[Update] Keine Tote bei Räumung des Stuttgarter Schlossgartens?

Update 2 – Die Frau lebt!

Keine Ahnung wer nun Gangolf Stocker ist, aber er verkündete heute auf der Stuttgarter Montagsdemo, dass es „keine konkreten Hinweise gäbe, dass tatsächlich bei der „Räumung“ des Schloßgartens eine Frau unter Polizeigewalt ums Leben gekommen ist“. Da wüsste ich aber schon gerne genaueres. Kam im Zuge der Demonstration am Donnerstag, vor, nach oder während der polizeilichen Prügelgsaktion eine Frau ums Leben? Vielleicht an einem Herzinfarkt, der aber natürlich nichts mit Polizeigewalt zu tun hat?  Wurde eine ca. 60 jährige Frau nach bzw. während der Demonstation am Donnerstag in ein Stuttgarter Krankenhaus eingeliefert und verstarb dort unter noch ungeklärten Umständen? Oder lebt die Frau noch? Gibt es diese Frau gar nicht? Und wer rief während der Demo am Freitag abend zu einer Schweige-und Trauerminute auf? Unter Tränen?

Nachtrag: jetzt weiss ich zwar wer Gangolf Stocker ist,  habe aber immer noch keine Antworten auf die oben gestellten Fragen.

Noch ein kleiner Nachtrag: Ein Interview in der jungen welt mit einem Kollegen des Demonstranten, der erblindete u. am Dienstag operiert wird.

[…] Ein Demonstrant hörte, wie der Einsatzleiter plötzlich den Befehl gab: »Räumen, egal wie!«. Die Beamten zückten also ihre Knüppel und prügelten auf die Blockierer ein, es wurde auch Pfefferspray eingesetzt. Das hat dem einen oder anderen Beamten sogar noch Spaß gemacht: Ein Video zeigt, wie z. B. der Bediener des Wasserwerfers grinsend am Steuerknüppel sitzt und die Leute wegbläst.

Der Strahl war so hart und heftig, daß Schüler über Tische und Bänke eines Biergartens geschleudert wurden. Friedrich W. wollte den Beamten zu verstehen geben, daß sie damit aufhören sollten, und nahm gestikulierend die Arme hoch – in dem Augenblick traf ihn der Strahl mitten ins Gesicht. Wie er danach aussah, ist nicht nur im Internet, sondern auch in Zeitungen zu sehen: Er blutete aus beiden Augen, eines davon hing halb aus der Augenhöhle heraus.

Wie hat er den Angriff der Polizei denn selbst wahrgenommen?

Er sagt, der Wasserwerfer habe seinen Strahl gezielt in sein Gesicht gerichtet, er sei regelrecht abgeschossen worden. Er ging zu Boden und verlor das Bewußtsein. Zwei Mitdemonstranten führten ihn dann behutsam aus dem Park heraus – Rettungswagen durften nicht hinein, weil die Polizei das Gelände als Sicherheitsgebiet ausgewiesen hatte.

Es gab viele andere Verletzungen durch diesen Einsatz: Rippenbrüche, blutige Nasen und einen Schädelbasisbruch. Allein unsere ehrenamtlichen Sanitäter haben etwa 400 Pfeffersprayopfer behandelt. […]

Da kann auch schon mal der eine oder andere drauf gehn, bei diesen Räumungsmethoden. Aber was solls, Beckmann lädt zur sachlich-ruhigen u. gelassenen Gesprächsrunde die deutlich macht wie verantwortungsvoll und freundlich die S21er in Wirklichkeit sind.

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Stuttgart 21 – Vorsicht, Provokateure!

Tortonto und der G20 lassen grüssen:

aus einem Interview mit Wolfgang Schorlau (K21-Unterstützer), nachzulesen unter
http://www.tagesspiegel.de/politik/der-protest-wird-in-die-flaeche-getragen/1944746.html :

“Durch meine Arbeit als Krimiautor habe ich gute Kontakte zu Polizisten. Aus diesem Umfeld habe ich Hinweise erhalten, dass es im Innenministerium Überlegungen geben soll, Provokateure einzuschleusen, die Gewalttaten begehen, die man den Demonstranten in die Schuhe schieben kann. Möglicherweise eine Gewalttat an Bereitschaftspolizisten. Das wäre schrecklich.”

Das ist zunächst nur mal ein Szenario – aber wissen wir, ob und wann die das wirklich machen?

via

    siehe auch:

[UPDATE] Stuttgart 21 – Bei Einsatz Mord

UPDATE 2: Keine Tote bei Räumung des Stuttgarter Schlossgartens?

Ergänzend zu: Kochlöffel oder Knüppel – Von Toronto nach Stuttgart 21

Eine 60 jährige Frau wurde laut  http://stuttgart21.blog.de/ bei den sogenannten „Räumungsarbeiten“ im Schloßgarten von der Polizei zu Tode geprügelt.

http://stuttgart21.blog.de/2010/10/01/tote-frau-raeumung-schlossgartens-9501716/

Sprach-und Fassungslosigkeit.

Nachtrag: An alle die diese Meldung für eine „Ente“ halten, und das dann so auch noch so als Faktum artikulieren, ohne überhaupt mal genauer nachzufragen: Das ist keine Ente, sondern traurige Realität.  Bekannt gegeben wurde, dass die Frau auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb, nachdem sie von der Polizei niedergeprügelt wurde. Das ist die Realität. Es wurde auf der Veranstaltung heute abend auch zu einer Schweigeminute für sie, die ihr Leben ließ für eine Demokratie, die mit Knüppeln, Aushungern, Plündern und Rauben niedergeprügelt wird, aufgerufen.

Was ist Demokratie? Das Wort brauche ich hier nicht zu erklären, das kann jeder der es nicht kennt, nachschlagen. Eines ist Demokratie jedenfalls nicht – es bedeutet nicht, dass es damit getan ist, eine Regierung zum Rücktritt zu zwingen, nur um sie dann gegen eine neue, ebenso korrupte auszutauschen. Wir müssen unser Leben selbst verwalten und gestalten, unser Leben leben! Und das geht nur mit Solidarität und zum Wohle aller hier lebenden. Eine Leipzigerin hat das heute abend sehr schön in Worte gefasst. Sie kam eigens aus Sachsen angereist, um hier wieder dabei zu sein und daran zu erinnern, was Demokratie wirklich bedeutet und was nicht. Das kann soviel ich weiss morgen in der Mediathek von fluegel.tv nochmals abgerufen werden.

Wir haben wirklich keine Zeit mehr zu verlieren – es geht hier auf diesem Planeten tatsächlich um Leben oder (Aus) – Sterben.

[UPDATE] Kochlöffel oder Knüppel – Von Toronto nach Stuttgart 21

UPDATE:  >>>Stuttgart 21 – Bei Einsatz Mord

Are extraordinary police powers and cuts to social safety net the G-20 plan for the future?

fragte Paul Jay die Welt, als die Polizei im Juni diesen Jahres die sozialen Proteste in Toronto  brutalst möglich nieder preschte.

Suttgart 21 bestätigte nun diese Vorahnung aufs Neue:

In Stuttgart regiert jetzt und demnächst der Polizeiknüppel

Donnerstag 30. September 2010

„Das ist Krieg“, sagt André, ein Freund aus Stuttgart. „Auch wenn die Medien das Gegenteil behaupten: Ja, die Polizei geht mit Schlagstöcken gegen uns vor“, berichtet Gangolf Stocker, einer der Demonstranten-Sprecher. „Am schlimmsten sind die Gaspatronen, mit denen die Polizisten bewusst auf die Augen von Schülern und Rentnern zielen“, erklärt Axel Wieland, BUND-Vorsitzender aus Stuttgart. SeeMoZ sprach am Donnerstag mit Demonstranten im Stuttgarter Schlossgarten.

Die friedlichen Demonstrationen gegen Stuttgart 21 gerieten am Donnerstag, 30.9., zu einer Straßenschlacht. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pferdestaffeln ein, Knüppel und Reizgas. „Die Gewalt ging eindeutig von der Polizei aus,“ berichteten Demonstrationsteilnehmer übereinstimmend gegenüber SeeMoZ. Einige meldeten sich per Handy direkt vom Stuttgarter Schlossgarten neben dem Bahnhof.

Ein Sprecher der “Parkschützer” sprach von 300 bis 400 Menschen mit Augenverletzungen, darunter auch Schüler. Ein Mädchen habe eine Gehirnerschütterung erlitten, sagte Matthias von Herrmann, ein weiterer Sprecher der Gegner. Von massivem Gewalteinsatz bei der Auflösung von Blockaden berichtete auch die frühere Verdi-Landesvorsitzende und Vorstandmitglied im Landesverband der Linken, Sybille Stamm. Sie habe neben Demonstranten gestanden, die sich an einen Zaun gekettet hatten, und sei ohne Vorankündigung von Polizisten zu Boden geworfen, getreten und mit Reizgas besprüht worden.

weiterlesen auf seemoz

Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit musste ich mir im Radio auch noch ein unsägliches Interview mit einem Stuttgarter Einsatzleiter anhören, der meinte, wer von „Gewaltlosigkeit“ und dergleichen „netten Dinge“ redete,  sollte sich doch im Klaren darüber sein, dass diejenigen Eltern, die ihre Kinder nicht vor dem Terror der Staatsgewalt in Schutz nähmen und sie an Demonstationen teilnehmen ließen, die zudem noch „undemokratisch“ seien ,  wären wohl selbst mehr als unverantwortlich. Schließlich würde hier im „Namen der Dekomkratie und der Rechtsstaatlichkeit“ geprügelt und das auch noch mit Vorwarnung! Die hätten ja alle schleunigst wegrennen können, hat sie ja keiner gezwungen, sich freiwillig niederprügeln zu lassen!

Das schreibe sich bitte auch jeder hinter seine rot-grünen Ohren, der meint, auch in Zukunft seinen „Unmut“ über die Regierungsgeschäfte und deren „demokratischen Hintermänner“  öffentlich kundzutun!

Also liebe kleinen Leutchens, schaut Euch hier an, was Euch erwartet, wenn ihr es weiterhin wagen solltet, auf die Straße zu gehen!

Ist es da nicht viel „intelligenter“, einer ordentlichen Tätigkeit im Niedriglohnsektor nachzugehen? Ist es da nicht „würdevoller“ einfach mal zu arbeiten?!

Also liebe Kinder, ab in die Küche mit Euch! Der Rach zeigt Euch schon allen,  wo der Fleischerhammer hängt! Ihr habt die Wahl, Kochlöffel oder Knüppel!

weitere Beiträge betreffend der Polizeigewalt auf dem G20 in Toronto:

http://gheimraetinsarchive.wordpress.com/tag/g20/

zu Stuttgart 21:

Stuttgart 21 = Benztown für Bonzen – Was Sie immer schon über Stuttgart 21 wissen wollten…

Stuttgart 21 – Bei Abriss Aufstand