Statt der Schulstarterpakete gibt es absofort für jedes Kindlein einen Luftballon gratis!

Und eine Runde Hoppe Hoppe Reiter, auf dem BP-Delphin, als Ausgleich für die Kürzung der Heizkostenpauschale

So nimmt nun auch die schwäbischste Hausfrau endlich Abschied von ihrem Stubenhocker (schickt ihn in den Krieg) und räumt sein Zimmer aufgrund der fortschreitenden Mieterhöhungen für einen zahlungskräftigen Untermieter.

for all images and the jumping dolphin see:

http://www.banksy.co.uk/index.html

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Notizen aus dem Baumhaus

Wir haben uns in unser Baumhaus zurückgezogen, mein Jüngster und ich. Die Geschwister sind im Urlaub und  hier fallen die Blätter, mitten im Sommer. Unten hört man wie die Welt sich dreht,  hier oben ist es still. Klausur.

„Bitte höre, was ich nicht sage“,

ein Satz den „Manuela“ in ihr Tagebuch notiert hatte und der in diesem Artikel zum Sachsensumpf zitiert wurde.

Manuela hat sich ihr Leben zurückerobert, sie hat geheiratet und Kinder bekommen. Doch vergessen was geschehen ist, hat sie nicht.

Eine andere junge Frau, die in den letzten Wochen vernommen wurde, machte ähnlich belastende Aussagen. Doch wie verlässlich sind Erinnerungen? Kann das Gehirn nicht zuweilen der Psyche ein Schnippchen schlagen oder die Psyche dem Gehirn? Die Ereignisse in der Merseburger Straße haben tiefe Verletzungen bei Manuela hinterlassen. Zusammen mit einer Freundin landete sie im Herbst 1992 in dem Etablissement. Die beiden Leipziger Mädchen, 13 und 16 Jahre alt, waren aus Angst vor ihren Stiefvätern von zu Hause ausgerissen und hatten nach einer Schlafmöglichkeit gesucht.

Mit Alkohol oder K.-o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt, strandeten sie nachts in der Merseburger Straße. Am Morgen versuchte Manuela die Wohnung zu verlassen, doch Micha, der Zuhälter, habe sie brutal geschlagen – und kurz darauf zum ersten Mal vergewaltigt, berichtet sie. Später sei sie immer mal wieder mit Schlagstock, Peitsche und Elektroschocks traktiert worden, nach einem vergeblichen Fluchtversuch habe der Zuhälter ihr ganze Haarbüschel ausgerissen. „Ich musste ihm sogar die Schuhe ablecken“, erzählt Manuela.

so wird beirchtet

Es gibt so viel verschiedene Arten von „Kindesmissbrauch“ ein Begriff der mir schwer über die Lippen kommt. Denn wenn Kinder missbraucht werden können, sollten sie stattdessen gebraucht werden? Kinder werden geschlagen, verbal beleidigt, Kinder werden erzogen, verzogen, verwöhnt und verpöhnt. Kinder sollen artig sein und nett, still und umkompliziert. Kinder sollen nicht stören und aufrecht am Tisch sitzen, Kinder sollen lernen sich sozial zu verhalten.  Kinder werden  verwahrt,  in Bildungseinrichtungen und Chancengleichheit ist das was man für sie erkämpfen will.

Wann und wo dürfen Kinder eigentlich sein? Dürfen Kinder lernen weil sie lernen wollen, dürfen Kinder spielen und die sein, die sie sind? Wer hört den Kindern eigentlich mal zu, hört was sie sagen und  hört  was sie nicht sagen?

Kinder werden zu Forschungszwecken beobachtet, es werden Langzeitstudien angelegt und empirische Daten erhoben. Ganz systematisch.

Kinder werden geliebt und nett hergerichtet, Kinder sind amüsant und süss. Kinder wollen immer im Mittelpunkt stehen und Kinder werden Tyrannen, wenn man sie zum Partner macht. Kinder brauchen Vorbilder und Führungspersönlichkeiten, solche die ihnen zeigen wo der Hase lang läuft. Kinder sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Kinder sollen lernen, den Hasen zu jagen. Kinder brauchen Halt und und eine starke Hand die ihnen die Richtung weist. Kinder müssen lernen, sich in der Gesellschaft zu behaupten, Kinder müssen kontrolliert werden und Kinder  müssen Ehrgeiz entwickeln, Disziplin und Durchhaltevermögen. Denn nur so werden aus Kindern Erwachsene.   Erwachsene, die ihren Platz in der Gesellschaft finden. Ihn einnehmen, ihn verteidigen, sich ihm sicher sein können. Kinder brauchen Sicherheit.

Und Kinder laufen weg, Kinder fangen an zu saufen, Kinder suchen sich andere Welten, Kinder werden gewalttätig, Kinder flippen aus, Kinder laufen Amok, Kinder bringen sich um.

Und die Kinder, die den Jordan überquert haben und den Schatz am Ende des Regenbogens gefunden mit nach Hause gebracht haben, denen wird angeraten

hütet und versteckt euren Schatz, oder er wird euch genommen.

Wer schützt unsere Kinder? Mögen sie sich selbst schützen, vor dem ganzen Wahnsinn,  der sich ihrer hier ergreifen will.

Aus Opferschutz wird Lynchjustiz und alles bleibt beim Alten

Klaus Baum kommentierte Roberto De  La Puentes Blogbeitrag:  Wer schützt unsere Kinder? folgendermaßen:

Wenn es BILD wirklich um das Wohl der Kinder ginge, müsste man jenen Herrn, der jetzt durch xy dingfest gemacht werden konnte …

Also, ich will darauf hinaus; Wenn BILD eine derartige Hetzjagd startet, wird jeder weitere Kinderschänder genötigt sein, sein Treiben so geheim wie möglich zu halten.

Ich will den Argumentationsstrang nicht weiter ausführen, aber in einer Gesellschaft, in der man Verfehlungen zugeben kann, wird die Zahl der Opfer geringer.

Welche Verbrechen sind nicht schon begangen worden, um eine Tat nicht bekannt werden zu lassen.
Der nächste Vergewaltiger wird wieder ein Kind umbringen, damit er von ihm nicht identifiziert werden kann.

Meine Antwort darauf lautet:

@ Klaus Baum

das ist es doch, einer outet sich und wird gelyncht, einer offenbart sich und schon fällt die Meute über ihn her.

Wie es Opferschutz geben müsste, so müsste es Opferschutz für geständige Täter geben, fern der Geiermedien. Da die Täter bekanntermaßen oft selbst Opfer waren, brauchen sie endlich eine geeignete Therapie! Die gibt es kaum.

Andere Täter, die überführt werden, sich nicht freiwillig und aus eigenem Antrieb Hilfe suchen, sind noch viel schwerer zu therapieren. Sie sitzen oftmals nur ihre Strafe ab und lösen dabei nicht ihr Problem. Aber auch die zu lynchen wäre barabarisch und dumm. Denn die Ursachen für sexuelle Gewalt lassen sich nicht töten, nicht abschlachten und nicht lynchen.

Die Ursachen müssen in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext gelöst werden, der sich an der Seele des jeweiligen Menschen orientiert.

Daher sollte jedem der sich freiwillig outet, Schutz vor der Meute zugestanden werden und eine Therapie die wirklich hilft. Ebenso wie jenen, die sich nicht freiwillig outen und dennoch ihrer Taten überführt werden.

Im übrigen ist Kinderschänder nicht gleich Kinderschänder. Es gibt dergleichen auch welche, die glauben Kinder ständen zur freien Verfügung, auf einem Markt der bedient werden kann. Diese „Kategorie“ ist meist sehr wohlhabend und angesehen und weiss wo sie wo sie ihre „Ware“ beziehen kann, ohne dass die Meute Wind davon bekommt. Stoppschilder und dergeleichen mehr tun ihren Teil dazu, dass das auch so bleibt.

Das Moorland ist weit

Es gab da eine Zeit in Sachsen, als der Sumpf sich auftat und der Schlamm an den Füßen von so manch einem haften blieb. Dieser Schlamm, jedoch, so wurde hernach verlautet, wäre kein Schlamm aus Sachsen, iwo, der käme vom aufrühren einiger Wichtigtuer, denn Sachsen, so wurde verlautet, wäre kein Moorland nicht.

Nun trug es sich zu, dass eine Magd aus einem fernen Königreich sich auf den Weg zu ihrem Bräutigam machte und durch Sachsen reiste. Diese Magd war in Wirklichkeit eine Königstochter,  da ihr jedoch nichts an ihrer Herrschaft lag, willigte sie bereitwillig ein, mit ihrer Kammerfrau die Rollen zu tauschen. Sie konnte ja nicht ahnen, dass die Kammerfrau ihr das Liebste und Teuerste nehmen würde, welches  sie auf Erden besass. Fallada, so hieß das edle Ross, auf welchem nun die Kammerfrau als Königstochter auf dem Weg zu ihrer Herrin Bräutigam durch die Lande ritt. Fallada wurde enthauptet, die falsche Braut hatte dies angeordnet.

Da aber Fallada der wirklichen Königtochter eng verbunden und ihr treu bis in den Tod war, sprach der Geköpfte mit ihr und blieb ihr zur Seite. Ein junger Bursche, der des Weges kam, hörte wie die königliche Magd mit dem aufgehängten Pferdehaupt sprach und berichtete es seinem König. Dieser beobachtete nun seinerseits das Schauspiel und fragte die junge Frau, was ihr denn das Herz so schwer machte:

„Das darf ich Euch nicht sagen, und darf auch keinem Menschen mein Leid klagen, denn so hab ich mich unter freiem Himmel verschworen, weil ich sonst um mein Leben gekommen wäre.“

Er drang in sie und ließ ihr keinen Frieden, aber er konnte nichts aus ihr herausbringen. Da sprach er „wenn du mirs nicht sagen willst, so klag dem Eisenofen da dein Leid,“ und ging fort.

Und sie klagte dem Eisenofen ihr Leid, dass ihr die Kammerfrau das Ross genommen habe und es köpfen ließe und sich nun selbst als Königtochter ausgäbe um ihren Bräutigam zu heiraten.

Der alte König ließ nun die falsche Königstochter zu sich rufen, erzählte ihr von dem traurigen Los, welches ihm durch das Ofenrohr zu Ohr gekommen war und fragte die Kammerfrau:

„welches Urteils ist diese würdig?“

Und so sprach die Kammerfrau ihr eigenes Urteil

„die ist nichts Besseres wert, als daß sie splitternackt ausgezogen und in ein Faß gesteckt wird, das inwendig mit spitzen Nägeln beschlagen ist: und zwei weiße Pferde müssen vorgespannt werden, die sie Gasse auf, Gasse ab zu Tode schleifen.“

Und so ist es noch heute und nicht nur in Sachsen. Die da schreien und sich zum Richter über Leben und Tod aufspielen, die da lynchen und schlachten wollen, tragen oft den schlammigsten Morast an ihren eigenen Füßen.

Doch es gibt auch andere, sauber beschuhte, edle Ritter, die hoch zu Ross sich in Barmherzigkeit üben und mit den wehenden Fahnen der Gerechtigkeit über das Moorland hinwegreiten. Ihnen gilt unser aller Dank und vor ihnen verneigen wir uns, in aufrichtiger Demut

Und das Moorland ist weit und die Mühlen Gottes mahlen langsam aber stetig.