Mein Freund, der Palästinenser

sucht den Bremser…

Der Palästina Express, von Anis Hamadeh

Ps. Es sei hier auch noch auf Hubert Bergmanns Schreiben an ein Mitglied des Deutschen Bundestages, Arbeitsgruppe Menschenrechte hingewiesen, und auf die kurze filmische Skizze, in der er die Eindrücke seiner Reise in die besetzte „West Bank“ verarbeitet hat.

http://vimeo.com/13000508

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Das Ende der Welt

Die Bibliothek

(…) >>Es steht dir frei, Fragen zu stellen, aber ob ich sie beantworte, steht mir frei<<, sagte der Wächter mit hinter dem Kopf verschränkten Händen. >>Und es gibt auch ein paar Dinge, auf die ich dir gar keine Antwort geben kann. Du gehst jetzt jedenfalls jeden Tag in die Bibliothek und liest alte Träume. Das ist nämlich deine Arbeit. Du gehst um sechs Uhr abends hin und liest bis zehn oder elf. Die Frau sorgt für dein Abendessen. Mit dem Rest der Zeit kannst du machen, was du willst. Es gibt keinerlei Einschränkung. Verstanden?<<

>>Verstanden<<, erwiderte ich. >>Diese Arbeit – wie lange habe ich sie zu machen?<<

>>Tja, das weiß ich auch nicht. Bis die Zeit gekommen ist, nehme ich an<<, sagte der Wächter. Dann zog er aus einemn Stapel Holz ein passendes Stück heraus und begann wieder zu schnitzen.

>>Wir sind schließlich ein armes Städtchen und können uns keine Faulenzer leisten. Jeder hat seinen Platz, und jeder macht seine Arbeit. Deine ist, in der Bibliothek alte Träume zu lesen. Du hast doch nicht gedacht, du könntest dir hier einen schönen Lenz machen, oder?<<

>>Arbeit ist für mich keine Plage. Auf alle Fälle besser als Nichtstun<<, entgegnete ich.

>>Na siehst du<<, nickte der Wächter mit Blick auf die Messerspitze. >> Je früher du mit der Arbeit beginnst, desto besser. Ab sofort bist du >Traumleser<. Du hast keinen Namen mehr. Der >Traumleser<, das ist jetzt dein Name. So wie ich der >Wächter< bin. Verstanden?<<

>>Verstanden<<, sagte ich.

>>Genauso wie es in dieser Stadt nur einen Wächter gibt, gibt es auch nur einen Traumleser. Ein Traumleser muss nämlich als Traumleser zugelassen sein. Ich muss dir die nötige Qualifikation dazu erst erteilen<<. Sprach’s und nahm ein flaches weißes Tellerchen aus dem Geschirrschrank, stellte es auf den Tisch und goss Öl hinein, das er dann mit einem Streichholz anzündete. Als Nächstes nahm er ein eingenartig geformtes Messer vom Regal, breitklingig wie ein Buttermesser, und hielt die Spitze zehn Minuten in die Flamme. Dann blies er das Feuer aus und ließ die Klinge abkühlen.

>>Das ist nur, um dich durch ein Zeichen auszuweisen<<, sagte der Wächter. >>Es tut überhaupt nicht weh, du brauchst also keine Angst zu haben. Es ist im Nu vorbei.<<

Er schob mein rechtes Lid mit dem Finger weit nach oben und stach mit der Messerspitze in meinen Augapfel. Aber es tat, wie der Wächter gesagt hatte, überhaupt nicht weh, und seltsamerweise hatte ich auch keine Angst. Weich und lautlos glitt das Messer in meinen Augapfel, als stäche es in Gelee. Dann machte es dasselbe mit meinem linken Auge.

>>Wenn du deine Arbeit als Traumleser beendet hast, werden die Narben von selbst verschwinden<<, sagte der Wächter, während er das Messer und das Tellerchen wegräumte. >> Das heißt, sie sind sozusagen Erkennungszeichen des Traumlesers. Aber hüte dich vor Tageslicht, solange du diese Zeichen trägst! Mit diesen Augen darfst du nicht in die Sonne sehen, ist das klar? Tust du es trotzdem, folgt die Strafe auf dem Fuß. Das bedeutet für dich, dass du nur abends oder an bewölkten Tagen ausgehen kannst. An sonnigen Tagen musst du das Haus hüten und dein Zimmer möglichst abdunkeln.<<

Dann gab er mir eine Brille mit dunklen Gläsern und sagte, dass ich sie außer zum Schlafen ständig tragen müsse.

So verlor ich das Sonnenlicht (…)

aus Hardboileld Wonderland und das Ende der Welt von Haruki Murakami (S. 49/50)

Ps. Nein, ich habe keinen Vertrag mit Amazon abgeschlossen, hätte aber nix dagegen wenn die „Firma“ (:-) , sollte sie mal wieder hier vorbeischauen, mir fürs verlinken ein paar Groschen rüberschickt. Ansonsten kann das Buch natürlich auch in jedem kleinen u. feinen Buchladen an der Ecke erworben werden. Also, liebe Lesmuffel und -trüffel, wenn ihr’s noch nicht gelesen habt, ist jetzt vielleicht die Zeit dazu?

– jedenfalls bei mir, die ich seit Jahren der weltgrößte Murakamifan bin, Hardboiled Wonderland aber erst jetzt endlich aus dem Regal, bzw. der Umzugskiste geholt habe. Mehr will ich dazu auch gar nicht sagen.  Nur eins noch, mit dem Schreiben ist es wie mit dem Klavierspielen – wer es kann, braucht den Weltuntergang nicht zu fürchten.

Wer oder Was ist der Feind des Friedens und Wo hat sich der Schuft nur versteckt?

Barong Gong Gong

Zwei Diener der Königin unterhalten sich über das Schicksal ihres geliebten Herrn, des Prinzen Sadewa, der an diesem Tag der Todesgöttin Batari Durga geopfert werden soll. Ihre Unruhe verstärkt sich, als eine der Hexen (eine Schülerin von Batari Durga) erscheint. Sobald sie wieder verschwunden ist, schicken sie dem Premierminister eine Nachricht, dass er schnell kommen möge.

2. Akt Der Premierminister erscheint, gefolgt in einigem Abstand von der Königin, der Mutter Sadewas. Die Königin ist tief beunruhigt bei dem Gedanken, ihren Sohn opfern zu müssen. Da die Hexe befürchtet, die Königin könnte ihre Meinung ändern, verhext sie die Königin, so dass diese – verwirrt – beginnt, ihren Sohn Sadewa zu schlagen. Schließlich befiehlt die Königin dem Premierminister, den Sohn zu dem Friedhof zu bringen, wo die Todesgöttin lebt.

3. Akt Der Premierminister, der Sadewa wie seinen eigenen Sohn liebt, weigert sich, den Befehl der Königin auszuführen, so dass die Hexe auch über ihn einen Fluch ausspricht. So bringt der Premierminister Sadewa zum Friedhof, wo er ihn vor dem Haus des Todesgottes an einen Baum bindet.

4. Akt Der Gott Shiva erscheint in Gestalt eines Priesters. Als er Sadewa sieht, hat er Mitleid mit ihm und macht den Prinzen unsterblich.

5. Akt Batari Durga erscheint. Als sie Sadewa sieht, möchte sie die Opferung unverzüglich durchführen. Als Batari Durga erkennt, dass Sadewa unsterblich geworden ist, gibt sie sich geschlagen. Um erlöst zu werden und in den Himmel zu kommen, bittet sie Sadewa, sie zu töten.

6. Akt Auch Batari Durgas höchste Schülerin Kaleka möchte gern erlöst werden. Aber Sadewa weigert sich, ihr zu helfen. Mit Hilfe ihrer magischen Kräfte verwandelt Kalega sich in einen wilden Eber, wird jedoch von Sadewa geschlagen. Auch als sie sich einen riesigen Vogel verwandelt, wird sie von Sadewa besiegt. Als sie dann jedoch die Gestalt der schwarzen Hexe – der mächtigen Rangda – annimmt, kann Sadewa sie nicht mehr schlagen. Bei einem erneuten Versuch, sie zu unterwerfen, verwandelt Sadewa sich in den Barong. Sie kämpfen miteinander. Da sie aber gleich stark sind, kann keiner den anderen besiegen. Daraufhin ruft der Barong seine Anhänger zur Hilfe.

7. Akt Die Anhänger des Barong erscheinen, ausgerüstet mit Krissen (Kris = Malaien-Dolch) von magischer Kraft. Als sie die schwarze Hexe angreifen, versetzt diese sie mit Hilfe ihrer Hexenkunst in eine Gemütsstimmung, in der sie sich verärgert gegen sich selbst wenden und ihre Körper mit den Krissen durchbohren . Dann erscheint der Barong und löscht den Einfluss der schwarzen Hexe aus.

In dieser kleinen Zwischenszene sehen wir den Barong und seinen treuen Freund, den Affen…(ab min 5:14)