Noch ein paar Nachgedanken zur AIDS-Thematik

Bezüglich der AIDS (Leugner) Debatte, kamen mir heute noch ein paar Gedanken. Ich werde den Verdacht nicht los,  dass immer gerade dann, wenn die Forschung wieder einen entscheidenden Schritt nach vorne geht, also wenn es bspw. qualitative Verbesserungen in der Medikation gibt oder Fortschritte in der Impfstoffentwickling, bzw. überhaupt irgendwelchen neuen Erkenntnisse, dass dann zugleich auch die „Gegendarsteller“, die ja allesamt vornehmlich Impfkritiker sind, auf der Matte stehen.

Debatte oder Irreführung?

Klar stellen möchte ich vorweg nochmals ausdrücklich, dass es nicht darum geht, nur eine Deutungsweise gelten zu lassen. Das eigentliche Problem in dieser Debatte ist nämlich, dass es eigentlich gar keine Grundlage gibt, auf der sie ausgetragen wird:  Beim Studieren der diversen Forschungsberichte fällt einem nämlich mitunter direkt ins Auge, wie die „Antithesen“ doch auch immer wieder modifiziert und entsprechend des aktuellen Foruschungsstandes auf Linie gebracht werden (mal gibt es gar kein Virus, sondern nur Falschdiagnosen, dann wieder machen die giftigen Medikamente krank und  wenn das offensichtlich keiner mehr glaubt, ist das Virus, wenn schon eins,  dann aber ein an sich völlig harmloses etc…) Zwar scheinen die wenigsten in diesem AIDS-Verschwörungsclub den jeweils neusten Stand der Wissenschaft tatsächlich auch zu kennen, bzw. zu verstehen, aus ihm fischen, tun sie aber dennoch. So werden dann Teilaspekte gerne mal aus dem ensprechenden Kontext herausgegrabscht, Textpassagen mitunter völlig falsch übersetzt oder zitiert, das Wichtigste auslgeassen,  dafür aber dann mit der eigenen Theorie angereichert, ordentlich durchgemixt, gut verquirlt und geschüttelt und schließlich als hochprozentiger Wissenschafts-Drink dem unbedarften Publikum serviert.

Resultat: keiner weiss eigentlich mehr was wirklich Sache ist. Denn  wenn ich eine Sachlage oder These widerlegen u. eine Gegenthese aufstellen will, dann muss ich mich auch korrekt auf diese Sachlage oder These beziehen. Wo dies nicht der Fall ist, kann auch von keinem Diskurs gesprochen werden und das ganze wird zu einer Farce.

Wie kann nun eigentlich noch jemand unterscheiden, was wahr ist und was nicht?

Verantwortlichkeit

Ich denke also, als erstes sollte man sich vor allem auf das konzentrieren, um was es tatsächlich geht. Hier geht es um AIDS. Von daher sollte es wohl eine Selbstverständlichkeit sein, dass das Leben und Wohl der aidskranken Menschen oberste Priorität hat und nicht die eigene Ideologie oder irgendwelche Profitinteressen.

Wenn es nunmal Fakt ist, dass es mittlerweile immer besser verträgliche antiretrovirale Medikamente auf dem Markt gibt, die zudem noch als Generika günstig hergestellt u. vertrieben werden können, das Leben unzähliger Erkrankten durch die Einnahme dieser Präparate nachweislich(!) verlängert und die Lebensqualität verbessert wird, dann spricht das doch wirklich für sich selbst.

Wie kann sich, angesichts dieser überprüfbaren Tatsachen, heute noch  jemand hinstellen und sich gegen die Vergabe dieser Präperate aussprechen, sie verhindern u. anderen Menschen vorenthalten, noch dazu wenn er oder sie Arzt ist?!

Eine solche Entscheidung kann ich doch nur für mich persönlich treffen. Also, ich allein kann für mich entscheiden, ob ich mit oder ohne Medikation leben bzw. gegebenenfalls sterben will.

Natürlich gibt es auch einige Menschen, die HIV-positiv sind, keine antiretroviralen Medikamente einnehmen und die dennoch nicht an AIDS erkranken. In der AIDS-Forschung werden diese Menschen als  „Elite Controller“ bezeichnet:

Schon bald, nachdem dieses Phänomen erstmals beschrieben wurde, widmeten sich Forscher weltweit der Frage nach dem ‘warum’. Was befähigt einige Menschen, nahezu normal mit HIV zu leben? Inzwischen werden internationale Forschungsanstrengungen von einer eigenen Organisation koordiniert, dem ‘HIV Elite Controllers Consortium‘.

Die Forscher gehen vielen Spuren, Konzepten nach. Liegt es am infizierenden Virus, vielleicht einem besonders ’schwachen HIV-Stamm? Oder eher an Faktoren des Menschen, der infiziert wurde? Weist sein Immunsystem besondere Eigenschaften, Fähigkeiten auf? Gibt es genetische Besonderheiten?

Auch wenn keiner sich ’sein Virus ‘aussuchen’ kann, und erst Recht nicht sein Immunsystem – die Forscher hoffen, Antworten auf das ‘warum’ zu finden. Antworten, die sich irgendwann in Zukunft vielleicht in konkreten Nutzen umsetzen lassen. Wenn Ursachen gefunden wären, stünde als erstes die Frage an, wie diese ’schützenden Besonderheiten’ anderen zugänglich, nutzbar gemacht werden könnten. Lassen sich hieraus neue Ansätze für die HIV-Impfstoff-Forschung gewinnen, vielleicht auch in Richtung therapeutischer Impfung? Lassen sich ‘normale’ Positive in ‘HIV Elite Controller’ verwandeln?

Viele Frage beschäftigen die Forscher, und bisher gab es viele Spekulationen jedoch kaum Antworten.

Eine allerdings schon: selbst die ‘HIV-Elite-Controller’ sind vermutlich nicht „the lucky few“, die wenigen Glücklichen. Neuere Studien ergeben, dass auch bei ihnen ein hohes Maß an Aktivierung des Immunsystems gezeigt werden kann. Einer Aktivierung, die von HIV verursacht ist, einer Aktivierung, die das Immunsystem schwächt. Einer Immunaktivierung, die bei HIV-Positiven mit erfolgreicher Medikamenten-Therapie deutlich geringer ist.

Was das Ziel ist? Einer der Forscher, die sich seit langem mit ‘HIV-Elite Controllern’ beschäftigt, der Londoner Prof. Frances Gotch, erklärt es einfach „Unser Ziel ist, dass chronisch mit HIV Infizierte eher wie ‘HIV Elite Controller’ leben. Unsere Hoffnung ist, dass wir in Zukunft in die Lage kommen, die antiretrovirale Therapie deswegen absetzen zu können.“

Merke: Das Ziel ist, antiretrovirale Medikationen eines Tages durch bessere Therapien ersetzten zu können und nicht die Menschen für dumm zu verkaufen!  Ich nehme mal an,  kaum jemand hier, der diesen Bericht gerade gelesen hat, würde nun auf die Idee kommen, sich mit einer Kiste im Hyde-Park zu platzieren und zu verkünden:

„Schaut her, hier gibt es  Menschen, die sind  HIV-positiv und die kriegen trotzdem kein AIDS! Noch dazu wo es doch gar kein HI-Virus gibt! Hähä, ätsch bätsch,  ihr Loser da draußen,  strengt euch mal an, hört endlich auf, diese Pillen zu fressen, sondern lebt einfach gesünder, raucht weniger, treibts nicht mit allem und jedem, schon gar nicht mit Kondomen, esst mehr Äpfel und werdet endlich Kaltduscher!“

Genau das ist aber leider in etwa das Niveau und der O-Ton, zumindest einiger derer,  die in Wien zu diesem „Alternativ-AIDS-Kongress“ laden. Und so reden sie noch heute, wohlwissend, dass in Südafrika, zu Zeiten Mbekis Präsidentschaft, die Menschen starben wie die Fliegen, weil der Mann auf diesen Quatsch gehört und HIV-positiven, bzw. AIDS-Kranken die lebensverlängernden und -rettenden Medikamente vorenthalten hatte.

Impfen

Wäre es nicht ein Grund zur Freude, wenn ein Impfstoff gegen AIDS etnwickelt wird? Was spricht überhaupt gegen das Impfen und warum gibt es soviele Impfgegener?

Natürlich kommt es immer auf die Wirkstoffe, deren Verträglichkeit und die Risiken an, die ein Impfstoff in sich birgt und die erst umfassend abgeklärt werden müssen.  Auch grausame Tierversuche wären ein guter Grund, sich gegen das Impfen auszusprechen. Glücklicherweise lassen die sich mittlerweile immer weniger legitimieren, siehe >>> Impfstoffforschung ohne Tierversuche – Amerikanische Forscher entwickeln künstliches Immunsystem

Ich persönlich bin ja zugegebenermaßen selbst nicht sehr impf-freundlich, soll heißen, ich impfe nur dann, wenn ich es auch unbedingt für erforderlich halte. Das tue ich bei Grippe, Masern und dergleichen bspw. bislang nicht, auch wenn einige unter den Schulmedizinern das für unverwantwortlich halten. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Kinderkrankheiten an sich gut durchlebt werden können, zumindest dann, wenn keine weiteren Infekte dazu kommen. Da kann man sicherlich drüber streiten, aber hier plädiere für unbedingte Selbstbestimmung.  Weder will ich meine eigene Meinung irgendjemandem aufzwingen, noch möchte ich mir eine andere Meinung selbst aufzwingen lassen. Zwangssimpfungen lehne also entschieden ab.

Mich aber generell und total gegen das Impfen auszusprechen, würde mir nicht einfallen, schon gar nich in Anbetracht dessen, wieviel tödliche Krankheiten schon durch Impfungen eingedämmt, bzw. ganz überwunden werden konnten (auch wenn es auf der anderen Seite leider auch zahlreiche Impfs-geschädigte geben dürfte) Und wenn nun bspw. eine therapeutische HIV-Impfung enwickelt werden würde, die das Ausbrechen der Krankheit AIDS wirksam verhindert, was bitte sollte ich dagegen einzuwenden haben?!

Um also entscheiden zu können, was für uns richtig ist, brauchen wir Aufklärung, Verantwortlichkeit und Selbstbestimmung.

Abschließend sei noch drauf hingewiesen, dass es immer empfehlenswert ist, auch die ensprechenden Originalveröffentlichungen und -Berichte zu lesen, auf die die jeweiligen Kritiker oder Journalisten vorgeben, sich zu beziehen. Allein da gibt es mitunter schon ganz enorme Abweichungen, so dass, wie oben schon erwähnt, die Grundlage für einen ernsthaften Diskurs allzuoft erst gar nicht gegeben ist.

flatteur!

Geflatteurt wird heute ins Nature Magazin, wo das Thema AIDS aktuell sehr ausführlich und online abrufbar behandelt wird. Dank an Antiferengi, der mir den link geschickt hat.

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[update] Der (Groß-) Deutsche Weltwahn-Meister

Ergänzend zum letzten Post:

Na das passt ja wie Arsch auf Eimer, das Pseudolibertäre, neurechte Blatt „eigentümlich frei“ lädt auch zum AIDS-Leugner-Gipfel.

http://ef-magazin.de/2010/07/09/2316-aktuelle-nachricht–veranstaltungshinweise-euro–und-aidskritik-sowie-zweimal-oekonomie-der-oesterreichischen-schule

Die haben dort sogar einen hauseigenen Dozenten plaziert, Henry. H. Bauer, jenen „Wissenschaftler“, der zwar weiss, dass es die Krankheit AIDS gar nicht gibt, dafür aber Homosexualität therapieren und den schwulen Perverslingen am liebsten den Mund verbieten will.

280 Euro Eintritt darf löhnen, wer sich diesen als „intellektuellen Leckerbissen“ propagierten Irrsinn antun will (Studenten sogar nur 180 Euro!) 280 Euro für eine Lügen-Veranstaltung, die das massenhafte Sterben von AIDS-Kranken propagiert!

Unfassbar. Wem das noch nicht wahnhaft genug ist, der wird dann von Wien, direkt weiter nach Berlin geleitet, wo Jürgen Elsäßer über den EURO-Wahn aufklärt. Wahrhaft wahnhafte Zeiten sind das!

Der Tod ist eben doch ein Meister aus (Groß-) Deutschland. Und die D-Mark wird uns alle retten!

weitere infos siehe:

Zur aktuellen Welt-Aids Konferenz und ihren Gegnern – [update]

update: Betreffend des Eurowahns müssten die Ösis wahrlich nicht nach Berlin reisen. Bewies die eigene „Sakandalpe“ vor Ort doch am besten, wie Geld problemlos entsorgt werden kann.

flatteur!

100 Prozent der flatteureinnamen gehen heute an Ärzte ohne Grenzen.

Dicker Kloss an Pseudokrupp

Ich krieg das mit den AIDS-Leugnern immer noch nicht gebacken. Es macht mich offen gestanden vollkommen fassungslos. Und unendlich traurig,  da ist nix mehr mit Humor und Toleranz. Stattdessen hab ich einen Kloss im Hals der nicht dicker sein könnte.

Die Hitze war heute so unerträglich, es war kaum noch Sauerstoff zum atmen in der Atmosphäre.  Mein Sohn hat wieder seine Krupphustenanfälle.  Gegen die hiflt die Homöopathie tatsächlich, leider hab ich aber keine Kügelchen mehr im Haus und das Gewitter, das dann am Abend endlich aufzog,  war zu schwach um für frische Luft zu sorgen. Ich weiss aber, dass mein Kind nicht sterben wird und ich morgen wieder Medizin besorgen kann, wenn es bis dahin nicht besser geworden ist.

Und nein, ich mache niemanden aus der alternativen Heilszene einen Vorwurf, der mit der AIDS-Materie nicht vertraut ist und deswegen den Thesen und Falschdarstellungen der Leugner Glauben schenkt. Diesbezüglich kann ich nur jedem ans Herz legen, sich wirklich mal den Erfahrungsbericht von Dr. Paleske aus Botswana von Anfang bis Ende zu Gemüte zu führen. Wer danach immer noch behauptet, es gäbe kein AIDS bzw. AIDS wäre gar nicht schlimm, dem ist wohl weder mit Globulis,  noch mit antiretroviralen Medikamenten zu helfen.

Tut mir leid, dass ich hier heute so ne Depristimmung verbreite, aber genau diese Stimmung scheint auch draußen  in der Atmosphäre zu hängen.  Die Luft ist ebenso dick, wie der Kloss in meinem Hals.

flatteur!

Our Flatteur today is dedicatet to my Sister L. M. from Soweto.

Zur aktuellen Welt-Aids Konferenz und ihren Gegnern – [update]

kurzes update aus aktuellem Anlass u. im Text

Nun hatte ich eigentlich wirklich nicht vor, mich nochmals mit den wirren Thesen der AIDS-Leugner Engelbrecht, Leitner,  Köhnlein und Co zu beschäftigen, schon gar nicht jetzt bei dieser Hitze.

Leider habe ich nun aber, im Zuge einer Debatte im weissgarnix-Forum, feststellen müssen, dass sich diese Thesen immer größerer Beliebtheit erfreuen. So organisieren die AIDS-Leugner gerade ein „Alternativ“-Treffen zum aktuellen Welt-Aids Kongress in Wien. Ich zitiere dazu aus einem Artikel von Dr. Peleska , Arzt für Innere Medizin, Hämatologie Head, Department of Oncology am Princess Marina Hospital in Gaborone/Botswana

[…] Der Kongress tagt, die Leugner ebenso
In diesem Monat findet in Wien der internationale AIDS-Kongress statt. Offenbar Grund genug für die HIV-AIDS-Leugner wieder aus ihren ideologischen Winkeln hervorzukriechen. Ihr österreichischer Protagonist, Christian Fiala, seines Zeichens Gynäkologe, lädt zu einer Gegenveranstaltung .
ein.
Thema: „AIDS zwischen Wissen und Dogma“.

Mit dabei auch, wie gehabt, der Kieler Internist Claus Köhnlein, dessen aberwitzige Argumentation in Sachen AIDS wir hier schon mehrfach scharf kritisiert haben, und der einst zu dem „Beraterteam“ Thabo Mbekis gehörte.

Kein Grund zur Beachtung wenn…
Eigentlich kein Grund also, der Veranstaltung weitere Aufmerksamkeit zu schenken
Aber nun haben die HIV-AIDS Leugner – leider muss man sagen – eine publizistische Plattform für ihren unwissenschaftlichen Quark bekommen, und zwar mit einem Artikel in der führenden österreichischen investigativen Wochenzeitung „Profil“ .
Der Artikel trägt den Titel Der Aids- Mythos: Hilft ein gutes Immunsystem gegen Ansteckung“ , verfasst von einer Redakteurin namens Tina Göbel. Ein Artikel, der weit hinter den im Jahre 2007 in der gleichen Zeitschrift erschienenen Artikel „Die andere Wahrheit über AIDS“ zurückfällt

Auch wenn die Autorin beide Seiten zu Wort kommen lässt, ihr Artikel sät gleichwohl erhebliche Zweifel an dem heutigen fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisstand, was leider herzlich wenig mit kritischem Journalismus zu tun hat.

Einstieg mit Stimmungsmache
Der Artikel beginnt sofort mit Stimmungsmache, mit einer Geschichte aus der Steinzeit der HIV-Diagnostik und Therapie: Ein falsch-positives HIV-Testergebnis bei einer Patientin, und dann sofortiger Behandlungsbeginn mit antiretroviralen Medikamenten. Zu dem psychischen Stress die Nebenwirkungen der ARV’s.

Niemand behandelt – weder in Europa noch hier im südlichen Afrika – Patienten auf der Basis eines einzigen Tests, und ohne Beurteilung des Immunsystems, gemessen durch die CD4-positiven Lymphozyten. Meistens wird auch die Viruslast bestimmt.

Behandelt wird erst, wenn der CD4 -Lymphozytenabfall im Laufe der HIV-Krankheit eine kritische Grenze unterschritten hat.

Der Artikel ist daher, von der Tendenz her, geeignet , gerade in Risikogruppen zu grösserer Sorglosigkeit zu führen, bzw. HIV Kranke zu ermutigen, die lebensverlängernden antiretroviralen Medikamente abzusetzen..

Irreführende Ueberschrift
Der Titel des Artikels führt bereits in die Irre: Ein intaktes (gutes) Immunsystem schüzt keineswegs vor einer Infektion mit dem HIV-Virus, sondern nur die Vermeidung der Exposition zu Infektionsquellen, allen voran der ungeschützte Geschlechtverkehr zwischen Infizierten und Nichtinfizierten.

Dabei wird die Uebertragung des HIV-Virus enorm erleichtert durch die hier weit verbreiteten ulzerativen Geschlechtskrankheiten, allen voran der Schanker (Chancroid), neben hohen Promiskuität. Gründe, warum sich hier in Afrika die HIV-Krankheit wesentlich umfangreicher ausgebreitet hat, als beispielsweise in Deutschland. Aber auch in Deutschland stagnieren die Zahlen keineswegs, sondern sind in einem langsamen, aber steigen Anstieg begriffen.

Auch ist AIDS, wie in der Artikelüberschrift fälschlich suggeriert, kein Mythos, sondern das Endstadium der HIV-Krankheit, und eine globale Katastrophe.

Nicht allein wegen der Immunschwäche, sondern weil im Gefolge damit auch die Tuberkulose weltweit dramatisch zugenommen hat, und mit ihr die immer häufigere therapieresistente TB.

Ein gutes Immunsystem, wie es regelhaft zu Beginn der HIV-Krankheit, von der kurzen Konversionsphase einmal abgesehen, schützt zwar nicht vor der Infektion mit der HIV-Krankeheit, aber vor Sekundärinfektionen, die das Vollbild der AIDS Krankheit auszeichnen. Zu diesem Zeitpunkt ist nämlich ist das Immunsystem durch die HIV-Krankheit weitgehend zerstört .

Typische Infektionen, die dann auftreten:

– Tuberkulose

– Pilzinfektionen (insbesondere Kryptokokken, Pneumocystis und Candida)

– Virusinfektionenj (insbesondere Zytomegalie, aber auch Reaktivierung von Herpes simplex und Zoster)

– Bakterielle Infektionen, andere als Tuberkulose

Aber auch bestimmten Krebsarten wird durch die Immunschwäche Vorschub geleistet, allen voran das Kaposi-Sarkom.

Für Aerzte, die, wie der Verfasser, der seit 23 Jahren in Afrika, genauer gesagt in Simbabwe und Botswana als Internist und Krebsarzt arbeitet, tagtäglich mit AIDS-Kranken zu tun haben , sind derartige Artikel empörend, weil sie den absurden Theorien, die nachprüfbaren Tatsachen und soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen ins Gesicht schlagen, ein Podium verschaffen.

Hinzu kommt, dass Zweifel gesät werden an der weiterhin dringend benötigten Hilfe zur Behandlung der HIV-Kranken, und das in einem Land namens Oesterreich. Ein Land, das gerne Milliardenbeträge in die Skandalbank Hypo- Alpe-Adria pumpt , von mir in meinen investigativen Artikeln zutreffend „Skandalpe“ genannt, aber, wenn überhaupt, nur minimal in den Global Fund zur Bekämpfung von Aids, TB und Malaria einzahlt.

zum vollständigen  Artikel von Dr. Paleske

Die Ungeheuerlichkeit dieser Pseudokritiker liegt m. E. gerade darin, dass diese sich als „ganzheitliche, friedenspolitische Naturheilkundler und Humanisten“ in Szene setzen, die sich dem „Kampf gegen die Pharmamafia“ verschrieben haben und sich so ihre Plattform in der Alternativszene erschleichen.  Erschleichen, wohlgemerkt, denn erstens bieten diese Propagandisten überhaupt keine Alternativen für Aidskranke, das einzige was sie bieten ist ihre Verhöhnung der Erankten. Auch kämpfen sie nicht gegen die Pharmaindustrie, die ja durch ihre profitorentierten Patentrechte gerade dafür verantwortlich ist, dass arme Länder wie Afrika und Indien der Zugang zu den antiretroviralen Medikamenten erschwert wird.

Mehr dazu bei Ärzte ohne Grenzen:

Verhandlungen zum Freihandelsabkommen EU-Indien – Ärzte ohne Grenzen fürchtet um den Zugang zu bezahlbaren Medikamenten

Brüssel/Wien, 26.04.2010. In dieser Woche beginnt die entscheidende Verhandlungsrunde zwischen der EU und Indien zu einem bilateralen Freihandelsabkommen. Ärzte ohne Grenzen befürchtet, dass das neue Abkommen den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten in ärmeren Ländern erschweren wird und fordert daher dazu auf, die Einschränkung der Generika-Produktion nicht weiter zu unterstützen, wie es das Abkommen vorsieht.

Vier Millionen HIV-Infizierte erhalten heute die lebensrettende antiretrovirale Therapie. 92 Prozent von ihnen bekommen Nachahmerpräparate, sogenannte Generika, meistens aus Indien. Ärzte ohne Grenzen befürchtet, dass eine Ausweitung des Schutzes geistigen Eigentums, wie sie die EU fordert, lebenswichtige Medikamente unbezahlbar macht. Aus der Sicht von Ärzte ohne Grenzen ist die Forderung der EU nach einer Verlängerung der indischen Patentlaufzeiten über die bisher international vereinbarten 20 Jahre hinaus besonders problematisch. Zusätzlich fordert die EU, dass indische Generika-Hersteller klinische Studien für Medikamente wiederholen müssen, deren Wirksamkeit Markenhersteller bereits nachgewiesen haben.

Vor allem für ärmere Länder spielt Indien eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung von bezahlbaren, lebensnotwendigen Generika. Ärzte ohne Grenzen bezieht antiretrovirale Medikamente zur Versorgung der HIV/Aids-Patienten zu 80 Prozent vom indischen Generika-Markt. So genannte Kombinationspräparate haben die Behandlung von HIV/Aids-Patienten revolutioniert. In ärmeren, strukturschwachen Ländern sind diese Kombinationstabletten besonders geeignet, eine optimale Behandlung zu gewährleisten. Die Bereitstellung dieser Kombinationspräparate ist nur möglich, weil es hierfür in Indien keine Patent-Hemmnisse gab.

„Besonders absurd ist, dass die EU mit Ihren Forderungen im europäischen Markt gar keine Veränderungen erreichen, sondern ausschließlich die Medikamentenmärkte in Indien und den ärmeren Ländern beeinflussen würde“, sagt Florian Breitenecker, Arzt und HIV-Experte von Ärzte ohne Grenzen Österreich. Da die Verhandlungen nun in die entscheidende Phase gehen, besteht jetzt die Chance, die Bestimmungen aus dem Abkommen zu entfernen, die die Behandlung von HIV/Aids-Kranken in ärmeren Ländern unmittelbar bedrohen.
Die Profite von Pharmaunternehmen dürfen nicht über das Recht auf Leben und Gesundheit von Menschen gestellt werden.

„Weder der indische Handelsminister noch der europäische Handelskommissar haben zugesichert, dass die Bestimmungen vom Tisch sind, die den Wettbewerb in der Generika-Produktion und den Zugang zu Medikamenten beeinträchtigen würden”, sagt Michelle Childs von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Genf. „Wir werden weiter dafür kämpfen, dass diese offiziell und eindeutig aus dem Abkommen entfernt werden.”

Die Pseukritiker arbeiten also in Wirklichkeit der Pharmaindustrie und ihrer Profitmaximierung in die Tasche, denn je mehr Menschen ihren Anti-Thesen glauben schenken, desto weniger setzen sich dafür ein, dass auch für arme Länder der Zugang zu lebensnotwendigen Medikamen gesichert wird. Die Alternativ- versus Schulmedizin Debatte, wird hier lediglich als Aufhänger benutzt, mit welchem man sich ins Boot der Pharmakritiker setzen will.

Das Resultat, nach der Logik dieser Pseudo-Eso-Kampagneros, wäre also folgendes: In Afrika und Asien dürfen die Menschen weiter im Elend krepieren – während die Pharmaindustrie weiterhin ihre Profite maximiert und der Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten allein denen offen steht, die als „Erste Weltbürger“ auch dafür priviligiert sind. [edit] diese Aussage muss ich revidieren, warum, wird hier erläutert: Für das solidarische, sozialverträgliche Frühableben)

Ich sags mal ganz offen,  für mich sind diese Menschen weder Humanisten, noch friedenspolitische Alternativmediziner, für mich sind sie nur eins: Perverse Rassisten!

PS. Und ja, ich oute mich mal, auch wir schlucken hier mitunter Globuli, wenn wir erkältet sind! Auch gegen Knoblauch und Kräuterwickel haben wir nichts einzuwenden! Wir wissen mitunter auch gute Heiltees zu schätzen und wissen auch, dass Salbei ausgezeichnet gegen Halsschmerzen hilft. Mit AIDS hat das alles aber nicht die Bohne zu tun!!!

Ältere Blogbeiträge zum Thema:

Ein AIDS-Leugner klärt auf

Nachtrag zum Thema AIDS-Leugnung

Nachtrag: Warum grade mir dieses Thema so unter Haut geht und dass das nichts mit der Alternativmedizin an sich zu tun hat, gegen die ich überhaupt nichts einzuwenden habe und der ich selbst in den meinsten Fällen der klass. Schulmedizin den Vorzug gebe,  habe ich in einem Kommentar bei Klaus Baum nochmals erläutert.

Mich erinnern diese AIDS-Leugner und Verharmloser in ihrer Argumentation an diesen alten Mann hier.

>>> Noch ein paar Nachgedanken zur AIDS-Thematik (20.07.2010)

Ja auch ich zensiere

Vorweg noch eine Klarstellung: Ich bin absolut dafür, dass sich jeder mündige Mensch die Heiltherapie frei wählt, die ihm zusagt, ich kenne auch einige Krebskranke die sich nach der x. Chemothrapie für einen anderen Weg entschieden haben.  Die einen haben überlebt, andere nicht. Das ist sowohl in der Schulmedizin der Fall wie auch im alternativen Spektrum.   Die Heilung einer Krankkeit findet auf verschiedenen Ebenen statt,  sie ist auch ganz sicher keine physische Angelegenheit allein, weil der Mensch nun mal aus mehr besteht als nur aus Fleisch und Blut. Auch geht es nicht immer nur um Heilung, oft kann eine Krankheit durch eine entsprechende Medikation auch nur erträglicher gemacht werden, Schmerzen gelindert und das Leben verlängert werden.  Ebensogut können unerklärbare  Spontanheilungen stattfinden. Wenn jedoch Mediziner grobe Desinformation betreiben und hilfesuchende Patienten verantwortungslos und einseitig beraten, so ist das m. E mehr als unethisch.

Weil das hier , wie bereits erwähnt, mein privates Blog ist und kein öffentliches Forum, zensiere auch ich. Ich nehme mir also die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie und mit wem oder was ich meine Lebenszeit verbringe. Ich habe weder Lust noch Zeit, mich mit unverbesserlichen Blendern, Schwätzern und Propagandisten menschenverachtender Ideologien auseinanderzusetzen.  Auch wer sich noch nicht mal ansatzweise mit den diversen Inhalten vertraut macht, die er meint kommentieren zu müssen, darf seinen Senf gerne für sich behalten.

Ich betreibe mein Blog hier nebenbei, hauptberuflich bin ich mit anderen Dingen mehr als ausgelastet.  Es steht jedem frei hier zu lesen und entsprechenden weiterführenden links  zu folgen oder nicht.  Jeder hat die Möglichkeit sich mit Fakten vertraut zu machen,  sich aufzuklären und weiterzubilden. Ich bin hier weder im Besitz der Wahrheit noch beabsichtige ich hier irgendjemanden meine Meinung aufzudrängen. Mit Leuten, denen Menschenleben weniger wichtig sind als ihre eigene Ideologie, habe ich nichts zu tun, ebensowenig habe ich etwas mit Neuen Germanischen Medizinern, Scientologen und AIDS-Leugnern zu tun. Sie mögen also bitte auf ihren eigenen Plattformen bleiben, hier finden  sie keinen Einlass.

Im Anschluss noch ein paar links
http://www.brandeins.de/archiv/magazin/sagen-was-sache-ist/artikel/im-supermarkt-der-superkraeuter.html
Während die Wissenschaft längst das HI-Virus als Ursache von Aids akzeptiert und inzwischen wirksame Therapien entwickelt hat, leugnet Juliane Sacher, dass H IV überhaupt jemals isoliert wurde. Sie wischt die Erkenntnisse der gesamten internationalen Forschergemeinschaft vom Tisch und beruft sich stattdessen in dem Aufsatz „Aids – das Virus, das es nicht gibt“ auf eine Art Erweckungserlebnis: „… bis der Medizinalrat Dr. Heinrich Kremer es mir erklärt hat“. Das Licht, das ihr damals aufging, erleuchtet nicht jeden. So sagt Gerd Fätkenheuer, Professor und Leiter der Klinischen Infektologie der Uniklinik Köln, über Sacher und ihre Ideen: „Es gibt immer unbelehrbare Menschen und leider auch solche mit einer ärztlichen Approbation. Der Unsinn ist so grob, dass jedes detaillierte Eingehen darauf müßig ist.“

Sachers Haltung gegenüber Aids, die in der Parallelwelt der verschrobenen Forscher und Esoteriker durchaus Zustimmung findet, ließe sich noch kopfschüttelnd hinnehmen, wenn sie nicht von den bekannten und mittlerweile äußerst wirksamen Therapieschemata abriete: „Betroffene müssen sich nicht zwangsläufig in die Chemie-Maschinerie der Schulmedizin begeben.“ Verschlimmert sich der Zustand ihrer todkranken Aids-Patienten, wiegelt sie ab: „Wir sollten uns nicht gleich bei jedem Problemchen verrückt machen – und schon gar nicht machen lassen.“

Anmerkung G.:Die Ayurvedische, Chinesische und Tibetische Medizin bspw. mit dem Neu-Germanischem Geschwurbel in einen Topf zu werfen, ist genau das, was nicht passieren dürfte . Ich hoffe die Schulmedizin ihrerseits lernt hier noch, eine genauere Differenzierung vorzunehmen.  Verantwortungsvolle Mediziner der  alternativen Heilszene, würden Krebs-und Aidskranken Menschen auch niemals von einer lebensnotwendigen Therapieform oder Medikation abraten.

http://esowatch.com/index.php?title=HIV/AIDS-Leugnung

http://esowatch.com/index.php?title=Torsten_Engelbrecht

http://esowatch.com/index.php?title=Neue_Impulse_Treff

http://esowatch.com/index.php?title=Germanische_Neue_Medizin

http://de.wikipedia.org/wiki/Germanische_Neue_Medizin

P.s  Diese Leute ziehen bald  die gesamte Naturheilkunde  in den Schmutz (indem sie diese mehr und mehr unterwandern…) und führen sowohl eine differenzierte Impf-wie Pharmakritik ad absurdum, gerade im Zuge der Schweingrippemanie, kreuchen sie aktuell wieder aus allen Löchern und drängen sich in den Diskurs. Es sei daher jedem dringend angeraten, genau zu prüfen mit wem er es wann und wo zu tun hat.

Nachtrag: Die sogenannte “kritische Gegenöffentlichkeit” wird eben ganz allgemein von diversen Verschwörungsphantasten (also solche die ihre eigene Phantasie als Wahrheit verkaufen) ad absurdum geführt, egal ob es sich nun um 9/11 handelt, den Israel/Palästina Konflikt oder um die Pharma-und Impfkritik, sind immer dieselben Leute die nach dem selben Muster arbeiten und die Glaubwürdigkeit ernsthafter und seriöser Kritiker untergraben. Aus diesem Grund ist eine klare Abgrezung und Aufklärung über diese Strömung auch so wichtig. Esowatch differenziert hier eben leider überhaupt nicht und ist daher auch nur unter Vorbehalt und als weiteres Puzzelstückchen zu empfehlen.

hier noch eine Lesempfehlung (von der parteibuch redaktion eingebracht) :

HIV kein Virus oder harmloses Virus?

Dr. Alexander von Paleske – HIV ist ein Virus, HIV führt zu AIDS und die HIV Krankheit ist behandelbar. Das waren bisher die gesicherten Kenntnisse in der Medizin.

siehe auch Antifrengi: Ohne Worte – braune Biomasse

sowie meinen Blogeintrag vom 19.11.2009 : Nochmal was zur Impfthematik