Tatort Internet: Gefährliches Grundrechtevirus bedroht Demokratie und Verfassung!

Ja was ist denn das für eine neue Krankheit im Netz: Überall erinnern sich die Menschen plötzlich an ihre Grundrechte, beschäftigen sich intensiv mit dem Grundgesetz, debattieren über Menschenwürde, halten sogar Grundrechtemahnwachen ab, es gibt sogar  ein Grundrechtekommitee und zu allem Überfluss auch noch eine Grundrechtepartei! Dann wird auch noch gegen das SGBII geklagt!

Ja ist denn das zu fassen? Kann da der Veraffunsgschutz gar nichts dagegen unternehmen? Der ist doch schließlich eigens dafür eingerichtet worden, die Verfassung vor dem Zugriff unbefugter, unterpriviligierter Sozialromantiker und der gleichen solchen zu schützen!

Also ne, höchste Zeit für eine schlagkräftige Bildungsbürger-Kampagne, Heinsohn, Sloterdijk und Sarrazin gaben den Auftakt und aus Gründen der Meinungsvielfalt in den Germanischen Leitgazetten und Wirtschaftsfeuilletons,  melden sich, neben dem gefühlten Buprä Gauck,  immer mehr hochrangige Professoren zu Wort.

So klärt ein Herr Habermann die Welt, darüber auf, was Menschenwürde tatsächlich bedeutet und Herr Hank nimmt  sich derweil der FAZ-Leser und Besserwisserverdiener an, die sich ihrer Würde zwar noch bewusst sind, aber eben auch mal wieder ein wenig Selbstbestätigung brauchen.

Ja, diese „demokratische Rechtsstaatlichkeit“ ist wahrlich ein Possenspiel der ganz besonderen Art.

Dabei haben wir doch auch so schon alle Hände voll damit zu tun, der Lage im Land Herr zu werden. Da gibt es diese störrischen Schwaben, die von heute auf morgen meinen, sie hätten was zu sagen, das gibt den Fachkräftemangel auf der einen Seite, und diese fürchterlichen Untermenschen auf der anderen, da müssen Sparpakete geschnürt und Terrorpakete bekämpft werden, da müssen Bahnhöfe tiefer- und Atomkraftwerke neu aufgelegt werden, da müssen Renten gekürzt und Bankerboni ausgeschüttet werden, Verträge geheim gehalten und Gesetze eingekauft werden… und da kommen die Leute mit Grundrechten?

Dieses Internet ist ein brandgefährlicher Virenherd der dringendst von ausgebildeten Pharmazeuten reguliert  werden muss! Höchste Zeit für ein großangelegtes, tiefgreifendes Seuchenschutzprogramm!

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Netzneutralität

Ja nix „privates“ in Blogs posten Leute! Das ist alles völlig unerheblich, was euch der Alltag so beschert. Es geht allein um das Politische! Ganz abstrakt und unpersönlich. Um die Anaylse geht es! Um Aufklärung. Wer am klügsten analysiert ist der König der Weisen! Er allein verdient eure Aufmerksamkeit. Lasst alles Private außen vor, zeigt kein Gesicht, beweist eure Nichtbetroffenheit indem ihr auf die Zustände außerhalb eures selbsterblebten Spektrums verweist. Niemals selbst betroffen sein, das will doch keiner wissen, ist doch nur Kokolores und Egomanie!

Islamexperten z. B. können nie u. nimmer Islamisten sein! Und Kirchenkritiker dürfen auf keinen Fall einer Kirche angehören. Auch fremde, exotische Kulturen, darf nur der kritisieren, der sie nicht versteht. Nur so kann von Unvoreingenommenheit überhaupt erst die Rede sein.

Also liebe Leute, beweist eure Neutraliät.Wenigstens im Netz!

Ps. noch ein Tipp an die Femininen: Hört endlich auf übers Stricken, Sticken, Kinderkriegen oder sonstige Nichtigkeiten zu bloggen. Schon gar nicht über eure Beziehungen, Mode oder gar Sexuelles. Diese Frauenthemen interssieren doch kein Aas. Mich zwar auch nicht aber ich will das hier mal gesagt haben. So – wer wichtig sein will, blase sich bitte nicht so auf. Seid sittsam, bescheiden und engagiert. Dann werdet ihr auch verlinkt. Ein wenig scharf müsst ihr natürlich schon sein – denn brave mag auch niemand. Also schärft euren nicht vorhandenen Verstand und werdet endlich mal Alphaweibchen. Denn nichts ist wichtiger als eurer täglicher Senf!

Amen.

ps. es gibt im übrigen genug Loser und Unterdrückte auf der Welt, für die ihr euch einsetzen und engagieren könnt! Eure eigenes Elend spielt dabei nun wahrlich keine Rolle. Auch eure Freude und Wonne ist etwas, das in einer öffentlichen Debatte nun echt nichts verloren hat!

Der Trojaner Notdienst des BDK- eine geniale Sache!

Vor ein paar Tagen hatte ich so einen fiesen Trojaner an Bord meines konfusen Rechners. Weil ich nicht wusste, was ich mit ihm anstellen soll, also nachdem ich ihn in Quarantäne gesetzt hatte, schrieb ich eine mail an den BDK (Bund Deutscher Kriminalbeamter) und stellte dort einen Antrag auf Soforthilfe.

Die kam dann auch prompt. Denn als ich heute morgen meinen Rechner anstellte, drang plötztlich eine seltsame Geräuschkulisse aus meinem Lautsprecher: Es raschelte und knisterte, klickte, tippte und summte wie in einem Großraumbüro. Ich fragte auch gleich: „Hallo, ist da der Notdienst des BDK?“ Worauf es dann schlagartig ganz still wurde. Als ich dann nach dem Trojaner suchte, konnte ich ihn nicht mehr finden und alles hier funzt wieder wie geschmiert.

Gr0ßartig. Die Polizei, mein Freund und Helfer!

[update: Mist, zu früh gefreut. Der Trojaner ist leider wieder da. Also liebe Freunde vom BDK, da müsst ihr noch was üben! Ich bediene derweil selbst den Resetknopf und sage erstma tschü…

…hope to  c u again out there!]

Ps. somegreybloke machte kürzlich erstmals die Erfahrung mit der neu eingerichteten „Reset-Funktion“, durch die uns nun im Notfall sogar das Kanzleramt „persönlich“ vor noch größerem Unheil zu schützen vermag.

flatteur!

Unser flatteur geht heute an Volker „Kloß“ Strübing, bei dem ich somegreybloke kennengelernt habe.

Ahoi und Glück auf Herr Tauss!

Bin zwar keine Piratin, wünsche Herrn Tauss aber dennoch von Herzen alles Gute! Die mediale Ausschlachtung seines „Falls“ war verlogen und unter aller Sau. Von Fairness keine Spur. Einfach nur schäbig. Was das Urteil betrifft, so geht eindeutig daraus hervor, dass Herr Tauss in seiner Postition als Medienexperte der SPD zwar nicht offiziell berechtigt war, selbstständig und auf eigene Faust zu ermitteln, jedoch wurde eben auch festgestellt, dass seine Ermittlungen keinerlei privaten (korrektur , privat ja- denn er hatte ja keinen offiziellen Auftrag) bzw. keinerlei sexuell-orientierten Hintergrund aufwiesen. Egal welche Fehler er auch immer gemacht hat, es hat einfach verdammt noch mal niemand das Recht, einen Menschen öffentlich vorzuverurteilen und mittels Rufmord zu ruinieren. Herr Tauss bot hier einmal mehr die perfekte Projektionsfläche die es braucht, um anstelle von Aufklärung, einen Sündenbock zu kreieren. Den gequälten Kindern ist das nichts anderes als noch ein Schlag ins Gesicht.

Was mich heute schon wieder aufregt

ist dieses ewige Verwischen von Postitionen!

[…] Einfach das Urheberrecht beachten

Um den im oben angesprochenen Kulturflatrate-Konvent und anderswo viel beschworenen gordischen Knoten zu lösen, ist es einzig und allein nötig, das Urheberrecht in seiner ursprünglichen Form zu beachten: Vergütung bei kommerzieller Nutzung gleich welcher Form.[…]

Hometaping is killing… gar nichts

Das Märchen vom Umsatzverlust durch Tausch und Kopie hatte schon im Analogzeitalter kein Faktenfundament, ebenso wenig in der Digitalära: Ein negativer Zusammenhang zwischen Kopie (P2P) und Umsatz mit Kulturdatenträgern und vergleichbaren Produkten wurde nie nachgewiesen. Hometaping hat die Musik nicht gekillt, können wir mit der preisgünstigen Schadenfreude einer technischen Folgegeneration resümieren. Und P2P auch nicht.

Trotzdem müssen Kreative für die Nutzung ihrer Werke im Internet entlohnt werden. Nicht per „Kulturflatrate“, sondern durch die Pauschalabgabe auf kommerzielle Internetangebote. Dann (und nicht vorher), wird alles gut. Versprochen.

Da hat der Experte einen wesentlichen Aspekt in der Debatte bezüglich der Kulturflatrate außer Acht gelassen. An den Urheberechtsbestimmungen leiden doch vor allem auch die Künstler selbst! Denn die Kreativität wird so unmöglich gemacht. Das hat Johannes Kreidler mit  seiner Aktion doch mehr als deutlich gemacht!

Mit „Product Placements“ will Kreidler ein Problem, das nicht nur Komponisten betrifft, auf einer visuellen Ebene verdeutlichen: Wer heute Musik, Literatur oder Film schafft, der muss fast zwangsläufig zitieren. Das Urheberrecht hat sich dieser Entwicklung jedoch nur negativ angepasst, indem etwa die früher bedeutende Schöpfungshöhe als Kriterium weitgehend abgeschafft wurde, so dass heute – wie Kreidler durch den Vortrag einer Juristin in einen [extern] Video zu seiner Aktion erklären lässt – jeder noch so winzige Bestandteil eines Werks potentiell eine Rechtsverletzung ist. Obwohl dieser Anspruch in der Praxis häufig ignoriert wird, schafft er nicht nur Risiken, sondern behindert auch die Schöpfungsmöglichkeiten.

Durch ein Stück mit 70.200 Zitate und einen Lastwagen voller Formulare, so Kreidlers [extern] Idee, wird das vielleicht auch Menschen klar, die darin bisher kein Problem sahen. Um es Urheberrechtsjuristen, die sich nun einfach darauf berufen könnten, dass die für eine Anerkennung der Schöpfungshöhe notwendige Eigentümlichkeit bei sehr kurzen Samples doch nicht gegeben sein könnte, nicht zu leicht zu machen, hat er auch einige längere Zitate eingebaut, die nicht nur eine ästhetische Rolle spielen, sondern auch einer allzu bequemen Ablehnung vorbeugen sollen.

Eine zentrale Forderung Kreidlers lautet, dass Kreativität legal sein muss – eine Voraussetzung, die, so selbstverständlich sie auch klingen mag, derzeit nicht gegeben ist. Der [extern] Tausch, wie er heute im Internet stattfindet, ist Kreidlers Ansicht nach nicht etwas, dass eingedämmt werden könnte oder müsste, sondern im Gegenteil etwas, dass selbst Bestandteil einer „fortschrittlichen Ästhetik“ ist und in der Neuen Musik durch Komponisten wie [extern] Michael Iber antizipiert wurde. Möglichkeiten der Honorierung des Musikschreibens sieht er unter anderem durch die Kulturflatrate und eine stärkere Gewichtung der tatsächlich in Musik gesteckten Arbeitszeit bei den Ausschüttungen.

Die Kulturflatrate ist sicherlich keine wirkliche Lösung. Sie ist lediglich ein Vorschlag in einer Debatte die geführt werden muss und das in einer Weise die aufklärend ist und nicht verwirrend und propagandistisch. Es vergeht einem zunehmend, sich überhaupt noch öffentlich zu äußern.