Obama und die Lobbyisten

Hunger, Armut, Gift und Gene

Rückblick (Textauszug aus einem Spiegelartikel vom 12.11. 2008)

Obama will Rechte von Lobbyisten einschränken

Ein grundlegender Wandel im Washingtoner Politikbetrieb war eines der zentralen Wahlversprechen von Barack Obama. Jetzt will der künftige US-Präsident erste Fakten schaffen und die Rechte von Lobbyisten massiv einschränken.

Washington – Es soll ein Zeichen sein, ein Signal für den von Barack Obama so oft versprochenen Wandel: Der künftige US-Präsident und sein Übergangsteam wollen den Einfluss von Lobbyisten eingrenzen und dabei mit aller Konsequenz vorgehen: Obama werde die „schärfsten und weitreichendsten ethischen Richtlinien“ anwenden, die es je bei einem Übergangsteam gegeben habe, sagte John Podesta, Chef von Obamas Übergangsmannschaft. (…)

so lautete noch im letzten Jahr Obamas Kampfansage.

Islam Siddiqui

Neben der Nominierung des Agro-Gentechnik und Monsanto Lobbyisten Rajiv Shah zum Leiter der Entwicklungshilfebehörde USAID, wurde kürzlich ein weiterer Lobbyist dieser Kategorie von Obama für das  Amt des Chef-Unterhändlers  für Agrarfragen vorgeschlagen. Islam Siddiqui, der derzeitige Vizepräsident von CropLife America, einem Dachverband von  Monsanto, Syngenta, Bayer und BASF.

Ein Zusammenschluss von über 80 Umwelt-, Landwirtschafts- und Verbaucherschutzorganisationen  versuchen nun Obama dazu zu bewegen, diese Nominierung rückgängig zu machen und erinnern ihn an sein Wahlversprechen.

Marcia Ishii-Eiteman, Wissenschaftlerin und Aktivistin im Pesticide Action Network of North America gehört mit ihrer Organisation zu den führenden Protestlern, die sich gegen die Nominierung Siddiquis stark machen.

Amy Goodman führt ein Interview mit ihr auf democracy now!

Die Sendung im Anschluss mit  Raj Patel, Autor des Buchs „Stuffed and Starved: Markets, Power and the Hidden Battle for the World’s Food System“ ist ebenfalls zu empfehlen, es geht darin um die Farce des  Welternährungsgipfel, auf welchem vor allem die  „Führer“ der reichsten Länder dieser Erde mit Abwesenheit glänzten, um Hunger und wachsende Armut, auch  in den USA, wo mittlerweile  fast 50.000 Menschen an Hunger leiden.

noch eine Leseempfehlung:

Freitag: Hunger nach Profit

Finanzinvestoren haben in den vergangenen Jahren Millionen Hektar Ackerfläche in Entwicklungsländern gepachtet – der Landraub bedroht Hunderttausende Kleinbauern

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Amerikanische Gentechnikfarmer laden ein

Im Save our Seeds Blog wird heute auf eine Gentechnik–Show in der Amerikanischen Botschaft in Berlin hingewiesen, die am 19. 11.2009 stattfindet. Man freut sich auf eine lebhafte Diskussion:

“Nach einem einleitenden Vortrag stehen unsere Besucher aus den USA den Gästen unserer Veranstaltungen für eine detaillierte und hoffentlich recht lebhafte Diskussion zur Verfügung. Die beiden Farmer werden berichten, welche Saaten sie anbauen und insbesondere warum sie zunehmend moderne gentechnisch verbesserte Sorten einsetzen. Welche Auswirkungen haben ihre Entscheidungen auf wirtschaftlicher Ebene und wie haben sich ihre Anbauverfahren verändert?  Befinden sie sich in einer unangemessenen Abhängigkeitssituation zu den Saatgutanbietern?  Welche Auswirkungen hat ihre Sortenwahl auf den Zustand ihrer Felder?  Das Spektrum der Fragen an unsere Landwirte sollte so umfassend wie möglich sein.”

monsanto4

Es wäre sicherlich ganz besonders lebhaft und anregend,  wenn an dieser Diskussion auch der Kanadische Farmer Percy Schmeiser teilnehmen würde, wir hatten im Juni schon den Trailer „David gegen Montanso“ verlinkt, den es mittlerweile auch in deutscher Übersetzung zu sehen gibt

Am 17.10. 2009 hielt Percy Schmeiser einen Vortrag in Kiel:

Percy Schmeiser in Kiel Teil 1: Vorstellung durch Bernward Geier und Hintergründe zum Thema Gentechnik von Percy Schmeiser

Percy Schmeiser über seinen Prozeß vor dem obersten Gerichtshof Kanadas

Wie Frau Schavan uns und die Welt für dumm verkaufen will

Der Magen dreht sich mir, wenn ich lese  was auf dem sogenannten „Runden Tisch zur Gentechnik „ der Frau Schavan so alles  serviert wurde:  Dreiste Lügen garniert mit Halbwahrheiten

Am Montag habe Schavan erklärt, ohne Agro-Gentechnik könnten die globalen Herausforderungen wie Welthunger und Klimawandel nicht gelöst werden, berichtete der BÖLW-Vorsitzende Dr. Felix Prinz zu Löwenstein. (oekolandbau.de)

Ja klar und gegen Bulimie helfen Brechmittel…

Aus gegebenem Anlass präsentieren wir also heute die Dokumentation

Diese  Welt ist nicht zu verkaufen!





Wenn "Open Source" missbraucht wird

Lesempfehlung!

Im Save Our Seeds Blog erfahren wir Neues vom Saatgut-Bunker in Spitzbergen.

Nicht die Samen im „ewigen” Eis – die Daten sind das Problem
Die Weltsaatgutbank auf Spitzbergen und ihre virtuellen Geschwister

[…]Wer profitiert vom Wissen der Welt?

Wem nützt es, wenn das Wissen über die pflanzen-genetischen Ressourcen der Welt so verfügbar gemacht wird, als würde man einen Suchbefehl bei Google eingeben? Wenn interessierte Züchter (oder Landwirte) also nicht mehr mühevoll vor Ort in einer Genbank recherchieren müssen, deren Material womöglich noch gar nicht katalogisiert ist? Wenn sie nicht mehr jede einzelne der 1.400 Genbanken abfragen oder sogar aufsuchen müssen, um besonders dürreresistenten Weizen oder besonders hitzeresistenten Mais züchten zu können?[…]

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Neues vom Saatgut-Bunker (click and read)