Mietwucher und Wohngeldkürzungen

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich damals, als ich nach einem Lieferschaden mit meinem Geschäft erstmals so richtig ins Straucheln kam, Wohngeld beantragen wollte. Der Antrag wurde abgelehnt, weil ich kein Einkommen nachweisen konnte, das die Sicherung meines Lebensunterhalts gewährleisten konnte. „Sie müssen Hartz IV beantragen“ hieß es da auf der Wohngeldstelle. (war gerade eingeführt worden) Das wollte ich aber nun gerade überhaupt nich. Und noch weniger wollte ich Mietrückstände ansammeln und dabei riskieren, obdachlos zu werden. So kam es dann, dass das Geld für Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr reichte, was dazu führte, dass wir zwar nicht aus der Wohnung, dafür dann aber aus der Krankenversicherung flogen.

Wir hatten über ein Jahr verzweifelt und erfolglos nach einer günstigeren Wohnung gesucht. Niente. Also doch Hartz IV.

Nun entsprach die Angemessenheit der Miete natürlich nicht den Richtlinien. Eine günstigere Wohnung konnte uns aber keiner anbieten. Nur die Mietzuschüsse kürzen, das ging. Jetzt kam ich natürlich überhaupt nicht mehr zurecht und mit sämtl. Zahlungen in Verzug. Die Schuldenberatungsstelle empfahl mir dann, mein Geschäft ganz aufzugeben und Insolvenz zu beantragen. Woran letztlich dann auch keine Weg mehr dran vorbei führte.

Nun wurde ich wie schon merhfach hier erwähnt auch noch ungewollt mit meinem 4.Wunschkind schwanger.  Glücklicherweise gab es damals noch die 300 €uro Erziehungsgeld. Da das gesamte Hartz IV (bis auf einen kümmerlichen Restbetrag von 6 Euro noch was) direkt aufs Konto des Vermieters ging, blieben also nur noch das Kinder-u. nach der Geburt des ungeplanten Wunschkindes das Erziehunsgeld übrig, mit dem wir dann noch Restschulden, Nebenkosten etc. begleichen mussten. Ein und halb Jahre durften wir dann die Solidarität unsere Freunde und Verwandten auf ihre Mindesthaltbarkeit prüfen, um ab u. an auch mal was anderes als das Hungertuch zwischen die Zähne zu bekommen. Dann endlich fanden wir eine günstigere Wohnung über die städtische Wohnungsbaugesellschaft, bei der ich während dieser Zeit fast täglich mit meiner physichen Restexistenz auf der Matte stand, um nicht als anonyme Aktennumer unter den Tisch zu fallen.

Immerhin waren wir endlich wieder krankenversichert, womit  zumindest die ärtzliche Versorgung wieder gewährleistet war,  die wir jetzt auch dringend brauchten, denn mit unserer der Gesundheit war es nun leider auch nicht mehr zum Besten bestellt.

Nun will also die Regierung das Wohngeld kürzen. Ich frage mich, was sie damit eigentlich einsparen will? Denn wie oben geschildert, wird ja derjenige, dessen Einkommen nicht ausreicht, um für seinen Lebensunterhalt aufzukommen, von der Wohngeldstelle direkt weiter an den Hartz IV Tropf verwiesen. Wenn das Einkommen nun also nur mit Wohngeld gerade so ausreicht, um über die Runden zu kommen, wie sollte es das mit einer Kürzung des gleich noch tun? Die Geringverdiener werden also letztlich alle mit Harzt IV aufstocken müssen. Wer hätte da also was gepart?

flatteur!

PS. 10 Prozent der Flatteureinnahmen gehen heute an Frau Holle, auf dass sie im kommenden Winter für ausreichend Schnee sorgen möge. Denn Glück hat nur der, wer sich in diesen eisigen Zeiten ein Iglu bauen kann! Also, liebe Besucher, klicket bitte reichlich das flattrige button, denn auch ihr könnt morgen schon auf der Straße sitzen.

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