Stammheim

Mein Freund der Baum ist tot und ich sitze hier, zwangsverpflanzt,  in Stammheim ein.

Stuttgart 21 plus – der Schloßgarten ist Geschichte.

Wer von uns hätte sich das vor wenigen Monaten noch träumen lassen. Wir hatten den dicken vom Stuhl gefegt, uns kompromisbereit gezeigt und einem Volksentscheid zugestimmt. Hatten „Wir sind das Volk“ gerufen. Und alles deutete auf einen Triumph der Vernunft.

Aus einem grün-roten Ländle, wurde ein rot-grünes Vaterland. Die Kanzerlin hatte den Zickzackkurs ihrer Genossen satt und stellte die Vertrauensfrage, Sarrazin wurde Vizekanzler, Siemens schickte seine Hitmänner nach Bolivien und Daimler und Bosch entwickelten ihren neuen Solarbenz-Prototypen, den Supersmart 21.

Wirtschaftsflüchtlinge aus dem Ausland wurden per Volksentscheid in ihre Heimatländer ausgewiesen, während die Einbürgerungsbestimmungen für hochintelligente Ingenieure aus erblich unbelasteten Regionen erleichtert wurden. Einheimische Wirtschaftsflüchtlinge wurden ungeachtet ihrer persönlichen Qualifikationen und im Rahmen einer neu entwickelten, nationalen Eingliederungsvereinbarung  zur Sicherstellung der im Grundgesetz festgeschiebenen Sozialstaatlichkeit, zur Sozialarbeit verpflichtet.

Das Regierungsviertel in Berlin wurde im Zuge der neuen Demokratiebewegung nach und nach verkleinert und dezentralisiert, während das neue Kompetenzzentrum für „Nachhaltiges Wirtschaften und soziale Gerechtigkeit“ in Gütersloh mit der Steuerung dieser Dezentralisierung beauftragt wurde.

Studiengebühren wurden abgeschafft und durch von gemeinnützigen Stiftungen aus der Finanz-und Rüstungsindustrie geschnürte Bildungspakete, ersetzt.

Die letzten Atommeiler wurden zu Endlagern transformiert und lediglich für die Herstellung von panzerbrechenden Memschenrechts-Verteidigungsgeschossen gegen aufständige Diktatoren verwendet.

Und Benztown bekam endlich seinen neuen Bahnhof.

Mein Freund der Baum ist tot und ich sitze hier, zwangsverpflanzt, in Stammhein ein, genau wie all die anderen „Feinde der neuen Demokratiebewegung“ – eine Bewegung, die einmal die unsere war.

Ps. Dies ist der traurige Gegenentwurf zu Jean Zieglers erhofftem „Aufstand des Gewissens“ – ich hatte ihm diesen Alptraum vor längerer Zeit einmal in einem Brief geschildert.  Und auch wenn mir die Vorzeichen -(bzw. Anzeichen-wir sind ja schon mittendrin!)  dieser Dystopie den Schlaf rauben , so weigere ich mich intsändig, vor ihnen zu kapitulieren. Soll heißen, ich weigere mich, diesen Alptraum zu träumen u. verzichte lieber freiwillig auf den „Schlaf der Gerechten.“

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New Orleans – 5 Jahre nach "Katrina"

Der Journalist Jordan Flaherty, Autor des Buchs „Floodlines: Community and Resistance from Katrina to Jena Six“* schildert im Interview mit Paul Jay von „the real news“ die aktuell Lage in New Orleans, 5 Jahre nach „Katrina“.

*( http://floodlines.org/) ( http://en.wikipedia.org/wiki/Jena_Six)

Erster Teil des Interviews vom 16.09.2010

100.000 Menschen aus New Orleans leben noch immer im Exil,  25 % der Häuser in der Stadt stehen noch leer, der 9. Stadtbezirk liegt in Trümmern, ausgenommen der Häuser, die der Schauspieler Brad Pitt wieder aufbauen ließ.

Flaherty berichet, der „Robert T. Stafford Act„, der für die Menschen zuständig ist, die ihre Heimat innerhalb der USA aufgrund von Naturkatastrophen verlassen mussten,  verweigere den aus New Orleans geflüchteten Menschen die Rechte, die ihnen zustehen, einschließlich der Garantie, wieder in ihre Heimatbezirke zurückkehren zu können. Außerdem seien viele der Gelder, die für den Wiederaufbau vorgesehen waren, nie bei denen angekommen, die sie am dringensten brauchen.

Genauso wie die Gelder, die für den Wiederaufbau im Irak vorgesehen waren, vornehmlich in den Taschen von Halliburton, Kelloge Brown  Root, Blackwater und den diversen Konzernen, die von der Kriegskatastrophe profitiert haben verschwanden, so verschwanden auch die für den Wiederaufbau in New Orleans vorgesehenen Mittel, irgendwo, nur nicht dort, wo sie am dringensten gebraucht wurden. So gingen ca. 11 Milliarden Dollar in das staatliche Hilfsprogramm „Lousiana Road Home program“ von denen jedoch kein Cent bei den hilfebedürtigsten Mietern ankam und selbst von den Hauseigentümern erhielten weisse Amerikaner ca. 40 % mehr Geld, als Afro-Amerikaner.

Viele Graswurzelbewegungen engagieren sich im Wiederaufbau und kämpfen darum, die ehemaligen Einwohner wieder in ihre Heimatstadt zurückzuholen, scheitern aber an den mächtgen Organisatoren, die ihre eigenen Pläne verfolgen und in denen diese Menschen offensichtlich keinen Platz haben.

„Das Problem ist, dass die Leute, die versuchen die Stadt zu verändern, kein Interesse daran haben, auch die Menschen hinzuzuziehen, die am meisten von der Katastrophe betroffen sind.“

So wurden im Zuge des „Wiederaufbaus“ z.B. auch Häuser des sozialen Wohnungsbaus abgerissen, die gar nicht beschädigt waren. Die betroffenen Menschen verlangen nun endlich eine öffentliche Untersuchung, die aufklärt wo die Hilfsgelder verblieben sind und warum sie nicht die Menschen erreichten, die sie am dringensten brauchen.

Hier der 2., schockierende Teil des interviews vom 18.09.2010, indem es um die Kriminalisierung der ärmsten Opfer der Katastrophe und um massive Polizeigewalt geht :

New Orleans: Systemic police brutality exposed

Nachtrag zu SVP bilderbergert

Also nur im Falle die verlinkten Artikel im letzten Post Die SVP bilderbergert wurden mal wieder übersehen:

Es braucht einen nicht wirklich zu wundern, dass Burenfreund Blocher als Gast beim diesjährigen Kaffekränzchen der Alten, Weissen Männer die die Welt regieren (wollen) geladen war…

Herr Blocher steht seit vielen vielen Jahren in guter Beziehung zu Alten Weissen Männern, rund um den Globus!

Bundesrat Blocher’s Kontakte zum Geheimdienst

Burenfreund Blocher
1982 gründete Blocher die «Arbeitsgruppe südliches Afrika» (ASA), der er als Präsident vorstand. Und er hob deren Kampfpostille, das «ASA-Bulletin », aus der Taufe. Darin durften Militärs, Rechtspolitiker und Wirtschaftsführer wortgewaltig das südafrikanische Regime rechtfertigen. Zum Beispiel die zentralen Säulen der Rassentrennung. So zeigte das «Asa-Bulletin» laut dem «Magazin» Verständnis für den «Immorality Act».

Dieser verbot unter Androhung von Gefängnisstrafen jegliche sexuellen Beziehungen zwischen Schwarzen und Weissen. Verständnis und Rechtfertigung auch für den «Bantu Education Act»: Dieser verordnete, dass Schwarze nur getrennt von Weissen unterrichtet werden sollten. Blochers und Schlüers «ASA-Bulletin» kritisierte die Entkolonialisierung Afrikas nach dem Zweiten Weltkrieg und rief zu einer «europäischen Neokolonialisierung zur Rettung des sterbenden Afrika» auf. Jahrzehntelang organisierte die ASA Reisen ins Apartheidland: «Auf den Spuren der Buren». Und sie zog gegen das Wahlrecht der Schwarzen ins Feld, gegen das «One man, one vote»-Prinzip.[…]

weiter

Blocher kampagniert zwar gegen das Freizügigkeitsabkommen, will damit aber nur die schwarzen Schafe sorry, Menschen(!) aus dem eigenen heilen Bergland ausgrenzen. Er selbst zeigt sich natürlich überaus freizügig, wo immer er kann und das hat er mit vielen seiner Anhänger gemeinsam, denn Freiheit kann schließlich nicht immer auch die der Anderen sein. Alles hat seine Grenzen, merkt euch das ihr Schengener!

weitere links zum Thema:

Blocher und Merz: Zwei alte Freunde Südafrikas

UNIDIR: Project Coast pdf (engl)

Project Coast Wiki (engl.)

„Dr Death“ Wouter Basson (deutsch)