Leseempfehlungen zur Castor Blockade

Eiertanz nach Castor-Schlappe

Matthias Monroy 12.11.2010

Das Bundesinnenministerium verstrickt sich zur Prügelhilfe eines französischen Polizisten beim Castor-Protest weiter in Widersprüche. Indes werden weitere Details zu Polizeiübergriffen publik

Mindestens vier ausländische Polizeikräfte waren beim jüngsten Castor-Transport im Wendland zugegen: Ein Angehöriger der französischen Bereitschaftspolizei CRS sowie drei kroatische Beamte. Soweit die Fakten – der Rest ist Spekulation, zu der auch die Bundesregierung bislang nichts Erhellendes beiträgt. Noch am Mittwoch waren Angehörige des Bundesinnenministeriums (BMI) oder der Bundespolizei nicht in der Lage, eine Erklärung dazu abzugeben. Im Innenausschuss des Bundestages wurde sogar [extern] behauptet man wisse hierzu nichts.>>> weiter lesen

siehe außerdem:

Anwälte des Legal Teams aus dem Wendland verurteilen Hausdurchsuchungen

Am Montag, den 8.11.2010, haben Polizeibeamte, darunter die Beweissicherungseinheit aus Oldenburg und die 5. Einsatzhundertschaft aus Göttingen gegen 17 Uhr mindestens drei Höfe in Grippel, Zardrau und Langendorf gestürmt und die Scheunengebäude durchsucht. Während der Durchsuchung in Grippel erfolgte keinerlei Begründung der Maßnahme, die Beamten waren vermummt, trugen keine individuelle Kennzeichnung und waren auch gegenüber den Anwesenden Rechtsanwälten zu keinerlei Erläuterung oder Identifizierung bereit, sondern reagierten mit Wegschubsen.

Ps. Der stuttgart21 blog berichtete von ca. 1000 Verletzten bei der Castor Blockade

950 Augenverletzungen
16 Brüche
29 Platzwunden
3 Gehirnerschütterungen

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[UPDATE] – Albtraum Atommüll

Neu im Blogkino:

Albtraum Atommüll

Dokumentarfilm von von Eric Guéret & Laure Noualhat, 2009

Anmerkung: Der Film lässt vieles aus, vom Uranabbau ist gar nicht die Rede, auch das Thema Uranmutnition (DU-Waffen) bleibt unberührt. Das Thema illegaler Atomschmuggel(-handel) wird auch nicht aufgegriffen  Aber für französiche Verhältnisse ist das vermutlich schon „investigativ“ genug. Trotzdem sehenswert, allein schon um das einzigartige „NLP“ des Areva-Managers(Teil 8 auf der Playlist) zu studieren. „Themenbewußtheit, statt „Probembewußtheit“ – so die Devise.

Nachtrag: Noch ein kleiner Textauszug aus dem Archiv der IPPNW  (denn um die Gegenwart zu verstehen, sollte man die Vergangenheit kennen!)

Ein paar harte Fakten bezügl der rot-grünen Atompolitik unter Schröder:

Die Atomenergie-Förderpolitik der Regierung Schröder

Atompolitische Entscheidungen

Jahrelang vermittelte die Bundesregierung in der Öffentlichkeit den Eindruck, sie betreibe eine ausstiegsorientierte Atomenergie-Politik. Fachleute aus atomkritischen Organisationen wie die IPPNW weisen hingegen beständig auf die Kontinuität von Entscheidungen der Bundesregierung zur Förderung der Atomenergie und der Atomindustrie hin. Auch der „Atomkonsens“ ist bei genauer Betrachtung nicht der Einstieg in den Ausstieg, sondern ein jahrzehntelanger Bestandsschutz für die deutschen Atomkraftwerke. Hier eine Chronologie der wichtigsten atompolitischen Entscheidungen.

Juli 1999: Hermes-Bürgschaft für Nachrüstung eines slowenischen Atomkraftwerks

Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit vergibt die rot-grüne Bundesregierung – erst wenige Monate im Amt – im Juli 1999 eine 36-Millionen-Mark-Hermesbürgschaft für die Nachrüstung des slowenischen Atomkraftwerks Krsko durch die Siemens AG.

März 2000: Hermes-Bürgschaft für Atomkraftwerks-Neubau in China

Erstmals nach 20 Jahren gewährt eine deutsche Bundesregierung, wieder eine Hermes-Bürgschaft für den Neubau eines Atomkraftwerkes. Mit Beschluss vom 10. März 2000 erhält Siemens diese Bürgschaft für die Beteiligung am Neubau von von zwei Atomkraftwerksblöcken (Lianyungang) in einer chinesischen Sonderwirtschaftszone beteiligen. Siemens errichtet diese Atomkraftwerksblöcke vom russischen Typ WWER-1000 gemeinsam mit der russischen Atomwirtschaft. Bundeskanzler Schröder hatte zuvor gemeinsam mit Siemens-Managern in China die Baustelle des Atomkraftwerkes besichtigt und sich davon begeistert gezeigt.

März 2000: Hermes-Bürgschaft für die Nachrüstung eines argentinischen Atomkraftwerks

Siemens erhält am 10. März 2000 eine zweite Hermes-Bürgschaft für die Nachrüstung des argentinischen Atomkraftwerks Atucha-1. Der Schrottreaktor mußte nach Pannen bereits unzählige Male repariert werden. 1987 traten 45 Tonnen radioaktives Wasser aus einem undichten Druckröhren-Endstopfen aus. Die Hermes-Bürgschaft ermöglicht den Weiterbetrieb dieses hochgefährlichen Atomkraftwerks.

März 2000: Hermes-Bürgschaft für Atommüll in Litauen

Eine dritte Hermes-Bürgschaft vom 10. März 2000 dient einer Zementieranlage für radioaktive Abfälle beim litauischen Atomkraftwerk Ignalina. Dabei verzichtet die Bundesregierung auf eine Vertragsklausel für die Stillegung dieses Atomkraftwerks vom Tschernobyl-Typ. Zum Vergleich: Die alte Kohl-Regierung hatte unter Druck der damaligen Oppositionsparteien 1996 im Falle des Atomkraftwerkes Mochovce an die Bewilligung der Hermes-Bürgschaft für Siemens immerhin „weiche“ Stillegungsklauseln für das slowakische Atomkraftwerk Bohunice geknüpft. An einer Umsetzung dieser Stillegungsvereinbarung für Bohunice zeigt die derzeitige Bundesregierung allerdings kein Interesse.

Juni 2000: Der „Atomkonsens“ und die Änderung des Atomgesetzes

Nach monatelangen Diskussionen paraphiert die Bundesregierung am 14. Juni 2000 eine Vereinbarung mit den deutschen Atomkraftwerksbetreibern, wonach deutsche Atomkraftwerke noch mehr als 20 Jahre lang betrieben werden dürfen („Atomkonsens“). Obwohl das Bundesumweltministerium in einem internen Papier zu dem Ergebnis kommt, dass alle deutschen Atomkraftwerke nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen, sichert die Bundesregierung der Atomindustrie die Beibehaltung der völlig überholten Sicherheitsstandards zu. Da es kein Endlager für den Atommüll gibt, darf die Atomindustrie nach der Vereinbarung die hochradioaktiven Abfälle in neuen standortnahen Zwischenlagern deponieren. Auf der Basis der Vereinbarung schreibt die Bundesregierung unter förmlicher Beteiligung der Atomkraftwerksbetreiber einen Gesetzentwurf zur Änderung des Atomgestzes. Der Deutsche Bundestag wird im Dezember 2002 genötigt, diesen Gesetzentwurf ohne weitere Änderungen zu beschließen. Das Gesetz tritt am 22. April 2002 in Kraft.

Okt. 2000: Genehmigung zum Export der Hanauer Plutoniumfabrik

Der von Deutschlands größtem Atomkraftwerksbetreiber E.ON „beurlaubte“ Wirtschaftsminister Werner Müller erteilt die Genehmigung zum Verkauf der Hanauer Plutoniumfabrik von Siemens an Russland (später platzt das Geschäft). Nach den Vorstellungen von Siemens und dem russischen Atomministerium soll in der Anlage russisches Waffenplutonium zusammen mit Uran zu sogenannten MOX-Brennelementen verarbeitet und dann jahrzehntelang in Atomkraftwerken „verheizt“ werden. Obwohl bei einer direkten Immobilisierung und Endlagerung des Waffenplutoniums das Proliferationsrisiko bei weitem geringer wäre und zudem ein jahrzehntelanger Weiterbetrieb gefährlicher Atomkraftwerke eindeutig gegen die MOX-Option spricht, setzt sich Siemens mit seinen seit Jahren gehegten Interessen durch. Ein Teil der MOX-Brennelemente soll auch in deutschen Atomkraftwerken zum Einsatz kommen. Im Gegenzug würde Russland deutschen Atommüll übernehmen und irgendwo in dem großen Reich endlagern. Der Export der Plutoniumfabrik nach Russland kommt trotz der Genehmigung nicht zustande.

Dez. 2000: Kredit für die Fertigstellung von zwei Atomkraftwerken in der Ukraine

Die Bundesregierung enthält sich am 7. Dezember 2000 bei einer Entscheidung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und ermöglicht damit eine Kreditentscheidung für den Fertigbau der beiden urkrainischen Atomkraftwerksblöcke Khmelnitzki-2 und Rowno-4 (K2R4) unter Beteiligung von Siemens und Framatome. Acht andere Staaten zeigen Rückgrat und stimmen gegen den 467-Millionen-DM-Kredit, darunter die Niederlande, Norwegen und Österreich. Hätte Deutschland mit „Nein“ gestimmt und hätte sich dann der G7-Staat Italien – wie angekündigt – dem deutschen Votum angeschlossen, wäre der Kredit für den Bau von zwei Atomkraftwerken nicht durchgegangen! In Folge der Entscheidung der EBRD bewilligte die EU-Kommission einen Euratom-Kredit von über einer Milliarde DM. Da die EBRD-Kriterien für die Kreditvergabe von der Atomindustrie später nicht erfüllt werden, zahlt die Bank den Kredit letztlich nicht aus.

Juli 2001: Änderung der Strahlenschutzverordnung

Die Änderung der Strahlenschutzverordnung führt zu einer Verschlechterung des Strahlenschutzes für Schwangere, Jugendliche und die allgemeine Bevölkerung. Voraussetzung für eine preiswerte Unterbringung von Atommüll zu Lasten des Strahlenschutzes.

Nov. 2003: Förderung des Exports der Hanauer Plutoniumfabrik nach China

Am 2. Dezember 2003 wird bekannt, dass Siemens seine Hanauer Anlage zur Fertigung plutoniumhaltiger MOX-Brennelemente nach China exportieren möchte. Bundeskanzler Gerhard Schröder unterstützt Siemens bei seiner China-Reise um den 2. Dezember 203 bei den Verhandlungen mit dem Reich der Mitte. Für die IPPNW ist es unverständlich, wie der Gerhard Schröder als Sozialdemokrat die Plutoniumwirtschaft in China fördern kann, obwohl seine Partei in den 80er Jahren maßgeblich daran beteiligt war, den Einstieg in diesen gefährlichen Zweig der Atomenergie in Deutschland zu verhindern.

Nov. 2003: Entscheidung zur Gewährung einer Hermes-Bürgschaft für den AKW-Neubau in Finnland

Am 16. Oktober 2003 fällt Finnland die Vorentscheidung für die Errichtung eines neuen Atomkraftwerks vom Typ „Europäischer Druckwasser-Reaktor (EPR)“. Dieser Reaktortyp wird seit 1993 von Siemens gemeinsam mit französchen Partnern entwickelt. Am 5. Dezember 2003 wird eine Entscheidung der Bundesregierung bekannt, Siemens eine Hermes-Bürgschaft für den Neubau des Atomkraftwerks in Finnland gewähren zu wollen. Nach massiven öffentlichen Protesten zieht Siemens den Antrag auf Gewährung einer Hermes-Bürgschaft zurück. Das neue Atomkraftwerk soll aber dennoch gebaut werden. Eine erste sicherheitstechnische Beurteilung des neuen Reaktors durch die IPPNW ergab zahlreiche sicherheitstechnische Defizite.

Und was hat sich seither verändert?

03.04.2010

Bürgt Berlin für Akws in Russland?

Die Bundesregierung prüft derzeit staatliche Hermes-Exportbürgschaften für je zwei Atomkraftwerke in Russland und in China. Ökologen hoffen auf eine Ablehnung.
sieh außerdem:

Urgewald veröffentlicht Studie zu Korruption und Hermesbürgschaften (29.07.2010)

Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald veröffentlicht heute ihre neue Studie „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“, in der sie untersucht, wie korruptive Geschäfte über Hermesbürgschaften abgesichert werden. Etwa indem Bestechungsgelder in Form von Beratungshonoraren in Deckung genommen, oder Projekte abgesichert werden, die durch Bestechung zustande gekommen sind.

„Die Informationspolitik der Bundesregierung gerade zu einzelnen Projekten ist überaus restriktiv“, erklärt Kai Schäfer, Autor der Studie. „Trotzdem haben wir einige korruptive Projekte identifiziert, bei denen eine Hermesabdeckung sehr wahrscheinlich oder sicher ist.“ Zu diesen gehören Gasgeschäfte von MAN Turbo in Kasachstan, ein Fall, in dem die Staatsanwaltschaft München im Dezember 2009 Anklage gegen einen früheren Vorstandschef wegen Bestechung ausländischer Amtsträger erhoben hat. Hinzu kommen Siemens-Geschäfte im Kraftwerksbereich, sowohl in Israel als auch in der Dominikanischen Republik, gegen die Korruptionsvorwürfe erhoben wurden. Im Fall ThyssenKrupp wurden mit Hermesdeckung Korvetten nach Südafrika geliefert. Der Waffendeal hat in Südafrika wegen der Zahlung von Bestechungsgeldern in Millionenhöhe jahrelang die Gerichte beschäftigt.

MAN, Siemens und ThyssenKrupp sind gute Hermeskunden: Sie zählen zu den Top 10 Unternehmen, die fast drei Viertel der Exportgarantien auf sich versammeln. Schon auf die drei Hauptprofiteure Siemens, Airbus und den Anlagenbauer SMS entfällt fast die Hälfte des Bürgschaftsvolumens. „Das Wirtschaftsministerium betont immer die Bedeutung von Hermesbürgschaften für kleine und mittlere Unternehmen, tatsächlich jedoch profitieren vor allem wenige große Unternehmen von dem Instrument. Viele von ihnen verlagern zudem einen Großteil ihrer Arbeitsplätze ins Ausland“, erläutert Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald.

„Uns überraschen die Korruptionsprobleme bei Hermes nicht“, fährt Schücking fort. Sie zitiert den „Anti-Bestechungsindex“, den die gewerkschaftliche Antikorruptionsorganisation UNICORN erstellt hat. „Dort landet Hermes gemeinsam mit Mexiko auf Platz 27 von 31 untersuchten Exportkreditagenturen. Kein Wunder, denn in Deutschland können Provisionszahlungen an lokale Agenten mit gedeckt werden. Über diese Zahlungen wird die Bestechung meist abgewickelt.“

Schücking sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf für die Bundesregierung, mit der Korruptionsbekämpfung ernst zu machen: „Korruption verschlechtert die Qualität von Projekten und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit, dass ein Geschäft zum Schadensfall wird. In Fällen nachgewiesener Korruption sind Bürgschaftsverträge jedoch nichtig, deshalb sollte der Bund unseres Erachtens prüfen, ob in den von uns genannten sowie weiteren Fällen gezahlte Entschädigung zurückgefordert werden muss.“

Urgewald schließt die Studie mit Handlungsvorschlägen wie Korruption wirksam bekämpft werden könnte, wozu eine Verbesserung der parlamentarischen Kontrolle und Transparenz von Hermesbürgschaften ebenso gehört wie korruptionsspezifische Reformen der Antrags-, Prüfungs- und Kontrollverfahren bei Hermes.

Hermesbürgschaften werden Unternehmen gewährt, um diese in so genannten ‚schwierigen Märkten’, besonders Entwicklungs- und Schwellenländern, gegen die Zahlungsunfähigkeit lokaler Besteller abzusichern.

Die Studie kann unter folgendem Link herunter geladen werden: http://www.urgewald.de/ dirkter download hier

Und hier noch ein kleiner Spott (etwas dämlich, aber naja…):

Stuttgart 21 und darüber hinaus – Die Firma von Herrn Mappus: Siemens

Einen ausführlichen Bericht über die Atomgeschäfte von Siemens findet sich auf der Seite der IPPNW – aus aktuellem Anlass wird er heute hier verlinkt:

Die unverantwortlichen Atomgeschäfte von Siemens*

Ein kurzer Überblick

Die Siemens AG ist einer der weltweit führenden Atomkonzerne. Seit 2001 firmiert das Atomgeschäft unter „Framatome ANP“, einer Beteiligungsgesellschaft von Siemens. Nach Auffassung der IPPNW sind diese Atomgeschäfte unverantwortlich. Siemens hat alle deutschen Atomkraftwerke gebaut und baut neue Atomkraftwerke. Siemens spart bei der Sicherheit und bei der Wartung und Instandhaltung von Atomkraftwerken. Der Atomkonzern beschäftigt in Atomkraftwerken Hilfskräfte und Leiharbeiter. Atomkraftwerke hat Siemens immer wieder in Erdbebengebieten errichtet. Trotz ungelöster Entsorgung setzt Siemens weiterhin auf die Atomenergie. Siemens sorgt mit seinen Atomexporten für die Verbreitung von Technologie und Know-how, die auch für die Entwicklung von Atombomben hilfreich sein können.

weiterlesen bei ippnw!


Das ist die Firma von Vetter Mappus, bei der er immer noch unter Vertrag steht! Es folgt ein kurzer Auszug aus Wikipedia, bezügl seines Werdegangs:

Ausbildung und Beruf

Von 1972 bis 1976 besuchte er die Grundschule in Mühlacker-Enzberg und danach bis zum Abitur 1985 das Theodor-Heuss-Gymnasium in Mühlacker. Nach der Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Standard Elektrik Lorenz in Pforzheim leistete er ab 1987 seinen Grundwehrdienst beim Raketenartilleriebataillon 122 in Philippsburg, das damals der 12. Panzerdivision unterstellt war.

(…)Von 1995 bis 1997 arbeitete er teilzeit im Bereich Vertrieb von Telekommunikationsanlagen bei der Siemens AG in Stuttgart. Seither ist er mit einem Rückkehrrecht bei Siemens freigestellt. Im August 2010 verkündete Mappus, er wolle die Beurlaubung zum Ende der Legislaturperiode im Frühjahr 2011 wohl auslaufen lassen.[1]

Politische Tätigkeit

(…)

Von 1998 bis 2004 war Mappus politischer Staatssekretär im baden-württembergischen Ministerium für Umwelt und Verkehr und von 2004 bis 2005 Umwelt- und Verkehrsminister; 2000 wurde der damalige Staatssekretär von Ministerpräsident Erwin Teufel zum Interregio-Beauftragten ernannt, um die Deutsche Bahn dazu zu bewegen, einen eigenwirtschaftlichen Regionalverkehr als Ersatz für die entfallenden IR-Züge zu schaffen[3]. Er wurde am 21. April 2005 als Nachfolger von Günther Oettinger, der Ministerpräsident des Landes wurde, in einer Kampfabstimmung gegen Peter Hauk zum Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion gewählt. Nach der Landtagswahl am 26. März 2006 wurde er mit großer Mehrheit in diesem Amt bestätigt.

Er ist ein klarer Befürworter des Projektes Stuttgart 21.

Wahl zum Ministerpräsidenten

Am 24. Oktober 2009 erklärte Mappus seine Bereitschaft, Nachfolger des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Oettinger zu werden, der im Zuge der Bildung der neuen schwarz-gelben Regierungskoalition in Berlin als neuer EU-Kommissar nominiert wurde.[4] (…)

Kontroversen

Rechtstreit mit Thomas Knapp

Im Zuge der umstrittenen Trauerrede, die der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger 2007 anlässlich des Todes von Hans Filbinger hielt, machte der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Knapp auf einem Kreisparteitag auch Mappus schwere Vorwürfe, wonach dieser unter anderem am rechten Rand fische. Da Knapp eine Unterlassungserklärung ablehnte, stellte Mappus einen Antrag auf einstweilige Verfügung, die allerdings vom Landgericht Karlsruhe am 31. Mai 2007 abgelehnt wurde.[8][9]

Homosexualität

Stefan Mappus hat in der Vergangenheit den Christopher Street Day Stuttgart als „abstoßend“ bezeichnet. 2005 äußerte Mappus, er und 90 Prozent der Fraktion hätten ein Problem „mit dem frivolen, karnevalesken Zurschaustellen von sexuellen Neigungen, wie es bei dieser Veranstaltung geschieht.“ Als im Sommer 2009 die damalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) etwa ein Adoptionsrecht für Homo-Paare gefordert hatte, übte Mappus Kritik: „Kinder sind denkbar ungeeignet für Experimente im Bereich der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und bedürfen dem besonderen Schutz [sic] der Gesellschaft“.[10]

Stefan Mappus sprach sich dagegen aus, Lebenspartnerschaften in den Trauzimmern der Standesämter zu schließen. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) warf Mappus daher im Oktober 2009 vor, er habe zu verantworten, „dass sich schwule und lesbische Paare in baden-württembergischen Kfz-Zulassungsstellen trauen lassen“ müssten.[11]

Neofaschismus

Im Jahre 2003 hatte Mappus in seiner Heimatstadt Pforzheim die umstrittene Ausstellung Neofaschismus in der BRD zu verhindern versucht, weil in dieser einigen Politikern inhaltliche Nähe zum Rechtsextremismus unterstellt wurde. [12]

Steuerbetrugsdaten

Im Februar 2010 traf Mappus auf Drängen der FDP in seiner Funktion als Ministerpräsident die Entscheidung, dass die angebotenen Daten zu Steuerhinterziehungen weder vom Land Baden-Württemberg gekauft, noch an das Bundeszentralamt für Steuern weitergeleitet würden. Mappus wurde dafür sowohl aus eigenen Reihen,[13] als auch von der Opposition heftig kritisiert.[14]

 

Karikatur von Eva Stegen

 

Übrigens: Jedes Jahr erzeugen die beiden Neckarwestheimer Atomkraftwerke über 30 Tonnen an hochgiftigem und für Jahrtausende strahlenden Atommüll. Eine sichere „Endlagerung“ kann und wird es nie geben. Der Atommüll soll für 40 Jahre in den Tunnelröhren in Neckarwestheim „geparkt“ werden. Und dann? Ein Endlager in Neckarwestheim? Als mögliche Standorte im Ländle kommen beispielsweise Gebiete entlang der Donau von Ulm bis Riedlingen oder westlich des Bodensees im Kreis Konstanz in Betracht sowie Regionen im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb. Die Skandale um die sogenannten Endlagerstandorte Morsleben, Asse und Gorleben zeigen: Das Problem des Jahrmillionen strahlenden Atommülls ist völlig ungelöst.

PS: Neben verschiedenen alarmierenden Sicherheitsmängel befinden sich die Reaktoren auf instabilem Untergrund. „Eine Gipsschicht wird durch Grundwasser ausgelaugt, wodurch Hohlräume entstehen, die spontan einstürzen können. Ende 2002 kam es auf einem Acker nahe Besigheim ohne Vorwarnung zu einem 18 Meter tiefen Erdeinbruch, 4,5 km vom AKW entfernt und in geologisch vergleichbarem Untergrund. Die Atomaufsicht argumentiert zwar, dass die Bewegung des Untergrundes laufend durch empfindliche Messgeräte überwacht wird. Trotzdem wurden seit 1988 im Laufe der Zeit mehrere neue, bisher nicht bekannte Hohlräume im Untergrund unter den AKW entdeckt. Es ist daher zu befürchten, dass weitere unbekannte Hohlräume entstehen oder bereits existieren, und die Standsicherheit der Anlage gefährden. Ein Einbruch unter dem Reaktor oder anderen kritischen Bereichen könnte wichtige Komponenten massiv beschädigen und dabei auch mehrere der redundanten Sicherheitssysteme gleichzeitig betreffen.“ (…) Zwischenlager Neckarwestheim Um die Energieversorger von ihren Lager- und Transportnöten für den entstehenden Atommüll zu befreien, vereinbarte die rot-grüne Bundesregierung im Atomkonsens von 2000 den Bau von Zwischenlagern an allen Reaktorstandorten mit einer Aufbewahrungsdauer von 40 Jahren. Neckarwestheim ist der einzige Standort, an dem ein unterirdisches Lager für 151 CASTOR-Behälter mit bis zu 1.600 Tonnen Atommüll angelegt wurde. Ab November 2003 wurden zwei Tunnelröhren in den Kalkstein über den Gipsschichten des instabilen Untergrundes getrieben, woraufhin sich der Untergrund unter dem Verwaltungsgebäude senkte und der Bau zeitweilig unterbrochen werden musste. Das Lager nahm schließlich am 6. Dezember 2006 seinen Betrieb auf. 2009 stellte ein Gutachter im Zusammenhang mit dem Skandal um den Betonhersteller Godel fest, dass auch im Zwischenlager teilweise minderwertiger Beton verwendet worden war.

mehr darüber unter:

Gefahrenquelle Atomkraftwerk Neckarwestheim

AKW Neckarwestheim von SüdwestenDas Atomkraftwerk Neckarwestheim befindet sich im nördlichen Baden-Württemberg am Neckar zwischen Ludwigsburg und Heilbronn in einem ehemaligen Steinbruch und besteht aus den beiden Reaktorblöcken Neckarwestheim I und Neckarwestheim II. Die Anlage wurde von der zu Siemens gehörenden Kraftwerkunion KWU errichtet und wird von der EnBW Kernkraft GmbH betrieben, an der die EnBW mit 99,8% und die Deutsche Bahn AG mit 0,2% beteiligt sind. Etwa 30% des Bahnstroms stammen aus Neckarwestheim.

weiter…

Also liebe Kinder und renintente Rentner, Eltern, Bürger -innen u. außen, Berufsdemonstranten und Anarchos – lasst euch nich knüppeln, sondern macht heiter weiter! Und das nicht nur in Stuttgart!

* Anmerkung zum verlinkten Artikel  auf der IPPNW-Seite – Der Bericht stammt aus dem IPPNW-Archiv und dient als Hintergrundinformation bezügl der Atomgeschäfte von Siemens und ist unbedingt und absolut lesenswert! Neuerdings scheint es die Strategie von Störern zu sein, mittels dem Einstreuen von  irrelevanten Kommentaren,  die Leserschaft vom eigentl. Gegenstand der Publikation abzulenken. So spielt es hier auch keine Rolle ob Siemens heute noch mit der Fa. Framatome verbandelt ist oder nicht – darum geht es hier überhaupt nicht. Die Firma von der hier die Rede ist, heisst Siemens und es geht hier auch einzig und allein um die unverantwortlichen Atomdeals dieser Firma!

mehr zu Siemens siehe Ergänzungen zu

Albtraum Atommüll

Atomkraft: Schluss jetzt!

Da ich selbst leider morgen nicht an der großen Anti-Atomkraft-Demo in Berlin teilnehmen kann, poste ich hier heute noch ein paar gesammelte links zum Thema. Abgesehen von der Unverantwortlichkeit der atomare Energiegewinnung an sich (die angefangen vom Uranabbau bis zur Endlagerung des Giftmülls bekanntermaßen unkontrollierbar und zerstörisch ist und schlicht und ergreifend absolut und unverzüglich eingestellt werden muss!)   macht man sich offensichtlich auch um so leidige Themen wie „Reaktorsicherheit“ nicht die Bohne von einem Gedanken.

IPPNW fordert Super-Containment für Atomkraftwerke

Gutachter: „Notfallmaßnahmen“ funktionieren nicht

14.09.2010

„Keines der deutschen Atomkraftwerke ist gegen Kernschmelz-Unfälle, so wie in Tschernobyl geschehen, ausgelegt. Auch die neueren so genannten Konvoianlagen nicht“, so Henrik Paulitz, Atom-Experte der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW. „Die Kernschmelzfestigkeit fast aller deutschen Atomkraftwerke ist im internationalen Vergleich katastrophal schlecht, weil der Sicherheitsbehälter zu klein und aus Stahl statt aus Stahlbeton angefertigt wurde. Gerade bei den viel gepriesenen Konvoianlagen funktionieren die so genannten Notfallmaßnahmen, der letzte Rettungsanker bei Leck-Störfällen, erwartungsgemäß nicht“, erklärt Paulitz. weiterlesen

Desweiteren sei hier auch nochmals auf die Deutsche Kinderkrebsstudie Kikk verwiesen, die herrausstellte, dass  Kinder, die im Umkreis von fünf Kilometern um ein Atomkraftwerk (AKW) leben, im Vergleich zu unbelasteten Kindern ein doppelt so hohes Risiko haben, an Leukämie zu erkranken; das erhöhte Risiko lässt sich bis zu einem Umkreis von fünfzig Kilometern feststellen, nimmt aber mit wachsender Distanz ab; ganz kleine Kinder sind wesentlich gefährdeter(…)

siehe dazu folgenden Artikel in der Schweizer Wochenzeitung WOZ:

Schwangere, hütet euch vor AKWs!

Von Susan Boos

Schweizer Atomanlagen geben beträchtliche Mengen Tritium ab, das Wasser radioaktiv macht. Dieses Tritium könnte der Grund sein, weshalb Kinder, die in der Nähe von Atomanlagen leben, häufiger an Leukämie erkranken als andere Kinder. Auch die Strahlenschutzkommission fordert Abklärungen. weiterlesen

weitere interessante Artikel in der WOZ zum Thema hier

hier noch ein paar Film-links:

Schmutziges Uran – die Kehrseite der „sauberen“ Kernenergie

Konstrastesendung vom 16.09.10 22:00

In Afrika wird seit Jahrzehnten Uran abgebaut – auch für deutsche Atomkraftwerke. Die Bedingungen sind oft katastrophal. Ganze Landstriche werden verstrahlt, Arbeiter sterben qualvoll. Doch der Bedarf an Natururan steigt weiter, auch wegen der geplanten Laufzeitverlängerung in Deutschland.

Also, wer kann bitte morgen zahlreich aufmarschieren in Berlin!!!

Zum Abschluss, Hermann Scheer:

Erneuerbare Energien brauchen keine Brücken

„Der unverzügliche Wechsel zu erneuerbaren Energien ist keine Last, sondern die größte greifbare soziale und wirtschaftliche Zukunftschance.“
Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises

Der vollständige Wechsel zu erneuerbaren Energien ist technisch und wirtschaftlich nicht nur möglich, sondern auch unverzüglich nötig. Alles spricht dafür, diesen Wechsel zu beschleunigen. Alles spricht dagegen, diesen über so genannte „Brücken“ in Form von Atomkraft werken oder neuen Kohlekraftwerken zu führen und damit aufzuschieben. weiterlesen