Stuttgart 21 – Volker Lösch auf der Kundgebung im Schlossgarten

via http://stuttgart21.blog.de/

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Statt der Schulstarterpakete gibt es absofort für jedes Kindlein einen Luftballon gratis!

Und eine Runde Hoppe Hoppe Reiter, auf dem BP-Delphin, als Ausgleich für die Kürzung der Heizkostenpauschale

So nimmt nun auch die schwäbischste Hausfrau endlich Abschied von ihrem Stubenhocker (schickt ihn in den Krieg) und räumt sein Zimmer aufgrund der fortschreitenden Mieterhöhungen für einen zahlungskräftigen Untermieter.

for all images and the jumping dolphin see:

http://www.banksy.co.uk/index.html

Liebe Frau Ursula von der Leyen, ich liebe sie!

Sie sind wahrlich eine Mutter mit Herz! Ich habe das schon immer gewusst, und ich falle heute endlich mal auf die Knie vor ihrer Gnade! Ich küsse ihnen die Hand!

Ich bin zwar heuer keine kleine Verkäuferin mehr, dafür aber eine kleine Bucheinräumerin, die außerdem nebenbei noch einem noch kleinern Nebenjob als Essenslieferanten für Senioren nachgeht. (Beide jobs habe ich übrigens einzig und allein Dank meiner eigenen Eigenintitative und völlig ohne Vermittlung eines Fallmanagers gefunden, die  ja vor lauter Eingliederungsvereinbarungen ausarbeiten, Fortbildungskurse-Ablehnungsbescheide schreiben und Sanktionsberechnungen für Sinnlosmaßnahmenverweigerer etc ppp. , gar keine Zeit zum Vermitteln ihrer ihnen anvertrauten Schwerstvermittlebaren haben!) . Aber ich kann gar nicht klein genug sein, um mich vor ihrer Größe zu verneigen!

Dank ihrer Gnaden, haben meine Kinderlein und ich nun 5 Euro mehr in der Austockerkasse! Frau von der Leyen, nun kann endlich auch ich mir wenigstens eine Schachtel Zigaretten im Monat leisten! Ich danke ihnen dafür, von ganzem Herzen. Denn Sie können ja nicht wissen, was heuer die Mieten hierzulande kosten, leben sie ja sicherlich in einem Eigenheim, mit ihrem Gatten und den lieben Kinderlein. Denn es ist nämlich so, das das kleine Gehalt einer so kleinen Aufstockerin wie ich eine bin, wenn sie Glück hat, gerade so für die Miete reicht. Die Austockeralmosen nun berücksichtigen diese tatsächlich Miete aber genausowenig, wie sie  das unantastbare Recht auf ein Existenzminimum nicht antasten.  Nein, liebe Frau von der Leyen, der unantastbare Regelsatz meiner Kinder wird nämlich direkt mit der Miete verrechnet! Es bleibt also gar keiner mehr übrig! Unantastbar nicht vorhanden, ist das unantastbare Existenzminimum meiner Kinder! Aber immerhin, eine Schachtel Zigaretten, oder mal ein Fläschchen Wein, darf ich mir jetzt wengistens im Monat mal gönnen. Sozusagen als Extrabonus zur Entspannung! Sie haben endlich begriffen, wie wichtig gerde die Entspannung für schwer arbeitende und erziehbare Eltern ist, denen das Wohl ihrer Kinder noch am Herzen liegt. Ich kann ihnen gar nicht genug Danken!

Ps. Es wird ein herrlich bunter Herbst werden, Frau von der Leyen! Ich werde hier in meiner kleinen Kommune einen Kinderlaternenumzug organisieren, den wir ihnen zum Dank abhalten werden. Wir werden singen, tanzen und lachen, Frau von der Leyen:

„Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne, brenne auf mein Licht, brenne auf mein Licht, aber nur meine liebe Laterne nicht!“

und flattern direkt weiter, zu Rabimmel Rabammel Rabum Bum Bum!

pps. bitte abermals um Vergebung der vielen tippfehler wegen, ich habe den post geschrieben, während mich Frau. v. d. Leyens Güte in Anne Wills Propaganda TV-Show gänzl. in ihren Bann zog. Hoffe aber mittlerweile die Begeisterungsfehler weitestgehend korrigiert zu haben.

Schland 2010

Sodele, die Woche mit den 2 neuen jobs fing schonmal ganz gut an.  Das Malochen macht tatsächlich richtig Spaß – was vor allem daran liegt, dass die Kollegen alle gut druff sind und wir gut harmonieren. Aber auch das arbeiten an sich macht Laune. Früh morgens in aller Ruhe Bücher auspacken und sortieren und dabei zu entdecken was es da so alles an neuem (oder altem) Stoff,  an Schundromanen oder echten Perlen zu lesen gibt, ist schon ne feine Sache.

Allerdings wüsste ich nicht was ich täte, wenn ich dieses rassistische Pamphlet in die Hände bekommen würde, mit welchem sich jener dumpfbackige Eugeniker und Möchtegern Intelligenz-Faschist gerade im Spotlight der medialen Steigbügelhalter plaziert hat. Diese Vorstellung allein verursacht bei mir schon ein derartiges Ekelgefühl, dass ich lieber erst gar nicht dran denken will… Da es in dem Buchladen in dem ich arbeite bislang noch keine „Rassenwahnecke“ gibt, würde ich das braune Teil im roten Einband dann auch dort einsortieren, wo es hingehört – in den Müllwagen – Kategorie „Sondermüll“. Soviel  dazu.

Für den 2. job bin ich dann ca. 2 Stunden in der Stadt unterwegs und liefere feinsinnigen, Senioren ihr wohlverdientes Mittagessen. Macht auch Laune und es hält fit, weil nicht wenige der Damen und Herren  im 4 Stock wohnen.  Auffällig ist, das wer mit so einer „christlichen Sozialkutsche“ durch die Gegend fährt, augenscheinlich sehr beliebt in der Bevölkerung ist. Jedenfalls wird mir, wenn ich mit meiner eigenen Kiste durch die Gegend tuckere, nie so oft und so überschwenglich freundlich zugewunken.  Überhaupt werde ich neuerdings mit Nettigkeiten geradezu überschüttet. Das kommt mir mitunter zwar nicht spanisch, aber doch irgendwie seltsam vor. Ich meine ich war vor diesem Rumgerenne schließlich auch schon ein wirklich netter, freundlicher hilfsbereiter und herzensguter Mensch!

Auch die Fallmanager raspeln plötzlich nur noch Süßholz – schreiben mir sogar eigenmächtig einen „fiktiven Vorschuss“ gut, der dann nach der ersten Abrechnung modifiziert wird. Zu Beginn meiner Hartzer-Karriere war das noch ganz anders – genauer gesagt gegenteilig. Da wurde erstmal überhaupt nix gutgeschrieben sondern nur zurückgehalten, eingefroren, ausgehungert.  Man wollte da wohl die Intelligenz unserer multigenetischen Misch-Family testen – erstmal prüfen ob wir selbst überhaupt Deutsch genug sind, um rechnen zu können. Konnten wir zwar – wurde dann aber einfach ignoriert.

Hm… immerhin, ein kleiner Nebensatz in dem freundlich Schreiben versetzt einen dann doch ziemlich schnell wieder auf den Bodensatz der Realität zurück und trübt die Freude des präkaren Auf(-stocker) stiegs – man will nun die Kontoauszüge meiner Tochter, die ein Jahr lang aus der „Solidargemeinschaft“ ausgestiegen war, um in aller Ruhe im Exil den Schulabschluss und nebenbei ihre ersten Nebenjob-bzw, Hiwi-Erfahrungen zu machen und ein klein wenig Taschengeld zusammenzuraffen.  Jetzt zieht sie wieder hier ein und macht weiter mit dem Fachabi. Wenn das Taschengeld nun, sollte da tatsächlich noch was habhaftes auf dem Kontöchen sein, auch noch eingezogen und verrechnet wird, dannn nützt uns auch das nicht vorhandene Mathegen nix mehr, ohne das wir zwar sehr wohl in der Lage sind, unsere Pennies zu zählen, sie aber aus rassehygienischen Gründen eben nun mal nicht halten können dürfen. Tja – so ist das eben nunmal in Deutschland 2010.

Dabei hätte ich offen gestanden noch wesentlich mehr Freude am malochen, wenn ich dabei erst gar nich an einen Lohn zu denken bräuchte. Bzw. daran wann ich wo noch ein paar Stunden drauflegen kann um über die Runden zu kommen. Meinem Ko-Piloten, einem Rentner, der mit mir im Wechsel zum Dienst antritt, geht es da auch nicht besser – der muss nämlich immer drauf achten muss, dass er eben nicht zuviele Stunden schiebt, denn wenn er über 168 Euro verdient, wird ihm dass sogleich wieder von seiner kümmerlichen Rente abgezogen. Das ist doch alles vollkommen pervers.

Es wird wirklich Zeit, sich da endlich mal ein neues arbeitspolitisches (Gesellschafts-) System auszudenken. So kann das unmöglich weitergehen. Ich treffe bald nur noch Menschen die sich entweder vierteilen müssen, zwischen ihren multiplen minijobs,  oder Malocher,  die zwar noch das „Glück“ einer Festanstellung haben, dort aber bis zum Umfallen Überstunden machen müssen.  Kein Wunder, wenn der „Rest“ dann leer ausgeht.

Soviel für heute liebe Leute, muss jetzt noch ne Runde Gassi gehen…

PS. Der virtuelle Dr. Death hat übrigens wieder zugeschlagen. Bzw. haben seine zahlreichen, perfiden Attacken meinem armen unschuldigen Rechner nun doch so schlimm zugesetzt, dass ihn letztlich dann nur noch eine komplette Neuinstallation des Systems retten konnte und dabei sämtliche Daten vernichtet werden mussten.

Resetto kompletto. Jedenfalls funzt es hier jetzt wieder wie geschmiert und das ist doch auch schön.

Deutschland – Ein Sommernachtsalbtraum

Man kriegt das alles ja nicht mehr gebacken.  Da vergießen die Menschen Tränen, weil ihre Fussball-Nationalmannschaft den Weltmeister vergeigt hat, während sie den sozialen Kahlschlag im eigenen Land klaglos hinnehmen. Da wird mal eben die asozialste Gesundheitsreform durchgewinkt, die man sich hat ausdenken können, da werden die Rentenbeitragszahlungen der Menschen gestrichen, die jahrzehntelang in die Kassen einbezahlt haben und die dann kurz vor ihrem Ruhestnd in die Arbeitslosigkeit geschickt wurden, da soll das Elterngeld für diejenigen ganz gestrichen werden, die es am nötigsten brauchen. Das unveräußerliche Recht auf Bildung von Kindern, deren Eltern mangels jobangeboten erwerbslos sind, oder die aufgrund von Sklavenlöhnen ihr Gehalt aufstocken müssen, soll durch Chipkarten ersetzt werden – eine geniale Idee und lukrative Einkommenssicherung für all die dubiosen Nachhilfeinstitutionen und NPL-Trainer alá Scientology und CO, die sich nun endlich auch an den stigmatisierten Kindern aus einkommensschwachen Familien vergreifen können.

Ach ja, ganz nebenbei wurde auch noch ein Bundespräsident ins Amt gehievt, dessen Wahl eindeutig ungültig ist – und die Medien schweigen sich aus. Immerhin, auch wenn wir den Weltmeister im Fussball vergeigt haben, so tragen wir den Titel ja immer noch im Export und neuerdings sogar in der Beliebtheit –  BBC  hat’s  für uns ermittelt: Die Deutschen gelten als das beliebteste Volk der Welt! Bei soviel Freude, tut’s auch nicht weh, wenn die letzten noch verbleibenden „Querulanten“, misshandelt, traumatisiert und eingebuchtet werden. Kanada dürfte hier lediglich die Vorreiterrolle spielen und den Weg weisen, der auch alljenen hierzulande bevorsteht, die immer noch nicht begriffen haben, wie unsere „freiheitlich-rechtliche Demokratie“ funktioniert.

Dieser Beitrag wurde auch auf duckhome veröffentlicht.