über 70 Prozent der griechischen Bevölkerung lehnen es ab, zu sparen, wo nichts mehr zu sparen ist: bei einem Durchschnittslohn* von 700 Euro (meist ohne Tarifvertrag und Versicherung), bei einer Durchschnittsrente* von 500 Euro, angesichts eines Mindestlohns, der bei 51 Prozent des Durchschnitts der Eurozone liegt, einer Armut, die mittlerweile 20 Prozent der griechischen Bevölkerung erfasst, bei einer Arbeitslosigkeit von 30 Prozent unter Jugendlichen …während die Regierung zur selben Zeit U-Boote in Berlin und EADS-Flugzeuge in Paris bestellt, die vor allem schützen, nur nicht vor diesem hellen Wahnsinn. Während die sozialistische Regierung in Thatcher-Manier das TINA-Mantra (›There Is No Alternative‹) vor sich herbetet, steht die Opposition vor der entscheidenden Frage: Wie kann man das Tor zu TATA (›There Are Thousands of Alternatives‹) aufstoßen?

schreibt Wolf Wetzel in seinem Gastbeitrag, von dem ich hier auch noch das hoffnungsschimmernde Schlusswort zitiere.

Allen müsste eines ziemlich klar sein: Wenn man tatsächlich das Diktat des IWF und der Europäischen Union verhindern will, dann bewegt man sich nicht mehr innerhalb kapitalistischer Spielräume, sondern an der Grenze zu dem, was gestern nur blasse Utopie war und morgen als Möglichkeit präzisiert werden müsste. Das ist sehr viel verlangt und eine wunderbare Chance, sich nicht mit der eigenen Marginalität zu begnügen.