Nachtrag zu Cancun und dem lukrativen Geschäft mit der Zerstörung

Ergänzend zu den Democracy Now! Beiträgen aus Cancun, hier noch ein statement in Deutscher Übersetzung, welches die  Durban Group for Climate Justice bei der letzten Klimakonferenz in Kopenhagen abgab:

Kein REDD! Kein REDD Plus!

Statement der ‚Durban Group for Climate Justice‘ gegen die Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen aus Entwaldung und Walddegradation (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation REDD):

Als Teil der fortwährenden Kritik an den ineffektiven und ungerechten Lösungen zum Klimawandel – einschließlich dem Handel mit Kohlenstoffdioxid und Geo-Engineering – lehnt die Durban Group for Climate Justice die Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen aus Entwaldung und Walddegradation (REDD), die gegenwärtig im Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über den Klimawandel formuliert werden – und schon in Maßnahmen der Weltbank, wie der Forest Carbon Partnership Facility, und dem REDD-Programm der Vereinten Nationen erprobt werden – ab.

Der vorgeschlagene ‚Walddeal’ in Kopenhagen gefährdet die menschliche Zukunft, da er der weiteren festen Verankerung des Verbrauchs von fossilen Brennstoffen dient – der Hauptursache der Klimakrise – und es zugleich versäumt, die Zukunft der Wälder und die Rechte der indigenen Völker und waldabhängigen Gemeinschaften über ihre Territorien und ihr Wissen über den Wald zu gewährleisten. Überdies missachten die nördlichen Industrieländer die Notwendigkeit, das hohe Verbrauchsniveau in ihren Ländern als Ursache der Entwaldung anzusprechen. Das geplante Wachstum der Emissionsmärkte in den USA, Australien und anderswo, wird eine große neue Nachfrage für importierte Verschmutzungsrechte auslösen, um es den nördlichen Industriestaaten zu erlauben, wie gewohnt weiterzumachen und Emissionsreduzierungen zuhause zu vermeiden. Norwegen hat beispielsweise schon berechnet, dass die Erhaltung des Amazonasregenwaldes das zehnfache seiner jährlichen Emissionen “wettmachen” oder kompensieren könnte.

Die REDD- oder “REDD-Readiness”-Programme in den Ländern des Südens, die gegenwärtig öffentliche Mittel erhalten, bieten keinen Nachweis, dass REDD unabhängig von Emissionsmärkten betrieben wird. Ganz im Gegenteil, solche Programme sind vom Steuerzahler finanzierte Mittel, um die technische, rechtliche und politische Infrastruktur für den erweiterten Markt an Wald-Emissionszertifikaten zu schaffen, der schließlich von Großverschmutzern in den USA und anderswo gefordert werden wird.

Die neuen Verschmutzungslizenzen, die durch REDD generiert werden sollen, sind in einer Art und Weise konzipiert, die die einzige funktionsfähige Lösung des Klimawandels blockieren: Öl, Kohle und Gas müssen in der Erde bleiben. Wie die Emissionszertifikate, die durch den Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls generiert werden, sind sie nicht dafür vorgesehen, irgendeinen Nettogewinn für das Klima zu erreichen, sondern lediglich dafür, den exzessiven fossilen Brennstoffverbrauch woanders zu kompensieren. In Wirklichkeit schaffen sie es nicht einmal, dieses Nullsummenspiel zu erfüllen. Wie die CDM-Zertifikate verschlimmern sie den Klimawandel, indem sie industrialisierten Ländern und deren Firmen Anreize schaffen, die Durchführung eines umfassenden strukturellen Wandels von fossiler Energie abhängigen Systemen der Produktion, des Verbrauchs und des Transports, den das Klimaproblem verlangt, zu verzögern. Sie verschwenden jahrelang wertvolle Zeit, die die Welt nicht mehr hat.

Noch schlimmer ist, dass die Erhaltung der Wälder klimatisch niemals das ausgleichen kann, was es bedeuten würde, fossile Brennstoffe im Boden zu lassen, da Kohlenstoff, der durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen emittiert wird, zur Gesamtbelastung des Kohlendioxids beiträgt, der immer in der Atmosphäre, in der Vegetation, im Boden und in den Ozeanen zirkuliert. Kohlenstoff aus Entwaldung hingegen tut dies eben nicht. Neben anderen Schwierigkeiten, ist es diese Ungleichwertigkeit des Kohlendioxids, die die CO2-Berechnung durch REDD unmöglich macht, da sie Zertifikathändlern erlaubt, den Wert von REDD-Zertifikaten ungestraft künstlich aufzublasen und den Verbrauch von fossilen Brennstoffen weiter zu erhöhen. In den letzten Monaten hat sogar Interpol vor der Anfälligkeit von REDD gegenüber internationalem Betrug und Korruption gewarnt.

REDDs Fokus auf die massenhafte Erzeugung von Verschmutzungslizenzen für Industrien in reichen Ländern würde unvermeidlich die Bedürfnisse und Rechte einfacher Menschen weltweit vernachlässigen. Im Süden würde REDD das in lebenden Bäumen gebundene Kohlendioxid in Privateigentum verwandeln, so dass es Kapitalgesellschaften im Norden zugeschrieben und übertragen werden kann. Im schlimmsten Fall könnte es eine massive Landnahme auslösen, die in den Worten der Organisation “Survival International”, indigene Völker mit nichts zurücklassen würde. Währenddessen würden REDD-Zertifikate im Norden dazu führen, dass es Firmen, die von fossilen Brennstoffen abhängig sind, ermöglicht wird, wie gehabt weiterzumachen, zum Nachteil von Gemeinschaften, die von der Ausbeutung und Verschmutzung durch fossile Brennstoffe betroffen sind. In diesem Zusammenhang ist die Idee, das REDD dabei helfen könnte, die Landrechte zu sichern oder die Grundrechte und Existenzgrundlage von waldabhängigen Menschen zu stärken, aberwitzig. In freiwilligen Kohlenstoffmärkten haben REDD-ähnliche Projekte schon zu Landnahme, Tötungen, gewalttätigen Vertreibungen, Zwangsumsiedlungen, Verletzungen von Rechten indigener Völker, Militarisierung, Verlust des Zugangs zu Land und Lebensgrundlagen, Verlust der biologischen Vielfalt, Betrug, Nötigung und Korruption geführt. Die Aufnahme von Wäldern und Baumplantagen in die gigantische Übereinkunft des Emissionshandels könnte solche Missbräuche nur noch vervielfachen.

Da jedes REDD-Projekt außerdem nicht nur Waldgesellschaften betreffen würde, sondern auch Menschen, die unter den Tätigkeiten von Firmen, die REDD-Zertifikate kaufen, leiden und auch solche, die tatsächlich vom Klimaschaden, der durch das Projekt verursacht wird, betroffen sind, müsste man die Zustimmung einer Vielzahl an Menschen für jedes Projekt einholen – etwas, das die REDD-Durchführer nicht beabsichtigen auch nur zu versuchen.

REDD würde auch die Walderhaltung selbst gefährden, indem es kurzen Prozess mit vielen Charakteristiken des Waldes machen würde, die für das Überleben essentiell sind die vielfältigen und unterschiedlichen Art und Weisen, durch welche Wälder Heimat, Quelle des Lebensunterhaltes, Speicher der Medizin, Regulierer der Wassereinzugsgebiete und Zentren der Kultur und Spiritualität sind – anstatt die tieferliegenden Ursachen der Entwaldung anzusprechen. REDD-Initiativen würden industrielle Plantagen und sogar die Pflanzung genetisch veränderter Bäume miteinbeziehen. REDD könnte, mit den Worten der New York Times tatsächlich “ein Goldesel für Waldzerstörer” werden.

Wälder wurden und können nur durch deregulierte Forstwirtschaft, starke Rechte und Institutionen für waldabhängige Menschen – insbesondere indigene Völker – und lokal angeregte Investitionen, strikt durchgesetzte Verbote des Handels mit Holzprodukten, durch das Ansprechen des Konsumverhaltens in den nördlichen Industriestaaten usw. geschützt werden. Die Klimakrise wieder in Ordnung zu bringen, die hauptsächlich durch die großen Verbraucher fossiler Brennstoffe im Norden ausgelöst wurde, darf keine Bürde sein, die nur von entrechteten Indigenen und waldabhängigen Menschen im Süden getragen wird. Sich vorzustellen, dass die Klimaschuld, die der Norden dem Süden schuldet, durch Investitionen in REDD-Projekte abgezahlt werden können, die Kohlenstoffzertifikate für industrialisierte Länder hervorbringen, wäre der Höhepunkt der Ironie.
Übersetzung: Pro REGENWALD, Raphael Kurz quelle

Anmerkung: Habe kürzlich zufällig in eine TV-Schmonzette mit Veronica Ferres gezappt, die dort eine Biologin und Verehrerin von Jane Godell spielte. Mein Instinkt meldete mir sogleich – Veronika Ferres und Jane Godell, wenn das nicht wieder irgend ne PR Kampagne ist… Kurz darauf erhielt Jane Godell dann den  Bambi  „Unsere Erde“ Godell agiert nämlich als Promilady und Zugstute (sorry!)  für das REDD – Programm und damit für den Ausverkauf der Regenwälder! Anne Peterman merkte auf democracy now! an, Jane Godell wäre wohl mittlerweile derart desillusioniert, was die Rettung der Regenwälder betrifft, dass sie tatsächlich nur noch an diese für die Multis so profitable Lösung glaube.

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Hartz 6 oder das bedingungslose Lichteinkommen

Hartz 4-5

Der gute Thomas Kallay hat sich seine und die Nerven seiner Familie für alle Hartz IV-Betroffenen aufgerieben, um diesen Kaiserschmarrn endlich vor’s Bundesverfassungsgericht zu bringen und was hat es gebracht? Eine neue Runde Entrechtung, Stigmatisierung und Ausgrenzung und ein noch verfassungswidrigeres Hartz 5. Grundrechte waren gestern, zumindest auf dem Papier, das heute noch weniger wert ist als eine Rolle „Servus“ – heute bedeuten Grundrechte das „über die Verhältnisse leben“ und dieser Dekadenz muss endlich Einhalt geboten werden.

Ein echtes, lebenssicherndes, unantastbares Existenzminimum auf der Basis des Grundgesetzes, gibt es defacto nicht in diesem Land.  Und Menschenrechte sind ein netter Zeitvertreib für abgehobene UNO-Beauftragte oder Amnesty Internationale Gutmenschen. Auch Leib u. Leben von Schutzbefohlenen u. ihren Eltern sind diesem Staat keinen Pfifferling wert. Mal ist die Miete zu hoch u. muss vom kümmerlichen Regelsatz abgeknapst werden, mal muss ein Darlehen für einen Umzug  aufgenommen u. abbezahlt werden, Geld für Bildung gibt es nicht, da arme Menschen in der Statistik auch kein Geld für Bildung ausgeben. Geld für Schuhe und warme Klamotten gibt es auch nicht und da auch die Heizung nur noch auf Sparflamme laufen darf, müssen die Kleinen eben frieren. Gesundes Essen ist ohnehin ein Luxusgut, das nur demjenigen zuseteht, der eben auch Luxussteuer abführen kann.

Alleinerziehende Mütter, die halbtags arbeiten und nicht genug verdienen, um ihre Familie zu ernähren, haben zwar ein Recht auf Aufstockung durch Hartz IV, kriegen aber defacto ihre tatsächlichen Kosten trotzdem nicht gedeckt, da diese in der Regel nicht mit den Angemessenheitsrichtlinien übereinstimmen. Und das Aufstocken so leider ins Stocken gerät.  Da weder Wohnraum, der diesen Angemessenheitsrichtlinien entspricht, in ausreichendem Maße zur Verfügung steht, noch die täglichen Grundbedürfnisse von den „errechneten“ Regelsätzen befriedigt werden können, die wie gesagt in vielen Fällen auch noch „zweckentfremdet“ werden müssen,   haben die Hartzer, Aufstocker, Niedriglöhner und Taugenixe eben Pech gehabt.

Doch nicht genug, es werden z.B auch alleinerziehenden Mütter weiterhin von ihrem Fallmanager sabotiert, die das kleine Glück in Form einer, in einigen Fällen auch 2(!) Teilzeitstelle(n) gefunden haben, welcher sie nachgehen, während ihre Kinder betreut werden. Nein – sie sollen dennoch weiterhin Bewerbungen schreiben, für Stellen die es entweder gar nicht gibt, die aber besser entlohnt werden, oder für solche, die im Glücksfall ab u. an mal öffentlich ausgeschrieben werden, die aber dann aus Zeitgründen aufgrund der Familienarbeit gar nicht besetzt werden können. Und all das, obwohl der „Vermittler“ selbst noch keine einzige Stelle angeboten, geschweige denn vermittelt hat.

Aber man hat ja die Wahl – man kann eine „Verzichtserklärung auf Leistungsbezug“ unterschreiben! Dann ist man frei, darf selbstbestimmt hungern und muss sich nicht länger überwachen, sabotieren, jagen und hetzen lassen.

Um Massenprotesten zuvorzukommen, wird alles dran gesetzt, Legenden des faulen, verwöhnten, Hand aufhaltenden Abzockers lebendig zu halten und immer wieder neu zu befeuern. Ausländer und Arbeitslose halten den Fortschritt auf u. gefährden die Zukunftssicherheit des Wirtschaftsstandort Deutschland. Ausländer und Arbeitslose sind eine Gefahr für die Evolution, das Klima und den Weltfrieden, während gemeinnützige Stiftungen und Konzerne alles dran setzten, das Überleben auf diesem Planeten zu sichern, sei es durch Atomkraftwerke, unterirdische Atommülldeponien und Bahnhöfe, oder durch Investitionen in die Zukunft durch neuentwickelte Drohnen, Panzer und Wasserwerfer und Vollbeschäftigung mittels Lohnsenkung und Zwansgarbeit.

Hartz 6 – Freiheit durch Transformation!

Genug Pessimismus, Agonie und Schwarzmalerei.  Die Zeit der großen Befreiung ist gekommen! Sie alle und die Welt können endlich gerettet werden! Die Lösung heisst Transformation. Die Lösung heisst, Bedingungsloses Lichteinkommen! (BLE) Transformation ist machbar, Herr Nachbar! Transformation durch Licht. Ja, liebe Kinder, Kindeskinder, Inder, Finder und Rinder! Es werde Licht! Der Schlüssel liegt im Licht.

Das Ministerium für Arbeit und Soziales wird dieser Tage meinen neuen Businessplan erhalten, in welchem ich detalliert die Lösung aller Weltprobleme aufzeichnen u. meine Dienste als zukünftige Beraterin und Guruja und Schutzpatronin der Firma zur Verfügung stellen werde.

Es ist nämlich so, liebe Kundinnen und Kunden, man hat Sie von klein auf belogen. Ihre Mütter gaben ihnen die Brust oder das Fläschchen, kochten ihnen Breis und Gemüse und das alles nur, um Sie aufs Fressen zu konditionieren! Grade so als wären Sie Tiere! Doch Sie sind keine Tiere! Sie sind Lichtwesen!

In Wahrheit, liebe Kundinnen und Kunden, müssen sie überhaupt nicht essen! Sie können nämlich von Licht und Liebe leben. Sie brauchen auch kein Dach über dem Kopf, ich persönlich, liebe Kundinnen und Kunden, trage den Schlüssel für ihr Lichthaus in meiner Tasche!  Stellen sie sich das nur einmal vor, wie es wäre, in einem selbst imaginierten, lichtdesignten Haus zu leben? Sich von Lichtnahrung zu ernähren? Kann die Freiheit grenzenloser sein?

Kein Fallmanager, kein Bankster, kein Chef kann sie mehr erpressen und versklaven, Sie werden erwachen zu dem freien, schöpferischen Lichtwesen das Sie sind und von Anbeginn der Zeiten immer waren! Warten sie nicht auf’s Jenseits, liebe Kundinnen und Kunden, sie können schon hier und heute so leben, wie ihre verstorbenen Lieben, Vorfahren und -fahrerinnen die längst die Begrenzungen ihrer irdischen Hüllen abgestreift haben! Legen Sie ihre Suizidpläne ad acta und stellen Sie noch heute einen Antrag auf’s Jenseits im Diesseits bei Ihrem Jobcenter – Stichwort: Fortbildungsseminar Lichtnahrung, der Schlüssel zu mehr Eigenverantwortung und Lebensqualtität – Ihre massenhafte Nachfrage wird mein Angebot bestätigen, sodass möglicherweise noch in diesem Jahr die ersten Seminare stattfinden und bewiligt werden können.

wer einen kleinen Vorgeschmack ernaschen möchte, klicke auf unser Flatteurchen

 

flatteur!

 

Und sollten Sie sich jetzt fragen, wer denn dann die ganze Arbeit noch machen soll, die dieses System am Laufen hält, so kann ich Ihnen nur raten, ihr negatives Menschenbild zu korrigieren! Der Mensch arbeitet doch nicht fürs Brot allein! Der Mensch arbeitet, weil es ihm Befriedigung, soziales Miteinander und Sinnfüllung schenkt! Und denken Sie immer daran, es gibt noch genug Menschen, die nach dem alten, irdischen Muster konditioniert sind. Ihnen gegenüber müssen wir weiterhin solidarisch handeln! Verzichten wir also auf Lohn u. Brot und arbeiten als Licht-und Fackelträger, als Paten und Ehrenbeamte. Denn das allein, ist eines Menschen würdig.

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ps. noch eine kl. Anmerkung: Ich habe mal in einer Gemeinschaft gelebt, wo eine Mitbewohnerin diesen Lichtnahrungsprozess durchlaufen hat. Sie hat es tatsächl. geschafft, einen Punkt zu überschreiten, wonach sie nicht mehr essen musste. Die genaue Zeitspanne ihrer Lichternährungsphase weiss ich nicht mehr, es waren aber mind. 2 oder 3 Monate. Sie fing dann trotzdem wieder mit dem Essen an, weil sie sich einfach dämlich u. sozial ausgeschlossen vorkam, so erleuchtet u. abgehoben unter all den irdischen Gemüsefressern (waren sonst alle Vegetarier da)

pps. Einige, wie auch der Altautonome (siehe kommetare u.) mag diese Anmerkung irritieren: Ich wollte damit keinesfalls meine geniale Geschäftsidee „wissenschaftl belgen“ als einfach nur drauf hinweisen, dass ich schon vor Jahren einmal Zeugin eines solchen „Lichtfasten-Experiments“ gewesen bin.  Die „lichtfastende Transmutiererin“ stellte dann irgendwann ganz trocken fest, dass sie mit dem Sterben dann doch lieber so lange warten wolle, bis die Zeit ihres irdischen Daseins auf natürliche Weise ein Ende nähme.

Was mich jedoch irritiert ist, dass nun ausgerechnet die Produzenten von „We feed the world“ und „Lets make money“ sich nun dieses Themas angenommen haben:

http://www.amanfangwardaslicht.at/

Gevatter Ackermann und die geplünderte Republik

Gevatter Ackermann wird für seine herausragenden Leistungen“, dem Staat Milliardenbeträge abzupressen, zum Bankster des Jahres 2009 gekürt. Die Geplünderten der Republik neigen ihr Haupt in Demut und Dankbarkeit.

Wer sein Leben lang malocht hat und ein paar Jahre vor Renteneintritt seinen job verloren hat, sei es weil die Maloche seine Gesundheit ruiniert hat, oder weil er duch eine jüngere, konstengünstigere Arbeitskraft ersetzt wurde,  sei es weil die Firma ausgelagert hat oder bankrott gegangen ist, unwesentlich – der Geschädigte verzichtet natürlich „freiwillig“ zu Gunsten des barmherzigen Gevatters auf seine Rentenbeiträge, gegebenenfalls natürlich auch auf seine Erwerbsminderungsrente. Und nicht nur das, er läßt sich sogar freiwillig in ein 25 Quadratmeter großes Wohnklo umsiedeln, sofern er zu den Auserwählten gehört, denen ein solcher Luxus überhaupt in Aussicht gestellt wird. Alle anderen finanzieren die überschüssigen Quadratmeter selbstverständlich aus eigener Tasche, auch wenn ihnen diese gerade von einem staatlich subventionierten Handtaschenräuber entrissen wurde –  wen kümmert das schon, es bleiben ja immer noch ein paar Rippen, aus denen ganz sicher noch was rauszuschneiden ist.

Wer noch jung und bei Kräften ist und meint, er könne sich erlauben, trotz seines Niedriglohns Kinder in die Welt zu setzen, wird freilich einsehen, dass gerade für ihn und seine Brut kein Elterngeld zur Verfügung steht, denn es ist schließlich ein Naturgesetz, dass nur dem, der auch hat, gegeben werden kann. Auch wer das Glück hat,  mit seinem Einkommen noch ein paar Euro über dem Existenzminimum zu liegen, weiss mitlerweile, dass er nur durch eine drastische Wohngeldkürzung Anspruch auf Hartz IV – und somit auch auf eines dieser 25 m² Luxus-Wohnklos hat und wird die Kürzung folglich mit großer Dankbarkeit begrüßen.

Wer krank ist, sollte sich so lange wie möglich schonen und Arztbesuche zumindest so lange hinauszögern, bis er so geschwächt ist, dass er diesen nicht mehr selbstständig aufsuchen kann. Würden nämlich alle Patienten so verantwortungsbewusst handeln, könnten sich die Hausärzte endlich ihre teuren Praxen sparen und ihre Dienste einfach mobilisieren. Und auch wenn die Ärzte dann bei ihren Hausbesuchen oftmals nicht mehr tun könnten, als den Totenschein auszustellen, so würden dann doch immerhin die Kassen ganz erheblich entlastet, was sich leztlich nur positiv auf die Versicherungsbeiträge auswirken würde.

Freuen wir uns also, der Sozialstaat hat endlich feddich und der Weg in die grenzenlose Freiheit kann ungehindert gepflastert werden – gepflastert durch unsere Eigenverantwortung und Solidarität mit den Mächtigen dieser Welt. Unsere Devise ist des Schmiedes Glück – spekulieren wir damit und säen es aus, auf dem fruchtbaren Ackerland der freien Märkte!

flatteur!

unser kl. flatteur geht heute  an das Welt-Wohnklo-Musikprojekt von Wilfried Schmickler

Maude Barlow auf dem Gegengipfel in Toronto

Amy Goodman: Während sich die FührerInnen der Welt zum G20-Gipfel in Toronto trafen, versammelten sich Tausende – unter ihnen maßgebliche Aktivisten aus aller Welt – in Torontos Massey Hall, um sich gegen die Gipfel-Agenda zu wenden. Eine der Schlüssel-RednerInnen auf dem Treffen der GipfelgegnerInnen war Maude Barlow. Sie leitet das ‘Council of Canadians’, die größte Bürgerrechtsorganisation Kanadas. Barlow ist zudem MitbegünderIn des ‘Blue Planet Project’.

Amy Goodman: Dies war Maude Barlows Rede. Barlow war eine der Hauptrednerinnen auf der Veranstaltung in der Massey Hall von Toronto am Freitagabend. 3.000 Menschen quetschten sich bei diesem Event in die Halle. Zur selben Zeit trafen sich die G8 und später die G20. Laut Schätzungen wurden zwischen 900 und 1.000 Menschen verhaftet, unter ihnen viele Journalisten. Es war die größte Massenverhaftung in der kanadischen Geschichte. Für die Sicherheitsmaßnahmen im Rahmen des Gipfels wurden – so wird geschätzt -, mehr als $1 Milliarde ausgegeben. Es war der teuerste Gipfel in der Geschichte Kanadas.

Die komplette Rede in deutscher Übersetzung findet sich auf lebenshaus-alb.de

Deutschland – Ein Sommernachtsalbtraum

Man kriegt das alles ja nicht mehr gebacken.  Da vergießen die Menschen Tränen, weil ihre Fussball-Nationalmannschaft den Weltmeister vergeigt hat, während sie den sozialen Kahlschlag im eigenen Land klaglos hinnehmen. Da wird mal eben die asozialste Gesundheitsreform durchgewinkt, die man sich hat ausdenken können, da werden die Rentenbeitragszahlungen der Menschen gestrichen, die jahrzehntelang in die Kassen einbezahlt haben und die dann kurz vor ihrem Ruhestnd in die Arbeitslosigkeit geschickt wurden, da soll das Elterngeld für diejenigen ganz gestrichen werden, die es am nötigsten brauchen. Das unveräußerliche Recht auf Bildung von Kindern, deren Eltern mangels jobangeboten erwerbslos sind, oder die aufgrund von Sklavenlöhnen ihr Gehalt aufstocken müssen, soll durch Chipkarten ersetzt werden – eine geniale Idee und lukrative Einkommenssicherung für all die dubiosen Nachhilfeinstitutionen und NPL-Trainer alá Scientology und CO, die sich nun endlich auch an den stigmatisierten Kindern aus einkommensschwachen Familien vergreifen können.

Ach ja, ganz nebenbei wurde auch noch ein Bundespräsident ins Amt gehievt, dessen Wahl eindeutig ungültig ist – und die Medien schweigen sich aus. Immerhin, auch wenn wir den Weltmeister im Fussball vergeigt haben, so tragen wir den Titel ja immer noch im Export und neuerdings sogar in der Beliebtheit –  BBC  hat’s  für uns ermittelt: Die Deutschen gelten als das beliebteste Volk der Welt! Bei soviel Freude, tut’s auch nicht weh, wenn die letzten noch verbleibenden „Querulanten“, misshandelt, traumatisiert und eingebuchtet werden. Kanada dürfte hier lediglich die Vorreiterrolle spielen und den Weg weisen, der auch alljenen hierzulande bevorsteht, die immer noch nicht begriffen haben, wie unsere „freiheitlich-rechtliche Demokratie“ funktioniert.

Dieser Beitrag wurde auch auf duckhome veröffentlicht.