Das Wachstum kommt nicht mehr aus Europa, sondern aus dem Nahen Osten, aus Indien oder Brasilien

Ok. letztlich ist es ja doch völlig unerheblich ob dieser bin ladenhüter nun tatsächlich gekilled wurde, (verhaften u. verhören wollte man ihn wohl deswegen nicht, weil die US-Folterknäste längst überfüllt sind, nicht zuletzt mit whistleblowern aus den eigenen Reihen ?), oder ob er  sich immer noch irgendwo im dekadenten Dubai oder anderswo dialysieren lässt, ob er viell. schon seit jahren tot ist oder längst neu gestylt die Hauptrolle in einer ganz andren Soap übernommen hat, who cares about it?

schließlich ist heuer überall Revolution angesacht:

Die Musels fordern latustark ihr „Change you can believe in“,  im ehemaligen Pharaonenland gehen die Leute für Demokratie u.  faire Löhne auf die Straße,übernehmen, wenn’s sein muss,  auch mal eine ganze Fabrik, die Iraner wollen einen sekulären Staat im Namen des Propheten und die Afrikaner entwickeln gerade ihre Alternative zum IWF.

Also wollen wir der Welt schnell noch mal den in Vergessenheit geratenen Oberschurken ins Gedächtnis rufen.  Weil Oberschurken (wenn auch nur symbolische) müssen liquidiert und umgehend aus der Luft ins Meer geworfen werden, so verlangt es schließlich die US-Sharia. Und die letzten Turban-Krieger, kriegen ihren Märtyrer  gratis. Mögen sie auferstehen aus den Gruben der Bleiversenkung und ihn heilig sprechen! (nachtrag: das mit der Auferstehung aus den Gruben war natürlich sarkasmus pur u. kein Aufruf meinerseits! nur damit das hier nicht wieder irgendjemand in den falschen Hals kriegt! :-/)

Ach ja und wusstet ihr’s schon?

(…) Das Wachstum kommt nicht mehr aus Europa, sondern aus dem Nahen Osten, aus Indien oder Brasilien”, sagte Zoller dem Blatt. Dennoch wolle Cassidian den Umsatz in den nächsten zehn Jahren von knapp sechs auf zwölf Milliarden Euro verdoppeln. Neue staatliche Abnehmer wie Indien oder Brasilien erwarteten, dass bei Aufträgen rund die Hälfte der Wertschöpfung in ihrem Land stattfinde.

2010 machte das Unternehmen einen operativen Gewinn von 457 Millionen Euro, acht Millionen mehr als im Vorjahr. Der Umsatz war aber um mehr als zehn Prozent gestiegen. Cassidian beschäftigt 31.000 Mitarbeiter.

Der Krieg in Libyen zeige zwar, dass Kampfflugzeuge wie der Eurofighter nach wie vor gebraucht würden, sagte Zoller dem Bericht zufolge. Doch klassische Militäraufträge verlören an Bedeutung. In seiner beruflichen Laufbahn werde er keine neue Generation von Kampfflugzeugen mehr erleben. Wachsen werde vor allem das Geschäft mit Sicherheitsausrüstung für Polizei und Grenzschutz. In diesem Bereich werde bald die Hälfte des Umsatzes erzielt.

http://www.unternehmer.de/cassidian-will-in-schwellenlandern-wachsen-109066

“natürlich freuen wir uns wenn sich wichtige Produkte, wie äh, der Eurofighter, äh, sich im Einsatz bewähren, äh und natürlich heißt das, dass Exportperspektiven damit vielleicht, äh, etwas realisticher, äh werden…”

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Stammheim

Mein Freund der Baum ist tot und ich sitze hier, zwangsverpflanzt,  in Stammheim ein.

Stuttgart 21 plus – der Schloßgarten ist Geschichte.

Wer von uns hätte sich das vor wenigen Monaten noch träumen lassen. Wir hatten den dicken vom Stuhl gefegt, uns kompromisbereit gezeigt und einem Volksentscheid zugestimmt. Hatten „Wir sind das Volk“ gerufen. Und alles deutete auf einen Triumph der Vernunft.

Aus einem grün-roten Ländle, wurde ein rot-grünes Vaterland. Die Kanzerlin hatte den Zickzackkurs ihrer Genossen satt und stellte die Vertrauensfrage, Sarrazin wurde Vizekanzler, Siemens schickte seine Hitmänner nach Bolivien und Daimler und Bosch entwickelten ihren neuen Solarbenz-Prototypen, den Supersmart 21.

Wirtschaftsflüchtlinge aus dem Ausland wurden per Volksentscheid in ihre Heimatländer ausgewiesen, während die Einbürgerungsbestimmungen für hochintelligente Ingenieure aus erblich unbelasteten Regionen erleichtert wurden. Einheimische Wirtschaftsflüchtlinge wurden ungeachtet ihrer persönlichen Qualifikationen und im Rahmen einer neu entwickelten, nationalen Eingliederungsvereinbarung  zur Sicherstellung der im Grundgesetz festgeschiebenen Sozialstaatlichkeit, zur Sozialarbeit verpflichtet.

Das Regierungsviertel in Berlin wurde im Zuge der neuen Demokratiebewegung nach und nach verkleinert und dezentralisiert, während das neue Kompetenzzentrum für „Nachhaltiges Wirtschaften und soziale Gerechtigkeit“ in Gütersloh mit der Steuerung dieser Dezentralisierung beauftragt wurde.

Studiengebühren wurden abgeschafft und durch von gemeinnützigen Stiftungen aus der Finanz-und Rüstungsindustrie geschnürte Bildungspakete, ersetzt.

Die letzten Atommeiler wurden zu Endlagern transformiert und lediglich für die Herstellung von panzerbrechenden Memschenrechts-Verteidigungsgeschossen gegen aufständige Diktatoren verwendet.

Und Benztown bekam endlich seinen neuen Bahnhof.

Mein Freund der Baum ist tot und ich sitze hier, zwangsverpflanzt, in Stammhein ein, genau wie all die anderen „Feinde der neuen Demokratiebewegung“ – eine Bewegung, die einmal die unsere war.

Ps. Dies ist der traurige Gegenentwurf zu Jean Zieglers erhofftem „Aufstand des Gewissens“ – ich hatte ihm diesen Alptraum vor längerer Zeit einmal in einem Brief geschildert.  Und auch wenn mir die Vorzeichen -(bzw. Anzeichen-wir sind ja schon mittendrin!)  dieser Dystopie den Schlaf rauben , so weigere ich mich intsändig, vor ihnen zu kapitulieren. Soll heißen, ich weigere mich, diesen Alptraum zu träumen u. verzichte lieber freiwillig auf den „Schlaf der Gerechten.“