S21 – Das Schlichtungsverbrechen

Und noch eine Leseempfehlung:

S21-Schlichtung: Geradezu ein Verbrechen

Die Schlichtung von Stuttgart ist eine Niederlage von epochaler Bedeutung: Zukunftsfähigkeit wurde verschwendet

Von Ekkehart Krippendorff

Lassen wir beiseite all das viele Positive, das über den Sieg des Demokratischen über die Arroganz des Parteienstaates gesagt und geschrieben wurde. „Stuttgart 21“ wird gebaut werden, mit oder ohne oder mit teilweiser Erfüllung aller Auflagen. Der unbestreitbare demokratische Gewinn (wie lange wird er vorhalten?) kann nicht über die Niederlage in der Sache hinwegtäuschen.

Aber diese Niederlage ist größer als der nun freigegebene Bau – es ist eine Niederlage von epochaler Bedeutung. Hier bestand die einmalige Gelegenheit, das parteitaktisch platte Gerede von der „Zukunftsfähigkeit Deutschlands“, die sich an diesem Projekt bewähren müsse, ernst zu nehmen: Ja, es ging hier um diese Zukunftsfähigkeit, um eine, so provinziell ein Bahnhofsgebäude auch sein mag, paradigmatische Entscheidung darüber, welche Zukunft die deutsche und die westliche kapitalistische Industriegesellschaft insgesamt will. Diese Frage zu diskutieren, wurde unter Heiner Geißlers weithin gerühmter Schlichtungsstrategie so gut wie völlig unterlassen und erdrückt vom detaillierten Sachverstand der Experten beider Lager. Und die waren sich weitgehend einig, dass ein Abbruch des ganzen Unternehmens bereits aus Kostengründen nicht mehr möglich oder nicht mehr vertretbar sei.weiter auf Lebenshaus Alb

Unsere Blogartikel zum Thema: Der Geißlerwolf – oder wie mit ein wenig Mehl und Kreide die Demokratie tiefergelegt wird

mehr unter: http://gheimraetinsarchive.wordpress.com/?s=stuttgart+21

PS. Das Stuttgart21 Blog scheint, wie der Inhalt des letzten Beitrags dort, mittlerweile ebenso ein Fall fürs Museum zu sein. Schade. Bei Abriss Aufstand ist aber weiterhin aktiv!