Leseempfehlungen zur Castor Blockade

Eiertanz nach Castor-Schlappe

Matthias Monroy 12.11.2010

Das Bundesinnenministerium verstrickt sich zur Prügelhilfe eines französischen Polizisten beim Castor-Protest weiter in Widersprüche. Indes werden weitere Details zu Polizeiübergriffen publik

Mindestens vier ausländische Polizeikräfte waren beim jüngsten Castor-Transport im Wendland zugegen: Ein Angehöriger der französischen Bereitschaftspolizei CRS sowie drei kroatische Beamte. Soweit die Fakten – der Rest ist Spekulation, zu der auch die Bundesregierung bislang nichts Erhellendes beiträgt. Noch am Mittwoch waren Angehörige des Bundesinnenministeriums (BMI) oder der Bundespolizei nicht in der Lage, eine Erklärung dazu abzugeben. Im Innenausschuss des Bundestages wurde sogar [extern] behauptet man wisse hierzu nichts.>>> weiter lesen

siehe außerdem:

Anwälte des Legal Teams aus dem Wendland verurteilen Hausdurchsuchungen

Am Montag, den 8.11.2010, haben Polizeibeamte, darunter die Beweissicherungseinheit aus Oldenburg und die 5. Einsatzhundertschaft aus Göttingen gegen 17 Uhr mindestens drei Höfe in Grippel, Zardrau und Langendorf gestürmt und die Scheunengebäude durchsucht. Während der Durchsuchung in Grippel erfolgte keinerlei Begründung der Maßnahme, die Beamten waren vermummt, trugen keine individuelle Kennzeichnung und waren auch gegenüber den Anwesenden Rechtsanwälten zu keinerlei Erläuterung oder Identifizierung bereit, sondern reagierten mit Wegschubsen.

Ps. Der stuttgart21 blog berichtete von ca. 1000 Verletzten bei der Castor Blockade

950 Augenverletzungen
16 Brüche
29 Platzwunden
3 Gehirnerschütterungen

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Noch ein Hinweis zu der "toten Frau" im Stuttgarter Schloßgarten

Sie lebt!

Der Stuttgar21-Blog machte auf eine Aussage einer Bekannten der Frau aufmerksam, die in einem entsprechenden Artikel in den Stuttgarter Nachrichten folgendes kommentiert hatte:

KT16

11:12 Uhr, geschrieben von Ivana

Ich kenne die Frau

Die Frau lebt. Sie wurde tatsächlich reanimiert. Sie wurde dabei wohl an Rippen und Brustbein verletzt, aber mittlerweile geht es ihr gut. Es gibt darüber übrigens einen Bericht in der Bild-Zeitung (15.10.2010). Dort ist auch ein Bild von ihr zu sehen. Ich arbeite im Verkauf, sie ist eine Kundin von mir und war gestern bei uns im Laden (Stuttgart-Vaihingen). In der Zeitung steht, dass sie Ihrer Tochter gesagt hat, wenn sie stirbt, dann soll auf ihrem Grabstein stehen „Opfer von S21“. Das hat sie so aber nie gesagt. Sie ärgert sich sehr über den Bericht der Bild-Zeitung. Also, es gibt kein Phantom! Die Frau ist real und wenn Sie so wollen, ist sie tatsächlich „verstorben“, aber nach der Reanimation ist sie wieder wohlauf.

Stuttgart 21 – Pressekonferenz der Jugenoffensive gegen Stuttgart 21

Absolut sehenswert und aufschlussreich, die Pressekonferenz der Jugendoffensive gegen Stuttgart 21 – viele Zeugenaussagen, Videos, Bilder und Tatsachenberichte bezüglich des  brutalen Polizeieinsatzes am 30.09 im Stuttgarter Schloßgarten.

http://www.ustream.tv/recorded/10068065

Ich greife hier mal eine Rednerin heraus – eine der wenigen echten Journalistinnnen liest all jenen ihrer Kollegen endlich mal lautstark die Leviten, die das mit der 4. Gewalt ganz offensichtlich vollkommen missverstanden haben. Und sich nicht schämen, mit Lügen und Falschbehauptungen um sich zu schlagen, im Dienste eines kriminellen Unternehmens, das eine Gefahr für Leib und Leben der Menschen in Stuttgart ist – und das nicht nur für diejengigen dort, die auf die Straße gehen.

PS. Der erwartete Agent Provocateur wurde übrigens von der Bildzeitung auf die Titelseite gesetzt 😉 Er sprühte in gekonnter Expertenpose  Pfefferspray auf die Füße seiner Schlägercop-Kollegen. Gesucht wird nun das video, das zeigt, wohin er nach seinem Einsatz entschwunden ist… nachtrag: mehr dazu hier

hier die ersten 4 Teile der Pressekonferenz auf youtube:

Teil 1

Teil 2

Teil3

Teil4

Who gave them the licence to kill?!

Fuck Patience!

mehr von Lowkey hier in diesem Bloghaus

PS.  Das Grundrechteforum veranstaltet ab Sonntag, den 17.10.2010, vor dem Reichstag in Berlin von 16-18Uhr eine Grundrechtemahnwache (http://grundrechtemahnwache.de) und bittet alle Interessierten, die nicht aus Berlin sind, in ihrer Stadt eine ebensolche Veranstaltung zu machen. In der Zukunft sollen diese Mahnwachen jeden Sonntag stattfinden.

Auch eine Grundrechtepartei wurde gegründet:

DIE GRUNDRECHTEPARTEI

»Politische Partei zur Durchsetzung der Grundrechte des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland als Abwehrrechte gegenüber Eingriffen des Staates«

Heute, am 02. August 2010, konstituierte sich die Grundrechtepartei zur Mitwirkung an der politischen Willensbildung des Volkes gemäß Art. 21 GG.

Aufgrund der vielfältigen Vorbereitungen und anfallenden Arbeiten werden hier auf der Webseite alle benötigten Informationen, wie das Parteiprogramm (über den Parteinamen hinaus), die Satzung und andere zeitnah bereit gestellt.

Bei Fragen benutzen Sie bitte unsere Kontaktmöglichkeiten.

Vielen Dank,

Ihre GRUNDRECHTEPARTEI

http://grundrechtepartei.de/

[Update] Keine Tote bei Räumung des Stuttgarter Schlossgartens?

Update 2 – Die Frau lebt!

Keine Ahnung wer nun Gangolf Stocker ist, aber er verkündete heute auf der Stuttgarter Montagsdemo, dass es „keine konkreten Hinweise gäbe, dass tatsächlich bei der „Räumung“ des Schloßgartens eine Frau unter Polizeigewalt ums Leben gekommen ist“. Da wüsste ich aber schon gerne genaueres. Kam im Zuge der Demonstration am Donnerstag, vor, nach oder während der polizeilichen Prügelgsaktion eine Frau ums Leben? Vielleicht an einem Herzinfarkt, der aber natürlich nichts mit Polizeigewalt zu tun hat?  Wurde eine ca. 60 jährige Frau nach bzw. während der Demonstation am Donnerstag in ein Stuttgarter Krankenhaus eingeliefert und verstarb dort unter noch ungeklärten Umständen? Oder lebt die Frau noch? Gibt es diese Frau gar nicht? Und wer rief während der Demo am Freitag abend zu einer Schweige-und Trauerminute auf? Unter Tränen?

Nachtrag: jetzt weiss ich zwar wer Gangolf Stocker ist,  habe aber immer noch keine Antworten auf die oben gestellten Fragen.

Noch ein kleiner Nachtrag: Ein Interview in der jungen welt mit einem Kollegen des Demonstranten, der erblindete u. am Dienstag operiert wird.

[…] Ein Demonstrant hörte, wie der Einsatzleiter plötzlich den Befehl gab: »Räumen, egal wie!«. Die Beamten zückten also ihre Knüppel und prügelten auf die Blockierer ein, es wurde auch Pfefferspray eingesetzt. Das hat dem einen oder anderen Beamten sogar noch Spaß gemacht: Ein Video zeigt, wie z. B. der Bediener des Wasserwerfers grinsend am Steuerknüppel sitzt und die Leute wegbläst.

Der Strahl war so hart und heftig, daß Schüler über Tische und Bänke eines Biergartens geschleudert wurden. Friedrich W. wollte den Beamten zu verstehen geben, daß sie damit aufhören sollten, und nahm gestikulierend die Arme hoch – in dem Augenblick traf ihn der Strahl mitten ins Gesicht. Wie er danach aussah, ist nicht nur im Internet, sondern auch in Zeitungen zu sehen: Er blutete aus beiden Augen, eines davon hing halb aus der Augenhöhle heraus.

Wie hat er den Angriff der Polizei denn selbst wahrgenommen?

Er sagt, der Wasserwerfer habe seinen Strahl gezielt in sein Gesicht gerichtet, er sei regelrecht abgeschossen worden. Er ging zu Boden und verlor das Bewußtsein. Zwei Mitdemonstranten führten ihn dann behutsam aus dem Park heraus – Rettungswagen durften nicht hinein, weil die Polizei das Gelände als Sicherheitsgebiet ausgewiesen hatte.

Es gab viele andere Verletzungen durch diesen Einsatz: Rippenbrüche, blutige Nasen und einen Schädelbasisbruch. Allein unsere ehrenamtlichen Sanitäter haben etwa 400 Pfeffersprayopfer behandelt. […]

Da kann auch schon mal der eine oder andere drauf gehn, bei diesen Räumungsmethoden. Aber was solls, Beckmann lädt zur sachlich-ruhigen u. gelassenen Gesprächsrunde die deutlich macht wie verantwortungsvoll und freundlich die S21er in Wirklichkeit sind.