Afghanistan oder wie macht man sich ein Land zu eigen

The illegal we do immediately. The unconstitutional takes a little longer.
Henry Kissinger, New York Times, Oct. 28, 1973

Nur wenige Tage nachdem unser zurückgetretener Bundesthorscht Handelskriege offen legitimieren wollte, erreichte uns dann die „frohe Botschaft“ über den Schatzfund in Afhanistan. Neben Terroristen, Warlords und Mohnfeldern, gibt es auch Kupfer, Gold und Lithium in Afghanistan – wer hätte das gedacht?!

Pau Jay z.B, von the Real News, er weiss auch, dass alle großen Staaten darüber Bescheid wussten- mindestens seit 2007. Warum also erst jetzt diese „Sensation“? Vielleicht weil sich in Krisen-und Notzeiten Handelskriege leichter offen legitimieren lassen?

So oder so – Gauck oder Wulff – Merkel oder Obama – Krieg ist Massenmord.

Wie lange wollen wir uns noch von Massenmördern regieren lassen?

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"If the Americans Do This Again, We Are Ready to Shed Our Blood Fighting Them"

Nachdem am Freitagmorgen  zwischen 9 und 15 harmlose Afghanen in einem kleinen Dorf nahe Jalalabad von US-amerikanischen und Afghanischen Spezialtruppen getötet wurden, kam es zu massiven Protesten. Hunderte Afghanen setzten Reifen in brand und blockierten Strassen.

Wer Hass säht, wird Hass ernten!

„If the Americans Do This Again, We Are Ready to Shed Our Blood Fighting Them“

Der unabhängige Journalist Rick Rowley war vor Ort und berichtete über das Massaker auf Democracy Now!

Kein Krieg am Hindukusch

ist dann, wenn die Truppen endlich abgezogen, Rüstungsexporte eingestellt und zivile Hilfsprojekte gefördert werden!

Wer’s mir hier als Wahlkampf auslegen will, der kann das von mir aus tun. Mir völlig Wurscht. Was Sahra Wagenknecht hier formuliert hat, entspricht exakt meinen eigenen Ansichten und Überzeugungen:

Rücktritt von Jung überfällig. Bundeswehr sofort abziehen

sahraPresseerklärung von Sahra Wagenknecht vom 07.09.09

Zur Diskussion über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr erklärt Sahra Wagenknecht, Parteivorstandsmitglied und Düsseldorfer Bundestagskandidatin der Partei DIE LINKE:

Der von der Bundeswehr veranlasste NATO-Luftangriff in Kundus verstößt massiv gegen das humanitäre Völkerrecht und steht für die vollständig verfehlte Afghanistan-Strategie. Wer wie die Bundesregierung immer noch darauf beharrt, dass der Bundeswehr-Einsatz ein Beitrag zur Terrorbekämpfung und Stabilisierung in Afghanistan ist, ignoriert die Realitäten rundheraus. Die Lage in Afghanistan verschlechtert sich immer weiter, und ein rücksichtsloser Einsatz wie der von Kundus mit mehr als hundert Toten und unzähligen Verletzten wird die Spirale nur noch weiter anfachen. Das unerträgliche Insistieren von Verteidigungsminister Jung, es habe nur bzw. vor allem Taliban getroffen ist angesichts des Ausmaßes der Katastrophe unglaubwürdig und zynisch und zeigt vor allen Dingen, dass Minister Jung hoffnungslos überfordert ist und umgehend abgelöst werden muss. Darüber hinaus muss das Vorgehen der Bundeswehr durch eine unabhängige internationale Untersuchungskommission umfassend aufgeklärt werden.

Der Luftschlag in Kundus muss jetzt Anlass sein zu einer grundlegenden Kurskorrektur. Die Bundeswehr muss umgehend aus Afghanistan abgezogen werden. Der Versuch, die Bundeswehr zu einer humanitären Organisation umzudefinieren, ist gründlich und erwartungsgemäß misslungen. Bundswehreinsätze im Ausland sind keine humanitären Maßnahmen, sondern Kriegsbeteiligung. Sie müssen beendet werden! Die Gelder in Höhe von einer Milliarde Euro, die jährlich für Einsätze der Bundeswehr im Ausland bereitgestellt werden, sollten stattdessen in Infrastruktur- und zivile Hilfsprojekte fließen. Wer Terrorismus ernsthaft bekämpfen will, der sollte für ein Verbot von Rüstungsexporten und für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung streiten. Für DIE LINKE ist der Grundsatz einer friedlichen Außenpolitik nicht verhandelbar. Mit uns wird es eine Beteiligung an Militäreinsätzen nicht geben – weder heute, noch in Zukunft!

Sahra Wagenknecht, 07.09.09

Quelle